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Ziffern und Zeichen auf Reifen: Darauf müssen Sie achten

Ziffern und Zeichen auf Reifen Das verrät die Reifen-Aufschrift

Auf Reifen finden sich zahlreiche Ziffern und Zeichen. Manche sind bei Nichtbeachtung auch Bußgeld-relevant. Wir erklären, worauf Sie unbedingt achten müssen.

Reifen sehen erstmal alle gleich aus – schwarz und rund. Doch natürlich unterscheiden sich die Gummis in vielerlei Hinsicht und nicht zuletzt die aufgeprägten Kennzeichnungen geben Aufschluss über die spezifischen Eigenschaften eines Reifens. Ein genauer Blick ist nicht nur die dringende Empfehlung, sondern ein Muss – schließlich gilt es, die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten und drohende Bußgelder zu vermeiden. Worauf Sie achten müssen und warum das gerade bei den beliebten SUV oder modernen Elektroautos wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Angaben zur Größe

Die Bezeichnung der Reifengröße setzt sich aus einer dreistelligen und einer zweistelligen Ziffer zusammen. Nehmen wir als Beispiel die Werte aus dem Titelbild dieses Artikels (245/40). Die erste Zahl beschreibt die Breite des unbelasteten Reifens an seiner breitesten Stelle in Millimetern. Hier also 245 Millimeter. Die zweite Zahl gibt Auskunft über die Höhe des Reifens, allerdings nicht in der gleichen Maßeinheit, sondern im prozentualen Verhältnis zur Breite. Hier also 40 Prozent von 245 Millimetern, sprich: 98 Millimeter.

In der Zulassungsbescheinigung Teil I, die 2005 den alten Fahrzeugschein abgelöst hat, sind nicht mehr alle erlaubten Reifengrößen, sondern nur noch eine geeignete Reifengröße für das Fahrzeugmodell vermerkt. Wer auf eine andere Reifengröße umsteigen möchte, muss sich daher mithilfe des Serienreifenkatalogs des jeweiligen Herstellers darüber informieren, welche Größen für das Modell zugelassen sind. Schauen Sie aber auch unter Punkt 22 (Bemerkungen und Ausnahmen) in der Zulassungsbescheinigung Teil I nach, ob es vorgeschriebene Einschränkungen wie zum Beispiel eine Herstellerbindung gibt.

Ford Fiesta ST Edition, Exterieur
Achim Hartmann
Die Angaben zur Reifengröße setzen sich aus der Breite in Millimetern und der Höhe im Verhältnis zur Breite zusammen.

Angaben zur Traglast

Die Autos im Straßenverkehr werden immer schwerer. Auch wenn viele Hersteller auf Leichtbaumaßnahmen setzen, sorgen umfangreiche Ausstattung, komplexe Technik oder Akkus bei Elektrofahrzeugen für ordentlich Extra-Kilos. Klar, dass nicht jeder Reifen dazu in der Lage ist, unendlich viel Gewicht zu stemmen. Was maximal geht, zeigt der Tragfähigkeitsindex auf der Reifenflanke, der gewöhnlich mit dem Speedindex gekoppelt ist (dazu kommen wir weiter unten).

Die Skala gilt für alle Reifen, vom Moped bis zur Baumaschine und reicht von 19 bis 204. Jeder Zahl in dieser Tabelle ist ein Höchstgewicht zugeordnet, das der einzelne Reifen maximal tragen darf. Bei der Angabe "19" wären es 77,5 kg, bei "204" stolze 16.000 kg. Für Pkw sind freilich die Werte in der Mitte der Skala relevant, üblicherweise jene zwischen 80 und 120. Dabei ist entscheidend, dass der tabellarische Wert nur dann gilt, wenn der korrekte Luftdruck eingestellt ist. Die Traglast sinkt mit einem zu niedrigen Reifendruck. Auch Faktoren wie das Alter des Reifens haben Einfluss auf seine Belastbarkeit.

Faustregel ist hier: Eine höhere Traglast als mindestens notwendig, dürfen Sie natürlich immer fahren. Das Minimum finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Zeilen 15.1 und 15.2 oder Sie nehmen die Hälfte der maximalen Achslast, die Sie in den Feldern 7.1 – 7.3 finden. Übrigens: Auch für sportliche Fahrer lohnt es sich, einen Reifen mit hohem Lastindex zu fahren, denn damit sind Sie kurvenstabiler unterwegs. Wer jedoch Pneus mit einer zu geringen Traglast aufzieht, riskiert neben der eigenen Sicherheit ein Bußgeld, die Stilllegung des Fahrzeugs und Punkte in Flensburg.

Tragfähigkeitsindex auf Autoreifen

Lastindex Last je Reifen (kg)
76 400
84 500
88 560
90 600
93 650
96 710
98 750
100 800
102 850
105 925
108 1000
113 1150
120 1400

Angaben zur Höchstgeschwindigkeit

Der Bugatti Veyron schafft maximal 408 km/h. Allerdings hält das Hypercar dieses irre Tempo nur zwölf lMinuten lang durch, weil dann der Tank leer ist. Gut so, denn nach 14 Minuten würden sich die Reifen verabschieden. Für den Alltag des Otto-Normal-Fahrers spielen derlei Höhenflüge glücklicherweise keine Rolle, doch übertragen gilt auch im Straßenverkehr: je schneller die Fahrt, desto größer die Belastung für den Reifen. Zusammen mit dem Traglastindex ist der Speedindex maßgeblich für den Preis eines Reifens verantwortlich. Je belastbarer, desto teurer.

Der Indexwert ist auf der Reifenflanke jener Buchstabe, der üblicherweise neben dem Lastindex steht. Im Beispiel unseres Titelbildes also das "Y" hinter der "97". Die Skala beginnt bei A1 und beschreibt hier eine maximal zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 5 km/h. Weil Sie aber nicht mit einer Schubkarre über die Autobahn fahren, wird es wohl frühestens ab "F" interessant. Die Mindestanforderung an ein Fahrzeug ergibt sich aus der Formel (Höchstgeschwindigkeit + 6,5 km/h) + (0,01 x Höchstgeschwindigkeit). Für ein Auto mit einer Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ergibt das 198,4 – was mindestens einen Reifen mit "U"-Kennzeichnung erfordert. Die Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld T.

Geschwindigkeitsindex auf Autoreifen

Bezeichnung auf dem Reifen Zulässige Vmax
F 80 km/h
G 90 km/h
J 100 km/h
M 130 km/h
Q 160 km/h
S 180 km/h
U 200 km/h
H 210 km/h
V 240 km/h
VR > 210 km/h
W 270 km/h
ZR > 240 km/h
Y 300 km/h

Angaben zum Alter

Was das Alter der Reifen betrifft, so sind insbesondere Gebrauchtwagenkäufer zur Vorsicht aufgerufen. Ein reiner Optik-Check verrät nicht zwangsläufig, ob das Gummi bereits spröde ist. Grundsätzlich gilt: Nach spätestens zehn Jahren gehört ein Pneu ausgemustert. Schließlich hat ein hohes Alter, wie bereits oben erwähnt, auch negative Auswirkungen auf die Tragfähigkeit – vor allem in Kombination mit hohen Geschwindigkeiten. Das muss man dem Gummi nicht unbedingt ansehen können.

Um das Alter eines Reifens zu bestimmen, ist die DOT-Nummer entscheidend (DOT = Department of Transportation). Dabei handelt es sich um eine vierstellige Ziffer, deren erste beiden Zahlen die Kalenderwoche und die letzten beiden Zahlen das Jahr der Auslieferung bestimmen. Also wurde ein Reifen mit der DOT-Nummer 2319 beispielsweise in der KW 23 des Jahres 2019 an den Händler geliefert.

Reifen Alter DOT-Nummer
MRD
An der DOT-Nummer lässt sich das Alter eines Reifens ablesen. Dieser hier wurde in der Kalenderwoche 25 des Jahres 2015 ausgeliefert.

Angaben zu Aufbau und Felgen

Hinter der Reifengröße ist eine weitere Zahlen-Buchstaben-Kombination zu sehen. Meistens handelt es sich dabei um ein R gefolgt von einer zweistelligen Ziffer. Das "R" beschreibt dabei den Aufbau des Reifen-Unterbaus. Also den Teil des Reifens, der von außen nicht sichtbar unter dem aufgebrachten Profilband liegt. "R" steht dabei für "Radial". Die Karkass-Fäden verlaufen in dem Fall in einem rechten Winkel zur Fahrtrichtung. Die Karkasse, also der Reifen-Unterbau, besteht aus einem Stahl-Misch-Gewebe, das als Festigkeitsträger unter dem Profil eingearbeitet ist. Steht auf dem Reifen ein "D", verlaufen die Fäden des Unterbaus diagonal zur Fahrbahn.

Die letzte Ziffer ist schnell erklärt: Sie beschreibt den passenden Felgen-Durchmesser in Zoll. Steht auf der Flanke also beispielsweise "R18", passt Ihr Radial-Reifen auf 18 Zoll große Felgen.

TechnikProfi_2016_22_01_1
Continental,Degussa, Goodyear, Michelin, Pütz, Scholz (13), Fleck, Uniroyal
Ein guter Reifen sorgt bei jeglicher Witterung für kurze Bremswege - er muss allerdings auch zu den fahrzeugspezifischen Daten passen.

Qualitätsmerkmale

Reifen haben viele wichtige Aufgaben. Allem voran gilt es, einen möglichst kurzen Bremsweg bei jeglichen Witterungsbedingungen zu gewährleisten. Um hier für mehr Sicherheit zu sorgen, wechselt man übrigens auch von Sommer- auf Winterbereifung und umgekehrt. Während Sommerreifen über Profilstreifen mit groben Einschnitten zur besseren Wasserverdrängung verfügen, sind Winterreifen mit weicheren Profilstreifen versehen, die sich dank zahlreicher kleiner Einschnitte (Lamellen) besser in Matsch, Eis und Schnee verzahnen.

Zudem haben die Reifen über ihren Rollwiderstand einen Einfluss auf den Spritverbrauch und über die Abrollgeräusche auf den akustischen Komfort. Letzteres kommt besonders bei Elektroautos zum Tragen, da diese kein Motorengeräusch verursachen, das zur Übertönung dient. Sie erkennen sicherlich: In der Summe lohnt es sich, zu einem hochwertigen Reifen zu greifen. Bei einem Unfall gewinnt schließlich weder die Gesundheit, noch der Geldbeutel. Weitere hilfreiche Informationen, Tipps und Wissenswertes rund um das Thema Reifen finden Sie in unserer Fotoshow oben im Artikel.

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Fazit

Die Kennzeichnungen auf der Reifenflanke geben Auskunft über die Dimensionen, das Alter und die Belastungsgrenzen eines Reifens. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, sollten Sie sich mit diesen Angaben auseinandersetzen – etwa bevor Sie einen Gebrauchtwagen kaufen oder eben neue Pneus.

Verkehr Reifen Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtert sich die Haftung. Wann ein neuer Reifen her muss Minimale Profiltiefe und maximales Alter

Egal ob Sommer- oder Winterreifen: Pneus mit einer zu geringen Profiltiefe...

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