Schweizer Elektroauto aus Deutschland

Artega baut ab 2019 Microlino

Microlino (2018) Foto: Microlino 19 Bilder

Micro aus der Schweiz, Hersteller von Kickboards und Rollern, verkauft ein Elektroauto, das aussieht wie die Isetta von Iso und BMW. Gebaut wird das E-Auto Microlino in Deutschland. Und wir saßen schon drin!

Die Schweizer Firma Micro, Produzent von Tretrollern für Erwachsene, will Anfang 2018 mit der Produktion eines Elektro-Kleinwagens beginnen. Der Microlino ähnelt optisch einer BMW Isetta. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass der Microlino nicht bei Tazzari in Italien, sondern ab Januar 2019 bei Artega in Deutschland gebaut wird. Artega investiert in die Produktion etwa drei Millionen Euro, 50 Arbeitsplätze sollen entstehen. Pro Jahr sollen in Delbrück jährlich 8.000 Fahrzeuge gefertigt werden.

Prototyp 2016 in Genf

Ganz neu ist der Microlino nicht, Micro hatte 2016 einen Prototypen auf dem Genfer Autosalon gezeigt und nach eigenen Angaben 500 Reservierungen erhalten. Bei der Entwicklung kooperierte Micro mit der Fachhochschule ZHAW und Designwerk. Zunächst hatte Micro sogar eine alte Isetta elektrifiziert.

Preise ab rund 12.000 Euro

Inzwischen sollen rund 10.000 Reservierungen eingegangen sein, die Produktion sollte zunächst im Frühjahr 2018 starten. Jetzt sollen Anfang 2019 die ersten Microlino ausgeliefert werden, nach Deutschland kommt das Elektroauto Mitte 2019. Der Vertrieb startet zunächst in der Schweiz. Die Basisversion soll rund 12.000 Euro kosten.

450 kg leichter Zweisitzer

Der Microlino ist 2,40 Meter lang und wiegt ohne Batterie 450 Kilogramm. Er ist als L7e eingestuft und muss darum keine Crashtests bestehen. Laut Hersteller besteht er trotzdem einen Crashtest mit 50 km/h. Anders als die Original-Isetta hat der Microlino eine Heckklappe. Dahinter ist Platz für einen 300 Liter großen Kofferraum. Der Zweisitzer hat einen 15 kW starken Motor mit 110 Nm Drehmoment. In fünf Sekunden soll er aus dem Stand auf 50 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h begrenzt.

120 bis 215 km Reichweite

Zwei Batteriegrößen gibt es: Die kleine Variante mit 8 kWh kommt 120 Kilometer weit und lädt mit Typ-2-Stecker in einer Stunde von null auf 80 Prozent. Mit dem größeren 14,4-kWh-Akku kommt der Microlino bis zu 215 km weit. Je nach Anschluss lädt der Akku in zwei bis sechs Stunden von leer auf 80 Prozent.

Sitzprobe: Platz für zwei Personen

Der Einstieg in den zweisitzigen Microlino gelingt durch die weit öffnende Tür an der Front überraschend problemlos. So, als ob es ganz normal und alltäglich war, ein Auto von vorne zu entern.

In der modernen Kugel kauert selbst der 1,92 Meter große Autor dieser Zeilen einigermaßen kommod, zumindest Kurzstrecken lassen sich auch zu zweit auf der überraschend bequemen Sitzbank abreißen. Die wenigen Bedienelemente sind in der Fronttür eingelassen, die Pedale stehend aufgrund des engen Baumraums aber für große Menschen recht nah. Stark angewinkelte Knie sind die Folge.

300 Liter Kofferraumvolumen

Hier kommt einem dann auch in den Sinn, dass für die Klasse der Leichtkraftfahrzeuge, zu denen u.a. auch der Renault Twizy zählt, weniger strenge Crashvorschriften gelten. In den Kofferraum hinter der Sitzbank sollen immerhin 300 Liter Gepäck passen, genug für einen Kurztrip oder den Einkauf im Supermarkt.

Das große Faltdach lässt viel Luft und Licht in den Innenraum und die Übersicht ist aufgrund der großen Glasflächen phänomenal. Wir wären bereit für eine Probefahrt, liebe Schweizer Elektroautobauer!

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