BMW M5 CS Tom Kirkpatrick
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Warum darf der BMW M5 CS gelbe Scheinwerfer haben?

Der BMW M5 CS und der §50 der StVZO Sind die gelben Scheinwerfer im Top-M5 erlaubt?

Die Vorschriften sind eindeutig: Autos dürfen die Straße nur mit weißem Licht anstrahlen. Die Scheinwerfer des M5 CS sind gelb. Wie kann das legal sein?

Beim Erstkontakt mit dem neuen BMW M5 CS, der Extremversion der supersportlichen Businesslimousine aus München, kommt beim Blick auf die Scheinwerfer unwillkürlich der Gedanke an einen der skurrilsten Filmdialoge aller Zeiten auf. Frei nach Sylvester Stallones Rambo (III) könnte die Frage mit Blick auf die eingeschalteten Scheinwerfer mit den gelben, L-förmigen Leuchttuben sein:

"Was ist das?"

Antwort: "Das ist gelbes Licht."

Frage: "Und was macht es?"

Antwort: "Es leuchtet gelb."

In Frankreich war gelbes Licht Vorschrift

So läuft der Dialog mit BMW natürlich nicht ab, aber die Frage nach dem gelben Licht ist berechtigt. Zunächst mal: Warum haben die Münchner ausgerechnet dem 5er mit der Niere in Goldbronze gelbe Schweinwerfer spendiert? Eine Reminiszenz an die Vergangenheit? Wikipedia weiß: "Historisch waren gelbe Scheinwerfer einschließlich gelber Tagfahrlichter insbesondere in Schweden anzutreffen, um Fahrzeuge im Dämmerlicht des Winters besser abzuheben. In Frankreich war gelbliches Licht bis 1993 sogar verpflichtend, und zwar nicht nur für Nebelscheinwerfer, sondern für die gesamte Frontbeleuchtung". Klingt eher so, als wären gelbe Scheinwerfer was für Modelle von Volvo oder Peugeot – oder den Retro-Elektro-R5 von Renault.

Aber die BMW M GmbH bezieht sich auf den Motorsport: Die L-förmigen Leuchttuben der Laser-Scheinwerfer, die nicht nur beim Entriegeln per Fernbedienung, sondern auch bei eingeschaltetem Abblend- und Fernlicht gelb statt weiß strahlen, sollen an erfolgreiche GT-Rennwagen erinnern. Bei einem 635-PS-Boliden, der auf den Kopfstützen den Streckenverlauf der Nordschleife des Nürburgrings eingraviert hat, ein legitimer Brückenschlag – die Konkurrenz nickt anerkennend: Marc Lichte beispielsweise, Designchef von Audi, wo man Erfahrung mit innovativen Lichtkonzepten hat, findet’s "cool".

Wie schafft der BMW M5 CS die Zulassung?

Bleibt noch die Eingangs-Frage: Wieso ist das zulassungsfähig? Eine Frage, auf die uns ein interessierter Leser aufmerksam gemacht hat. In der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) heißt es im Paragraph 50: "(1) Für die Beleuchtung der Fahrbahn darf nur weißes Licht verwendet werden.", während in der Pressemappe zum M5 CS, der serienmäßig mit Laser-Scheinwerfern ausgestattet ist, steht, die L-förmigen, schmal auf die Niere zulaufenden Leuchttuben würden Farbe bekennen. "Leuchten sie noch als Tagfahrlicht und als Positionsleuchten im gewohnten Weiß, schalten sie bei der Nutzung des Abblend- und des Fernlichts auf einen markanten gelben Farbton um. Diese Farbvariante kann der Fahrer eines BMW M5 CS auch selbst erleben, wenn ihn sein Fahrzeug beim Öffnen aus der Ferne mit dem Welcome Light begrüßt".

BMW M5 CS Scheinwerfer
BMW
Wann die Tagfahrleuchten gelb, wann sie weiß leuchten.

Was wie ein Widerspruch zur StVZO wirkt, ist genau der Grund, warum die gelben "Tuben" legal sind: Sie strahlen nur dann gelb, wenn sie die Fahrbahn nicht beleuchten. Fungieren sie als Tagfahrlicht, leuchten sie kaltweiß. Diese Funktion dient aber eben nicht der Ausleuchtung der Fahrbahn, sondern verbessert die Erkennbarkeit für den Gegenverkehr bei Tag. Aktiviert die Lichtautomatik in der Dämmerung das Abblendlicht, verändert sich die Lichtfarbe der Tuben zu Gelb. Mit eingeschaltetem Abblend- oder Fernlicht übernimmt der Laser des Scheinwerfers die Beleuchtung der Straße und die gelben Röhren illuminieren dann nur mehr die Scheinwerfer selbst.

Obwohl der M5 CS in der Dunkelheit für den Gegenverkehr gelb leuchtet, wird die Straße für den Fahrer wie gewohnt mit weißem Licht ausgeleuchtet. Spätestens seit es Tagfahrlicht gibt, bestehen Scheinwerfer aus mehreren Funktionsgruppen und Leuchtmitteln. Letztere sind inzwischen auch niedrigeren Fahrzeugklassen meist LED. Sie bilden übrigens ergänzt von der separaten Laser-Lichtquelle, auch die Basis-Lichtquelle des Laserscheinwerfers, der sich ab 60 km/h zuschaltet; dessen enorme Reichweite (600 Meter) rührt von der Bündelung im Linsen- und Spiegelsystem. LED stecken auch hinter dem Licht der Tagfahrleuchten. Die Farb-Umschaltung ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher LED-Typen hinter den Tuben, die als Lichtleitsystem fungieren.

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) sagt zum "hellgelbe LED-Streifen": "Die Farbe (...) liegt im zulässigen Farbbereich eines Nebelscheinwerfers. Im eingeschalteten Zustand des Abblendlichts oder des Fernlichts ist dieser LED-Streifen bei der Farbortmessung nicht messbar, hat somit keinen Einfluss auf die vorgegeben und vorgeschriebene weiße Lichtfarbe. Andere Betriebsstellungen, in denen nur der gelbe LED-Streifen einschalt- und sichtbar ist, sind nicht vorgesehen."

Umfrage

12980 Mal abgestimmt
Die manchmal gelb strahlenden Tagfahrleuchten beim M5 CS ...
... sind unnötig und hätte ich lieber in Weiß.
... finde ich ein gelungenes Unterscheidungsmerkmal, das keine Nachteile hat - und kein anderer Hersteller.

Fazit

Der BMW M5 CS leuchtet gelb. Spielerei? Auf jeden Fall. Aber für die Fans hat BMW damit clever und ohne viel Aufwand ein auffälliges Erkennungsmerkmal geschaffen. Die Motorsportfarbe gelb hat die Marke damit schon mal gepachtet – es sei denn, die Konkurrenz springt über ihren Schatten und sagt: Motorsport-Bezug haben wir auch. Beim nächsten CS-Modell darf man das gelbe Licht als gesetzt betrachten.

Aber vielleicht kommt das Bunt-Licht-Feature auch noch bei anderen BMWs? Blau für BMW i? Das würde besser zum Original-Dialog mit Sylvester Stallone passen – und zu den Farben des BMW-Logos.

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