Ineos Grenadier Ineos
Ineos Grenadier
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Hyundai Nexo Wasserstoff Technik Brennstoffzelle
Hyundai Nexo Wasserstoff Technik Brennstoffzelle 11 Bilder

Hyundai und Ineos kooperieren bei Wasserstoff-Technik

Ineos Grenadier mit Brennstoffzelle Hyundai und Ineos kooperieren bei Wasserstoff

Hyundai und Ineos wollen die Wasserstoff-Technik gemeinsam voranbringen. Das soll auch dem Geländewagen-Neuling Grenadier zur Brennstoffzelle verhelfen.

Mit einem "Memorandum of Understanding", zu deutsch einer Absichtserklärung, haben die Unternehmen Ineos und Hyundai am 23. November 2020 die Zusammenarbeit in der Wasserstoff-Technologie vereinbart. Bei Ineos handelt es sich um einen der größten Chemiekonzerne weltweit mit zuletzt nach Eigenangaben rund 61 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.

Der Hyundai-Konzern, neben Toyota im Bereich der Brennstoffzellen-Technik für Pkw weltweit führend, bietet mit dem Nexo derzeit das einzige Brennstoffzellen-SUV aus Serienfertigung an, auch in Deutschland. Nach derzeitigem Stand plant Hyundai, bis 2030 die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Produktion auf 700.000 Einheiten pro Jahr zu erhöhen.

Ineos Grenadier Teaserbilder
Ineos
Der Ineos Grenadier soll dank Hyundai auch mit Brennstoffzellen-Technik fahren.

Die Zusammenarbeit beider Großkonzerne soll sich entsprechend der Expertisen aufteilen: Hyundai bringt das Know-How im Bereich der Brennstoffzellentechnik und deren Umsetzung im Automobilbau ein, Ineos soll sich um die Ausweitung der Wasserstoff-Versorgung kümmern. Ineos hat vor Kurzem ein neues Unternehmen zur Entwicklung und zum Aufbau "grüner" Wasserstoff-Kapazitäten in ganz Europa gegründet. Ineos stellt derzeit nach eigenen Angaben 300.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr her, allerdings momentan hauptsächlich als Nebenprodukt der chemischen Produktion.

Ineos und Hyundai ergänzen sich

Das Ineos-Tochterunternehmen Inovyn ist laut Ineos derzeit größter europäischer Betreiber von Elektrolyseverfahren, um Wasserstoff per Elektrizität herzustellen. Die Elektrolyse spielt bei der nachhaltigen Wasserstoff-Produktion eine wichtige Rolle, weil das Wasserstoffgas damit nicht aus der Verarbeitung fossiler Quellen erzeugt wird, sondern im Idealfall über regenerative Energien wie Wind- oder Solarstrom.

Hyundai Brennstoffzelle
Hyundai
Hyundai bringt die für den Nexo entwickelte Brennstoffzellen-Technik in die Zusammenarbeit ein.

Einen besonderen "Drive" bekommt die Zusammenarbeit jedoch durch eine weitere Tochterfirma der Briten. Ineos-Chef und -Inhaber Jim Ratcliffe hat mit der Gründung von Ineos Automotive einen neuen Autohersteller ins Leben gerufen, der ab 2021 einen Geländewagen im Stil des klassischen Land Rover Defender auf den Markt bringen möchte (in diesem Beitrag erzählen wir alle Details zum kommenden Ineos Grenadier). Durch die Zusammenarbeit mit Hyundai soll beim Grenadier, für den bislang Sechszylinder-Motoren von BMW vorgesehen sind, auch die Möglichkeit entstehen, den Offroader elektrisch mit Strom aus einer wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle anzutreiben.

Der Ineos Grenadier im Video

Diese Entwicklung sieht die Vereinbarung beider Konzerne auch ausdrücklich vor: Die Rede ist von speziellen Versuchsfahrzeugen des Grenadier, in denen das modulare Brennstoffzellen-System von Hyundai zum Einsatz kommen soll. Interessant wird hierbei auch die technische Umsetzung, denn als klassischer Geländewagen setzt der Grenadier auf ein Allrad-Verteilergetriebe und mechanisch angetriebene Starrachsen. Ein Brennstoffzellen-E-Antrieb müsste also am Getriebeeingang ansetzen, um dieses spezifische Merkmal zu erhalten.

Die Entwicklung ist auch vor einem anderen Hintergrund wichtig: Mit der Ankündigung der britischen Regierung, bereits im Jahr 2030 keine Verbrenner-Fahrzeuge mehr zuzulassen, steht Ineos mit dem Grenadier unter Zugzwang, einen alternativen Antrieb anzubieten.

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Fazit

Mit der Zusammenarbeit von Ineos und Hyundai finden zwei echte Schwergewichte zueinander. Dass der geplante Geländewagen Ineos Grenadier eine Hauptrolle bei den Verhandlungen gespielt hat, ist sehr wahrscheinlich. Für Hyundai wiederum ergibt sich die Möglichkeit eines weiteren Verbreitungskanals für die hauseigene Brennstoffzellentechnik – je mehr Stückzahlen, desto günstiger wird die Produktion. Nachdem der Ineos Grenadier im Gegensatz zu Fahrzeugen anderer Hersteller auch nicht im Wettbewerb zu Hyundai-Modellen steht, ist dies für Hyundai eine leichte Entscheidung. Im Gegenzug könnte das Gewicht eines der weltgrößten Chemiekonzerne einen ordentlichen Push beim Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur bringen, die Grundvoraussetzung für den Durchbruch dieser Technologie im Pkw-Massenmarkt.

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