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E-Mobilität auf dem Land: Hier lohnt sich ein Elektroauto

Elektromobilität auf dem Land Hier lohnt sich ein Elektroauto

Immer wieder wird Elektromobilität als Königsweg für den urbanen Raum beschrieben – doch wie sieht es mit der E-Auto-Nutzung auf dem Land aus? 

In Ballungszentren herrscht dicke Luft. Also buchstäblich. Viel Verkehr, die Abgase wabern zwischen Betonflächen und Häuserschluchten – da klingt so ein emissionsfreies Elektroauto schon ziemlich nach vierrädrigem Heilsbringer. Und in der Tat liegen einige Vorteile der urbanen E-Mobilität auf der Hand. Der Lärmpegel nimmt ab und das Ausbleiben hoher Geschwindigkeiten, sowie andauerndes Rekuperieren machen die Fortbewegung im Stromer besonders effizient. Spannend wird es aber, wenn der Fahrzeughalter einen Platz zum Laden sucht, und zwar über eine schicke Altbauwohnung im vierten Stock, nicht aber über eine eigene Garage verfügt.

Privater statt öffentlicher Ladepunkt

Auf dem Land sei man dagegen infrastrukturell so abgehängt, dass die Elektromobilität dort nicht lohnt. Was tun, wenn die nächste Ladesäule drei Ortschaften weiter steht? Nunja. Vielleicht einfach eine Wallbox in der eigenen Einfahrt installieren. Fakt ist: Auf dem Land gibt es mehr Immobilienbesitzer, die ihre Häuser auch selbst bewohnen und entsprechend Platz für eine private Ladeinfrastruktur haben. Mit Blick auf städtische Miet- und Immobilienpreise dürfte dieser Trend in den kommenden Jahren kaum abflachen. Dazu kommt, dass wegen der (allmählich) anziehenden Digitalisierung häufig die Nähe zwischen Wohnort und Arbeitsplatz Homeoffice-bedingt eine geringere Rolle spielt.

Natürlich muss ein Auto nach wie vor zum persönlichen Fahrprofil passen, doch gerade die bei deutschen Kunden häufige auftretende "Reichweitenangst" muss mittlerweile im (elektro-)automobilen Alltag kein Schreckgespenst mehr sein. Laut einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI), legen Verkehrsteilnehmer mit dem Auto durchschnittlich rund 1,4 Wege pro Tag zurück. Ein "Weg" beschreibt dabei eine Strecke, die vom Wohnort weg- oder zum Wohnort hinführt. Insgesamt werden in Deutschland seit Jahren zwischen 51 und 54 Prozent aller Strecken mit dem Pkw zurückgelegt. In Kilometern ausgedrückt sind das pro Person täglich 20,2 Kilometer. Rechnet man die Bewohner ländlicher Gebiete heraus, kommen die aufgrund weiterer Strecken pro Tag auf 37 Kilometer.

Land Dorf Elektromobilität Collage
Toyota / Pixabay / Patrick Lang
Menschen, die auf dem Land leben, legen pro Tag durchschnittlich 37 Kilometer mit dem Pkw zurück. Da reicht auch ein Elektroauto mit kleinem Akku, sofern andere Parameter wie etwa das Platzangebot passen.

Kleine Akkus sind umweltfreundlicher

Dass auch diese Werte seit einigen Jahren rückläufig sind, hat wiederum mit der Digitalisierung zu tun. So können immer mehr Einkäufe oder Behördengänge online erledigt werden, dazu arbeiten immer mehr Menschen wenigstens teilweise von zu Hause aus. Worauf wir hinauswollen: Die Reichweite eines Elektroautos spielt eine immer kleinere Rolle. Wer wirklich umweltfreundlich unterwegs sein möchte, kann daher auch auf E-Autos mit kleinen Akkus zurückgreifen, deren CO₂-Bilanz deutlich besser ist, als bei jenen mit großen Batterie-Paketen. Ein voluminöser Akku, der selten geladen wird und wenig Strecke macht, ist über seinen gesamten Nutzungszeitraum hinweg nicht effizient, weil er bei der Produktion bereits eine Menge Energie verbraucht und Emissionen verursacht.

Durch die staatlichen Subventionen und Boni der Hersteller wurde der Absatz von Elektroautos zuletzt deutlich angekurbelt. Ein baldiges Ende droht noch nicht, die Frist für die Fördermittel wurde jüngst verlängert. Dazu kommt, dass die anfänglich noch sehr teuren Stromer an sich immer günstiger werden. Das hängt unter anderem mit den steigenden Stückzahlen zusammen, denn Großserien-Produktionen sind bekanntlich immer preiswerter als Manufaktur-Arbeit. Dazu sorgen die Hersteller für ein zunehmend engmaschiges Netz an Zulieferern und produzieren Akkus teilweise in eigenen Tochtergesellschaften. Eine rasch voranschreitende Forschung auf dem Gebiet der Zellchemie tut ihr Übriges, um Batterien mit größerer Energiedichte immer erschwinglicher zu machen. Ein Trend, der auf die eingangs erwähnten Altbauwohnungen in städtischen Ballungszentren absolut nicht zutrifft. Eine Übersicht über die aktuell förderungsfähigen Elektroautos erhalten Sie in unserer Fotoshow oben im Artikel.

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Fazit

Elektromobilität im urbanen Raum ergibt Sinn, ist aber nicht immer bequem. So kann nicht jeder Stadtbewohner auf einen privaten Ladepunkt oder eine eigene Garage mit Wallbox zugreifen. Da haben es die Menschen in ländlichen Gebieten leichter. Eigene Immobilien sind dort wesentlich erschwinglicher und bieten zudem Platz für private Ladeinfrastruktur. Vor dem Hintergrund, dass pro Tag auf dem Land im Schnitt nicht mehr als 40 Kilometer per Pkw zurückgelegt werden, können die Reichweiten der Elektroautos mittlerweile einen Großteil der Fahrprofile abdecken.

Auch die Betriebskosten sprechen gerade auf dem Land für ein Elektroauto. Das eigene Haus lässt sich einfacher mit einer Photovoltaik-Anlage ausstatten als eine Mehrparteien-Wohneinheit im Stadtzentrum. Wer dauerhaft auf Elektroautos umsteigt, amortisiert sein Investment durch niedrige "Kraftstoff-Kosten".

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