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Tesla Projekt Roadrunner Getty Images / Stefan Baldauf
Tesla Model S
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Projekt „Roadrunner“

Wann kommt Teslas eigene Super-Batterie?

Während die Konkurrenz vor allem versucht, überhaupt genügend Batterien zusammen zu bekommen, scheint Tesla bereits die nächste Akku-Hürde zu nehmen: die Massenproduktion eigener Batteriezellen.

Wie das Branchen-Portal "Electrek" berichtet, hat Tesla unter dem Projektnamen "Roadrunner" bereits eine entsprechende Test-Fertigung im Werk Fremont installiert. Ursprünglich stellt Tesla seine Batterien in Kooperation mit Panasonic her, wobei sich das Verhältnis zwischen Tesla und Panasonic in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hat. So hat Panasonic angekündigt, sich aus der gemeinsamen Fertigung von Solardächern zurückzuziehen. Tesla wiederrum nutzt für die Produktion von Model 3 und Model Y in der Gigafactory in Shanghai überhaupt keine Panasonic-Zellen mehr, sondern kauft bei den Konkurrenten von LG Chem und CATL ein.

Entsprechend wenig überraschend war es, als Elon Musk bei der Hauptversammlung im Sommer 2019 andeutete, sich für den Bau eigener Batteriezellen zu interessieren. Nach weiteren Tweets des Firmengründers scheint inzwischen klar, dass es bei einem für April 2020 geplanten "Battery Day" weitere Details zu den eigenen Tesla-Zellen geben wird. Gerüchteweise waren einige der neuen Zellen auch Ende 2011 bereits bei den Tesla-Tests auf der Nürburgring-Nordschleife im Einsatz.

Tesla Batteriezelle
Getty Images
Bislang verbaut Tesla Batteriezellen von Panasonic. In China wird bei LG Chem und CATL eingekauft.

Zugriff auf die Wertschöpfungskette

Warum Elon Musk so scharf auf eigene Batteriezellen ist, ist klar: Es geht ihm um den größtmöglichen Durchgriff auf die Wertschöpfungskette. Die musste er in den Anfangsjahren mit Panasonic teilen, weil Tesla selbst technologisch noch nicht in der Lage war, eine eigene Zellfertigung aufzubauen. Zum Hintergrund: Obwohl sich die Produktion der Zellen für Tesla in der Gigafactory befindet, gehören die Anlagen und Mitarbeiter der Zellproduktion zu Panasonic. Erst wenn die Zellen an Tesla übergeben sind, übernehmen Tesla-Mitarbeiter und -Maschinen die Weiterverarbeitung zu Batteriepaketen für die Fahrzeuge.

Tesla Model S
Alternative Antriebe

Technologie-Einkauf

Das will Tesla jetzt beenden und scheint dazu auch in der Lage. Auch, weil Tesla 2019 den Energiespeicher-Spezialisten Maxwell Technologies übernommen hat. Neben der Maxwell-Technologie gilt Jeff Dahn als wichtigster Kopf im Projekt "Roadrunner". Der 63-jährige Forscher leitet ein von Tesla finanziertes Forschungslabor in Kanada und hat sich mit zahlreichen Batterie-Patenten einen fast schon legendären Ruf erarbeitet. Zuletzt hatte er Informationen zu einer neuer Batteriezelle mit einer Lebensdauer von 1,6 Millionen Kilometern veröffentlicht.

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Kosten und Stückzahlen

Abgesehen vom Zugriff auf die Akkus geht es Elon Musk aber natürlich auch um die Kosten selbst. 100 US-Dollar pro Kilowattstunde sind das Ziel. Ein Wert, der international als Grenze gilt, ab der Elektroautos bei den Produktionskosten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gleichziehen können – und zwar ganz ohne Subventionen. Abgesehen von Verbesserung bei den Modulen und der Verbindung der Batteriepakete geht es dabei vor allem um eine veränderte Zellchemie und massive Skalen-Effekte. Laut Musk will Tesla die Produktion um mehrere Terawattstunden pro Jahr steigern. Zum Vergleich: Die mit Panasonic betriebene Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada kommt auf etwa 30 Gigawattstunden pro Jahr.

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Fazit

Es ist wie immer bei Tesla: Abgesehen von Tweets und Andeutungen gibt es wenig Greifbares. Trotzdem tun wir gut daran, das Projekt "Roadrunner" sehr ernst zu nehmen. Weil Elon Musk bereits mehrfach gezeigt hat, dass er in der Lage ist, die richtigen Köpfe und Technologien zusammenzubringen. Der Zugang zu eigenen in Masse produzierten Batteriezellen wäre der nächste Meilenstein, von dem alle Konkurrenten noch mindestens drei, eher vier Jahre entfernt sind. Nettes Detail am Rande: Tesla hat bereits offiziell bestätigt, in der deutschen Gigafactory ebenfalls Batteriezellen fertigen zu wollen. Von Partner Panasonic war dabei nie die Rede.

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