5/2019,EON Elektroauto Laden E.On
Audi E-Tron, exterieur
Tesla Model 3, Exterieur
VW ID.3 Serienversion
Nissan Leaf e+, Exterieur 5 Bilder

Norwegen: E-Autos erstmals in der Mehrheit

Elektromobilität In Norwegen ist jeder zweite Neuwagen ein E-Auto

Das skandinavische Land hat im vergangenen Jahr erstmals mehr Elektro-Fahrzeuge als Pkw mit anderen Antrieben zugelassen. Ein deutscher Hersteller triumphiert dabei ganz besonders.

Ein reines Gewissen gegenüber der Umwelt, reizvolle staatliche Subventionen und über eventuelle Fahrverbote muss man sich keine Gedanken machen: Stromern hat viele Vorteile, und deshalb stellt Deutschland die Weichen auf Elektro. E-Autos kämpfen sich immer mehr aus der Nische.

Allerdings nicht annähernd so rasant wie in Norwegen. Zum Jahreswechsel hat der dortige Straßenverkehrsverband (OFV) in Oslo die Zulassungszahlen der Neuwagen für das Jahr 2020 preisgegeben. Und die sind eine echte Ansage: 54,3 Prozent (!) der insgesamt 141.412 neu angemeldeten Pkw waren Elektroautos – eine solche Quote schafft bisher kein anderes Land der Welt. Im Dezember stieg der Anteil sogar weit über die Hälfte auf 66,7 Prozent.

VW hängt Tesla ab

Am besten verkauften sich in Norwegen die Modelle des Volkswagen-Konzerns, der sogar den Rivalen Tesla übertraf. Die VW-Tochter Audi ließ mit dem e-tron das Model 3 des US-Autobauers hinter sich. Rang drei und vier gehörten VW ID.3 und Nissan Leaf. Das am stärksten gefragte Hybridfahrzeug, der Golf als Plug-in-Version, stammte auch aus dem Hause VW und reihte sich auf Platz fünf ein.

Audi E-Tron, exterieur
Achim Hartmann
So oft wie ihn kauften die Skandinavier im Jahr 2020 kein anderes Modell. Der Audi e-tron ist Norwegens Elektro-König.

Verbrennerfrei bis 2025

Bereits im Jahr 2019 steckten die Norweger alle anderen Länder mit einer E-Auto-Quote von 42,4 Prozent locker in die Tasche. "Das ist eine sehr positive Entwicklung und Grund zur Zufriedenheit, aber wir hatten einen Marktanteil von 50 Prozent erhofft." So äußerte sich damals Christina Bu vom E-Auto-Verband Norwegen (Norwegian Electric Vehicle Association). Bezogen auf das Jahr 2020 heißt das: Ziel erreicht. Aber nur fürs Erste. Bis 2025 nimmt sich das skandinavische Land vor, gar keine Verbrenner mehr neu zuzulassen.

Mit Subventionen zum Wandel

Warum ein Automarkt ohne Verbrenner in Norwegen selbst in so kurzer Zeit realistisch ist? Weil die dortige Politik den Autofahrern das Stromern stärker schmackhaft macht als andere Länder. Bereits früh lockte die Regierung mit reizvollen Subventionen – deutlich umfangreichere als beispielsweise in Deutschland. Elektrische Fahrzeuge sind quasi komplett von der Steuer befreit. So halten E-Autos bei den Kosten mit Benzin- und Dieselfahrzeugen mit. Zudem entfallen sowohl Maut- als auch städtische Parkgebühren, und Busspuren darf der E-Autofahrer auch mitbenutzen. Übrigens: Den Ladestrom gewinnen die Norweger fast ausschließlich durch Wasserkraft.

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Ab 2025.
Nicht vor 2040.

Fazit

Während in Norwegen im vergangenen Jahr jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug ein E-Auto war, betrug der Anteil in Deutschland nur 12,6 Prozent. Das geht aus den Angaben des Center of Automotive Management (CAM) hervor. Dessen Prognose für 2025: eine 27-prozentige Quote verkaufter E-Autos. Ob die Branche das hierzulande schafft, wird ähnlich spannend wie die Frage, ob Norwegen seine 100 Prozent voll bekommt.

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