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VW ID.3 Cockpit
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VW ID.3 Cockpit 9 Bilder

VW ID.3 (2020) - Neuvorstellung

So sieht das Cockpit des Elektro-Modells aus

Volkswagen zeigt auf der IAA 2019 das erste Modell der ID-Familie ungetarnt. Das kompakte Elektroauto ID.3 soll unter 30.000 Euro kosten. Bestellstart ist im Mai 2019, die Fertigung beginnt im November und Marktstart ist im Juni 2020. Alle Infos und erste Cockpitbilder vom ID.3.

2016 hatte Volkswagen auf dem Autosalon in Paris mit dem ID. erstmals die Studie eines kompakten Elektroautos vorgestellt. Der 4,10 Meter lange Viertürer basierte auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) und wurde von einem 140-kW-Heckmotor befeuert. Die Reichweite sollte bei 600 Kilometern (nach NEFZ) liegen. Nun, drei Jahre später, steht der ID.3 kurz vor der Markteinführung – als komplette Neuentwicklung. Inzwischen kann die knapp 40.000 Euro teure Einführungsversion ID.3 1st vorbestellt werden – 1.000 Euro Anzahlung vorausgesetzt. Vor Publikum zeigt Volkswagen das (wohl noch getarnte) Serienauto erstmals im Rahmen des DFB-Pokalfinales am 25. Mai zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig.

VW ID.3 – das Elektro-Golf für Millionen

Das kompakte Elektroauto ist eine komplette Neuentwicklung. Lediglich die 12-Volt-Batterie, diverse Scharniere und die Türgriffe entstammen dem Konzernregal. Für Volkswagen ist das Modell das Initial in die Elektromobilität, denn bis 2030 will der Konzern 70 elektrisch betriebene Modell im Angebot und 22 Millionen Elektroautos verkauft haben – die meisten auf Basis des MEB. Schon im ersten vollen Produktionsjahr 2020 strebt VW einen Absatz von 100.000 ID.3 an.

VW ID.3 Komponentenherkunft
VW
Eine Vielzahl an Bauteilen und Komponenten liefert die Volkswagen Group Components zur Fertigung des ID.3 nach Zwickau: von Vorder- und Hinterachse, Lenksystem und Bremsen, über das Batteriesystem bis hin zum kompletten E-Antrieb.

Die 30.000 „1st“-Modelle mit der mittleren 45-kWh-Batterie für bis zu 420 Kilometer WLTP-Reichweite dürften nach Einschätzung des Konzerns schon zum Debüt auf der IAA im September 2019 ausverkauft sein, obwohl nur Privatpersonen zugreifen dürfen und sich jeder nur ein Exemplar sichern darf. VW bietet drei Versionen an: In der Standardkonfiguration bringt der ID.3 1st große Räder, die Sprachsteuerung Voice-Control, ein Navigationssystem und kostenloses Nachladen für ein Jahr oder bis zu 2.000 kWh mit. Der darüber positionierte ID.3 1st Plus kommt zusätzlich mit LED-Matrix-Scheinwerfer (IQ Light) und einer Zweifarben-Lackierung. Die Topversion ID.3 1st Max ist obendrein mit großem Panorama-Glasdach und Head-up-Display samt Augmented-Reality-Elementen ausgestattet.

VW ID.3 Leak
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Erst die 1st-Edition, dann der reguläre ID.3

Erst wenn die 1st-Serie abverkauft ist, folgen die frei konfigurierbaren ID.3-Modelle, dann auch mit den weiteren Akku-Optionen. Das soll die Komplexität des Serienanlaufs im Zwickauer Werk für VW beherrschbar machen. So könne man die Umfänge und Abläufe abschätzen und damit die nötige Qualität sicherstellen.

Bei den erwarteten Stückzahlen muss auch die Plattform entsprechend ausgelegt sein. Sechs Milliarden Euro haben die Wolfsburger in den MEB investiert und sich vom Erfolg des Modularen Querbaukasten (MQB) inspirieren lassen. Wie bei der Plattform für konventionelle Antriebe können auf der MEB-Plattform viele unterschiedliche Fahrzeuge auch anderer VW-Marken aufbauen. So laufen neben dem ID. in Zwickau auch der kompakte Elektro-Crossover Q4 E-Tron von Audi und die Serienversion des Seat El Born vom Band, ein Skoda-Pendant entsteht in Tschechien.

Niedriger Schwerpunkt, flacher Boden

Die skalierbare Batterie des MEB hat in der Basisversion des ID.3 eine Kapazität von mindestens 45 kWh (netto) und wiegt 480 Kilogramm, wächst aber im ID. Buzz etwa auf 111 kWh. Der MEB-Aufbau sieht die schwere Batterie im Fahrzeugboden zwischen den Achsen vor, dadurch sinkt der Schwerpunkt ab, der Fahrzeugboden bleibt flach und der Karosserieaufbau bietet kurze Überhänge und einen langen Radstand. 4,25 Meter misst der ID. in der Länge, der Radstand beträgt zirka 2,70 Meter. Einen Nachteil hat das Konzept allerdings: Weil der Akku 14 Zentimeter hoch ist, wird VWs Elektro-Kompaktwagen zwölf Zentimeter höher als der Golf 8: 1,58 statt 1,46 Meter. Dafür soll das Platzangebot bei den MEB-Autos um eine Klasse besser sein als die Außengröße – und eine hohe Sitzposition liegt ja ohnehin im Trend.

Vorteil für die Raumökonomie: Der Motor im Heck macht die Kardanwelle überflüssig. Der E-Motor ist an einem Hilfsrahmen an der Hinterachse befestigt. Dort soll die Traktion auch für das hohe Anfahrmoment der Synchronmaschine locker ausreichen. Die Gewichtsverteilung ist laut VW ausgewogen, genau 50:50. Zusätzlich bietet der Baukasten auch eine Allradoption über einen zweiten Elektromotor (asynchron) an der Vorderachse. Der ID.3 trägt eine Vierlenker-Achskonstruktion mit Spurstangen, vorne sind McPherson-Federbeine untergebracht. Den Kontakt zur Straße halten 18 Zoll große, aerodynamisch verkleidete Leichtmetallräder, optional sind es 20 Zöller.

VW I.D. Schulte
Christian Schulte
So wird der ID.3 in der Serienversion ohne Tarnung aussehen.

Reichweite bis zu 500 Kilometer

In Sachen Antrieb bildet eine 125 kW starke Version mit 45 kWh-Akku die Basisversion. Weitere, stärkere Modelle können und werden folgen. Die Hinterachse verträgt 150 kW, an der Front dürfen es bis zu 75 kW zusätzlich sein – aber nicht beim ID.3. Das Einsteigermodell des ID.3 soll mit seinen mehr als 300 Nm Drehmoment in unter acht Sekunden auf Tempo 100 surren und eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 180 km/h ermöglichen.

Wer VWs E-Golf allerdings so nach vorne treibt, dem dürfte in Sachen Reichweite schnell die Puste ausgehen. Volkswagen bietet drei Akkuvarianten an und kommuniziert dabei im Gegensatz zur Konkurrenz deren Nettokapazität. Die Daten lauten: 45 (netto) bzw. 48 kWh für 330 Kilometer WLTP-Reichweite, 58 bzw. 62 kWh für maximal 420 Kilometer und 77 bzw. 82 kWh für höchstens 550 Kilometer. VW gewährt auf die Batterie acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie. Das Aufladen erfolgt über ein Typ 2-Ladeanschluss mit 11 kW Wechselstrom. 80 Prozent Aufladung werden in vier bis sechs Stunden erreicht. Schneller geht es mit einem 3-phasigen CCS-Gleichstromstecker, der auf bis zu 125 kW ausgelegt ist. Hier dauert die Schnell-Ladung nur Minuten.

Studie ist fast gleich Serie

Trotz seiner Tarnung ist die Karosserie des VW ID.3 auf Erlkönigfotos schon gut zu erkennen.Von vorne fällt das kühlerlose Gesicht auf, das VW-Designchef Klaus Bischof wie den Heckmotor als „back to the roots“ sieht, weil auch der Käfer dank Heckmotor (wie der ID.) vorne kaum Lufteinlässe hatte. Die Form der Scheinwerfer kennt man vom Concept Car: Aus dem innenliegenden Spitz läuft ein schmales weißes Leuchtband über die ganze Front. Das Logo in seiner Mitte ist neu und auf vielen Märkten, aber sicher nicht auf dem Deutschen, beleuchtet. Hier gilt ein Leucht-Logo als Werbung und ist nicht erlaubt. Das neue Logo ist reduzierter in der Form, leichter zu lesen und in der Regel weiß. Chrom oder Metall gibt es nur noch an wenigen Ausnahme-Stellen.

VW I.D.
Im Zukunfts-E-Auto Platz genommen
1:30 Min.

Das Heck ist kantiger als vom Concept Car in Erinnerung, die Rückleuchten sehr eckig; sie stehen ein wenig über den seitlichen Karosserierand hinaus, als Abrisskante. Das Dach ist immer schwarz (Glasdach). Passend dazu ist auch die Heckklappe aus Kunststoff immer schwarz bis hinunter zum Stoßfänger. In der Seitenansicht sind bei den Erlkönigen auch die charakteristischen Knicke in der Fensterlinie zu erkennen, die auch schon die Studie trug. Allerdings kommen noch konventionelle Rückspiegel dazu, die auf der Türbrüstung stehen.

VW I.D.
Ingo Barenschee
Die VW I.D. Studie hat keine Außenspiegel. Das schwarze Heck schafft'S in die Serie.

Interieur wie beim BMW i3

Das Interieur erinnert an BMWs i3. Vor dem vergleichsweise konventionell aussehenden, aber weißen Lenkrad mit Touchbedienelementen steht frei das Display für die digitalen Instrumente. Sie können im Vergleich zum Golf 15 Zentimeter weiter weg vom Fahrer nach vorne rücken, weil auch die Scheibe weit nach vorne rückt, denn das verhindert hier keine Antriebseinheit. An der Seite des Instrumentenpanel ist ein viereckiges Bedienelement schräg angebracht. Es ersetzt den Gangwahlhebel. Nach vorn drücken legt „D“ ein, nach hinten ziehen „R“, seitlich drauftippen „P“. Auf den Pedalen sind die Symbole für Play und Pause eingraviert. Weil der fehlende Verbrenner vorne viel Platz lässt, konnte hier eine bierkastengroße Unit für ein Augmented Head-up-Display Platz finden. Sie projiziert die üblichen Informationen wie Geschwindigkeit etc. unten ein und kann weiter vor der Haube Aktionshinweise einblenden, wie etwa animierte blaue Pfeile als Abbiegeaufforderung des Navis. Optisch befinden sich die Symbole etwa zehn Meter vor dem Auto.

Mitten auf dem Armaturenträger thront ebenfalls freistehend, leicht zum Fahrer gewandt ein etwa 10 Zoll großes Touchdisplay mit Touch-Slidern für die Klimaeinstellungen drunter. Hier lassen sich auch die Online-Services, für die man sich wie etwa bei Apple mit einer VW-ID. anmeldet, abrufen. Über die Online-Verbindung sind auch over the air Updates einspielbar oder Fahrzeugfunktionen zubuchbar. Der ID.3 kann aber auch ganz klassisch beim Händler auf den neuesten Software-Stand gebracht werden. Der übernimmt auch die Auslieferung, wobei Erstkunden bei der Vorbestellung eine Wunsch-Vertretung angeben können. Für diese Variante hat Volkswagen extra neue Verträge mit seinen Händlern geschlossen.

Zwischen den Sitzen bietet ein großes Fach Ablagefläche selbst für die Handtasche, davor findet das Handy Platz und kann induktiv geladen werden, davor wiederrum gibt es zwei Becherhalter. Die anschließende vertikale Fläche der Mittelkonsole entfällt.

VW ID.3 Cockpit
VW ID.3 Cockpit
45 Sek.

Und was kostet der VW ID.3 ? VW hat sich schon früh festgelegt: Mit der ID.-Familie will man die Elektromoilität demokratisieren. Der ID.3 sollte einmal so viel kosten wie ein vergleichbarer Golf mit Dieselmotor. Daraus wird wohl nichts: Der Preis bleibt zwar knapp unter 30.000 Euro (29.990 Euro), liegt aber auf dem Niveau eines vollausgestatteten Golf TDI. Dafür dürfte es im Unterhalt deutlich günstiger werden. VW schätzt, dass die Wartungskosten im Vergleich zu einem Verbrenner-Auto um etwa 70 Prozent niedriger liegen werden.

Fazit

VW ist es ernst mit der Elektromobilität. Der Konzern bekennt sich zur CO2-Neutralität für 2050 wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt. Das heißt auch, dass VW den Verkauf von Modellen mit Verbrennungsmotor 2040 einstellen wird.

Damit ist klar, dass der Elektro-VW in Golf-Größe nicht viel teurer sein darf als sein Diesel-Pendant. Selbst das erfordert von den Käufern schon Zugeständnisse, denn die reale Reichweite wird die Einstiegsversion nicht zum Vollwert-Auto machen – und die Schnell-Lade-Infrastruktur wird gerade zu Beginn für lange Reisen nicht ausreichen.

Anderseits: Die meisten Menschen fahren zu 80 Prozent nicht mehr als 60 Kilometer pro Tag und die legt der ID. billiger, leiser und umweltfreundlicher zurück. Wie gut er das kann, konnten wir bereits auf einer ersten Probefahrt in einem Vorserienmodell erahnen.

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