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CES 2021: BMW teasert neues I-Drive in Video an

Neues BMW-Bediensystem Ein bisschen Abschied vom I-Drive

CES 2021

BMW entwickelte vor fast 20 Jahren mit dem iDrive-Controller auf der Mittelkonsole den Quasi-Branchenstandart in Sachen Bedienung. Jetzt nimmt BMW Abschied – wenn auch auf Raten.

Es mag sich gruselig anfühlen, wenn eine Maschine uns mit den Worten begrüßt: "Ich kenne dich und deine persönlichen Vorlieben. Ich ahne deine Bedürfnisse voraus und achte auf dich!" Aber genau so stellt sich der neue Intelligent Personal Assistant (IPA) im Video der Weltpremiere vor. Der neue Assistent kommt mit dem neuen OS 8.0-Betriebssystem, der neuen iDrive-Steuerung sowie der verstärkten Personalisierung durch die BMW ID – und jeder Menge Rechenleistung im Rücken.

I-Drive-Controller wird Schmuckstück

Die ersten Bilder zeigen, dass BMW künftig auf eine deutlich reduzierte Bedienstruktur setzt. Der I-Drive-Controller wird zu einer kristallinen Skulptur, einem besseren Schmuckstück degradiert, während Touchdisplays und der Sprachassistent ins Zentrum der Bedienung rücken. So wird künftig etwa auf die Hälfte der Knöpfe verzichtet, sodass für manchen lieb gewonnene Relikte wie die Radiostationstasten oder die Knöpfe für die Klimasteuerung künftig komplett aus dem Angebot verschwinden werden. Sämtliche Funktionalitäten ließen sich aber auch prima über den Touchscreen ansteuern, versichert Frank Weber, Entwicklungsvorstand bei BMW. Der kommt im iX sogar als Curved Dispaly und auf eine beachtliche Größe von 14,9 Zoll und ist mit 200 ppi Bildpunktdichte fast so scharf wie die ein I-Pad der dritten oder vierten Generation. Das mag antiquiert klingen. Die meisten 4K-Screens haben in der Regel aber nur rund 100 ppi.

Passend dazu hat BMW auch das gesamte Design überarbeitet. Klarer, übersichtlicher und noch besser soll es sein. Auf den ersten Eindruck wird es aber vor allem bunter und setzt damit auch den Schritt fort, den BMW schon mit einem der vergangenen OS7-Updates eingeschlagen hat, bei dem sie dem schlicht und hauptsächlich in Schwarz- und Grautönen gehalten Design mehr Farbe und Lebendigkeit gegönnt haben. Neben dem neuen Anstrich wurde auch die Menüstruktur angepasst, wobei sich die wesentlichen Funktionen, wie Navigation, Multimedia-Steuerung oder die Telefonapplikation weiterhin in großen, kachelartigen Fenstern darstellen und die wichtigsten Infos schon im Hauptmenü preisgeben.

01/2021, BMW iDrive Generation 2021
BMW Group
Der iDrive-Controller navigiert durch die Menüs eines gekrümmten Widesceens.

Klar abgegrenzte Displays

Neu ist dagegen die noch klarere Abgrenzung zwischen den einzelnen Displays. Nach der von BMW "Act, Locate und Inform"-Prinzip getauften Struktur, werden im Head-up-Display alle Informationen gezeigt, die konkrete Handlungshinweise für den Fahrer enthalten, wie etwa Fahrspurempfehlungen oder Distanzen zur Kreuzung. Das Cockpit-Display (12,3 Zoll mit 200ppi) hinter dem Lenkrad soll dagegen vorrangig Informationen zur Orientierung bereithalten, wie etwa einen detaillierteren Kartenausschnitt der Umgebung, während das große Curved-Display in der Mitte Fahrer und Beifahrer einen Gesamtüberblick verschaffen soll, indem dort etwa eine große Kartenansicht gezeigt wird. Außerdem will BMW mit den "My Modes" für noch mehr Individualisierung und Personalisierung sorgen, indem etwa Lieblingsradiosender, Navigationsrouten, Ambientebeleuchtungen und Auswahl der Displaydesigns auf die persönlichen Bedürfnisse des Fahrers angepasst und vorgeschlagen werden.

Maximal 20 Minuten fürs Update

Neben all diesen "weichen Faktoren" hat Frank Weber aber auch einige harte Fakten und gehaltvolle Ankündigungen im Gepäck. So will man durch die Einführung von OS 8.0 bis zum Jahresende mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge auf die Straße bringen, die Remote-Software-Upgrade-fähig sind, also über das mobile Internet neue Fahrzeugsoftware, Funktionen und Dienste laden können – und das in maximal 20 Minuten, selbst für Updates des gesamten Systems.

30 Gigabit pro Sekunde

Damit das reibungslos läuft, setzt BMW auf komplett neue Hochleistungsrechner. Wie viele es heute sind, wollte Weber aber nicht verraten und sprach von "nur noch einer Hand voll". Zum Vergleich: Noch vor wenigen Jahren kamen im 7er knapp 90 Steuergeräte zum Einsatz. Vernetzt sind sie alle per Gigabit-Datenleitung, die eine Übertragungsrate von bis zu 30 Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Zur Veranschaulichung: In etwas mehr als einer Sekunde kann der iX so etwa das Datenvolumen einer ganzen DVD übertragen. Im Pkw-Bereich ist das gigantisch, bislang waren es noch 1 bis 1,5 Gigabit pro Sekunde.

Diese Leistung ist wohl auch zwingend notwendig. Denn um alle Stärken auszuspielen zu können, müssen sämtliche Geräte miteinander vernetzt sein. Das gilt natürlich auch für die Sensoren im Auto. Insgesamt arbeiten im iX bis zu 40 Fahrerassistenzsensoren, deren Daten im Fahrzeug, aber auch in der Cloud von BMW verarbeitet werden sollen. Die damit entstehende Schwarmintelligenz kommt dann allen aktuell rund 14 Millionen BMW-Fahrern mit Connected-Drive-Systemen zu Gute und versorgt die Fahrer in Echtzeit etwa mit Verkehrsinformationen. Für ausreichend Bandbreite sorgen beim BMW iX gleich vier 5G-Antennen.

Neue Funktechnik

In Sachen Vernetzung ist das aber nicht alles. Ab dem iX, der zum Jahresende zu den Kunden rollen soll, setzt BMW bei den Fahrzeugschlüsseln auf UWB-Funktechnik (Ultrawideband). Mithilfe dieser Technik sind nicht nur die bekannten Relais-Attacken nicht mehr möglich, bei denen Fahrzeugdiebe die Reichweite der Keyless-Go-Schlüssel künstlich verlängerten um Autos zu stehlen. Die Position des Schlüssels kann auf wenige Zentimeter genau bestimmt werden. Auf diesem Weg etabliert BMW ein ganz neues Welcome-Szenario, dass den Autofahrer schon von weitem erkennt. Bei drei Metern Entfernung wird dann gezielt die Fahrertür geöffnet und bereits die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone gestartet und die Voreinstellungen anhand der BMW ID vorgenommen, damit etwaige Telefonate unterbrechungsfrei direkt beim Einsteigen über die Freisprecheinrichtung fortgeführt werden können.

Das beste daran: Die UWB-Technik beschränkt sich nicht nur auf den Schlüssel. Auch Smartphones und Smartwatches wie die aktuelle I-Phone-Generation mit dem U1-Chip oder das Samsung S21 haben bereits UWB-Chips verbaut und können so als Fahrzeugschlüssel fungieren – und geteilt werden.

Fazit

Die Maschine – oder viel mehr die Software – lernt Sie wirklich besser kennen und wird früher oder später auch sehr gut wissen was sie zu tun gedenken. Gruselig ist das aber gar nicht. Sondern viel mehr die logische Fortsetzung dessen, womit BMW 2018 mit der Einführung von des OS7-Betriebssystems beim X5 begonnen hat – und vor allem ein Schritt zu mehr Komfort.

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