Kaufland Ladesäule Kaufland
09/2018, Kia Soul EV Ladesäule IKEA
09/2018, Kia Soul EV Ladesäule IKEA
09/2018, BMW i3 Ladesäule
09/2018, Kaufland Ladesäule 16 Bilder

Elektroauto laden beim Einkaufen

Aldi Süd baut Ladenetz aus

Handelskonzerne bieten an immer mehr Standorten Ladesäulen für Elektroautos an. Die Kunden nehmen den Service gerne an, aber auch für den Einzelhändler bieten sich Vorteile. Eine Übersicht.

"Schatz, ich fahr' jetzt zum Einkaufen und vorher noch kurz tanken." Dieser Satz wird irgendwann aussterben, zumindest in den Haushalten, in denen ein Elektroauto vor der Haustür, in der Garage oder im Carport steht. Kurz tanken funktioniert dann nämlich nicht mehr, je nach Leistung der Wallbox zuhause und der Batteriegröße des Fahrzeugs hängt man länger am Kabel.

Das machen sich die Einzelhandelsunternehmen zu Nutze. Der Tankstopp zusätzlich zum Einkauf kann entfallen, wenn der Kunde das Elektroauto auf dem Parkplatz des Supermarktes nachladen kann. Ein Service, der natürlich gerne angenommen wird. Der Betreiber des Supermarktes hat neben der Kundenbindung einen weiteren Vorteil. Durch den Ladevorgang des Autos wird die Verweildauer im eigenen Laden erhöht.

Längere Spaziergänge durch die Regale bedeuten einen praller gefüllten Einkaufswagen und damit mehr Umsatz an der Kasse, oder die Kunden nutzen ein im Markt integriertes Café, das auch Umsatzpotenziale verspricht.

Aldi Süd will 1.500 Stationen bis 2024

Aldi Süd hat rund 100 Stationen in Großstädten mit einer Ladeleistung von 22 kW in Betrieb. Bis Jahresende sollen 200 weitere errichtet sein. Ab 2021 sollen 300 Ladestationen pro Jahr entstehen, so dass bis Ende 2024 die Zahl bei "über 1.500" liegt. Auch DC-Stationen mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt sollen hinzukommen.

Aldi Süd
Aldi Süd
Aldi will jedes Jahr 300 Ladestationen zusätzliche schaffen.

Die Supermarktkette REWE bietet 90 Ladepunkte an aktuell 50 Standorten. Die meisten davon bieten 22 kW Ladeleistung, vereinzelt finden sich auch DC-Säulen mit 50 kW. Das Stromladen bei REWE ist aber nicht unbedingt kostenlos. Der Handelskonzern stellt die Flächen an Betreiber von Ladesäulen zur Verfügung, die Nutzungsmöglichkeiten und Kosten variieren dann je nach Anbieter.

Strom tanken bei Burger King

Burger King will künftig auf den Parkplätzen seiner Schnellrestaurants Ladesäulen installieren. Das Konzept umfasst die Aufstellung einer Komfort-Stromtankstelle pro Restaurant, so genannte Ultra Fast Charger, mit jeweils zwei Ladepunkten, die eine Ladeleistung von 50 bis 150 Kilowattstunden bieten. Die Ladestrom-Anlagen stehen unter einem Glasdach als Witterungsschutz, das durch einen Informations-Monitor ergänzt wird. Die erste Stromtankstelle wurde bereits in Hamburg-Burgdorf freigegeben. Zahlreiche weitere Restaurants sollen folgen. Burger King kooperiert bei seiner Ladeinfrastruktur mit dem Nachhaltigkeits-Investor CUT Power AG. Die errichtet und betreibt die E-Tankstellen gemeinsam mit dem Energiekonzern EnBW. Geladen wird ausschließlich zertifizierter Ökostrom.

Burger King
Burger King
Die erste Stromtankstelle von Burger King wurde in Hamburg-Burgdorf freigegeben

Hornbach plant Ladeinfrastruktur

Die Baumarktgruppe Hornbach hat den Aufbau einer deutschlandweiten Ladeinfrastruktur für Elektroautos angekündigt. Das Projekt wird zusammen mit dem Energieversorger Pfalzwerke vorangetrieben. Rund 100 Baumärkte sollen dabei mit 50-kW-Ladesäulen ausgerüstet werden. Hornbach stellt dabei Parkflächen zur Verfügung, die künftig für das Laden von Elektroautos während des Einkaufs reserviert sind.

Kaufland, Lidl und Edeka

Sämtliche Neubauten der Supermarktketten Kaufland und Lidl bekommen mindestens eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge. Bereits bestehende Filialen bekommen ihre Ladesäulen im Zuge von Modernisierungen. Dies vermeldet die Schwarz-Gruppe aus dem baden-württembergischen Neckarsulm, zu der beide Handelsketten gehören.

Mittelfristig soll somit auf jedem Parkplatz der zirka 3.900 deutschen Kaufland- und Lidl-Märkte eine Ladesäule für Elektroautos stehen. Laut Schwarz-Gruppe betreibt der Konzern dann das größte Elektroauto-Ladenetz im deutschen Einzelhandel. Ziel ist es, dass zwischen zwei Ladesäulen der Handelsketten eine Distanz von weniger als 20 Kilometer liegt. Kaufland betreibt aktuell bereits an 120 Standorten Ladesäulen.

09/2018, Kaufland Ladesäule
Kaufland
Mindestens eine Ladesäule pro Filiale soll bei Kaufland installiert werden.

Die einzelnen Ladepunkte haben verschiedene Leistungsstärken. Schnelles Laden sollen High Power Charger (Typ 2/AC 43 Kilowatt; CCS/DC 50 Kilowatt und CHAdeMO/DC 50 Kilowatt) ermöglichen. Dort können zwei Kunden gleichzeitig kostenlos laden. Der Strom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Teilweise liefern auf den Filialen installierte Photovoltaik-Anlagen ein Teil der Energie. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur fordert die Schwarz-Gruppe von der Politik den Abbau bürokratischer Hürden, die einen schnellen Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur behindern.

Umfrage

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Ist die Reichweite bei Elektroautos wirklich so wichtig?
Nein. Erstens geht Laden immer schneller und zweitens sollte man für lange Fahrten andere Verkehrsmittel nutzen.
Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos für verschiedene Zwecke leisten.

Außerdem arbeitet die Schwarze-Gruppe in Sachen E-Mobilität mit WeShare von Volkswagen zusammen: nachts können die Fahrzeuge der Elektroauto-Carsharing-Flotte an den Ladesäulen des Konzerns laden. Auch vor Edeka-Märkten gibt es Ladestationen.

Elektrotankstelle Ladesäule Lidl
Lidl
Lidl bietet ebenso gratis Strom an.

E-Auto laden bei IKEA

Der Möbelgigant IKEA hat bereits 113 Ladesäulen in Deutschland installiert. Seit Mitte März 2019 kann an allen 53 Einrichtungshäusern in Deutschland mit bis zu 22 kW kostenlos Strom geladen werden. Bei voller Auslastung können so pro Monat 45.000 Elektroautos kostenlos Strom beziehen.

09/2018, Kia Soul EV Ladesäule IKEA
Jochen Knecht
Bei Ikea stehen aktuell 113 Ladesäulen parat.

Fazit

Das Netz zum Laden von Elektroautos wächst stetig. Wenn sich große Supermarktketten am Ausbau des Ladenetztes beteiligen, kann das nur gut sein – zumal so auch die Zahl der Ladesäulen außerhalb von Innenstädten ansteigen dürfte. In Sachen Verkehrswende und Elektromobilität ist dies aber nur ein Anfang – dafür ist eine noch viel dichtere Ladeinfrastruktur nötig.

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