Microlino (2018) Microlino

Microlino ab Herbst 2019 in Deutschland

Ärger mit Artega, Verkaufsstart verlegt

Der Microlino kommt erneut später. Der Grund ist Ärger mit dem neuen Produktionspartner Artega. Trotzdem soll der Elektro-Kleinstwagen im Herbst 2019 in Deutschland starten. Wir saßen schon drin.

Die Schweizer Firma Micro, Produzent von Tretrollern für Erwachsene, wollte Anfang 2019 mit der Produktion eines Elektro-Kleinwagens beginnen. Der Microlino ähnelt optisch einer BMW Isetta. Nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass der Microlino nicht bei Tazzari in Italien, sondern bei Artega in Deutschland gebaut wird, gibt es nun Ärger wegen der Qualität; Microlino nennt Uneinigkeiten mit Artega-Geschäftsführer Klaus Frers als Grund für die erneute Verschiebung des Auslieferungsstarts.

Microlino ab Herbst 2019 in Deutschland

Die ersten Autos sollten im April 2019 in der Schweiz ausgeliefert werden. Daraus wurde nichts. Am Marktstart für Deutschland im Herbst 2019 hält Microlino jedoch fest. „Wir hoffen und planen immer noch im Herbst in Deutschland starten zu können.“, erklärt Oliver Ouboter. Der Microlino-Produktionspartner TMI wurde im November 2018 von Artega übernommen und die Produktion von Italien nach Deutschland verlegt. „Obschon wir den Verkauf von TMI nicht verhindern konnten und anfänglich versuchten, dies als Chance zu sehen, sind wir uns nun in diversen Punkten mit dem neuen Besitzer Klaus Frers uneinig. Zudem ging viel Know-How verloren, da kein Einziger der ehemaligen Mitarbeiter und Manager mehr bei TMI tätig ist “, sagt Wim Ouboter.

Konfiguration ab Mai möglich

Microlino (2018)
Microlino
Im Dezember gab Microlino bekannt, dass Artega die Produktion von Tazzari übernimmt. Von links: Marco Batillani (Tazzari), Erik Tazzari (Tazzari), Klaus Frers (Artega), Wim Ouboter (Microlino), Oliver Ouboter (Microlino), Merlin Ouboter (Microlino).

Artega investiert in die Produktion etwa drei Millionen Euro, 50 Arbeitsplätze sollen entstehen. Pro Jahr sollen in Delbrück jährlich 8.000 Fahrzeuge gefertigt werden. Nach bisheriger Planung sollte 2021 das erste Jahr sein, in dem tatsächlich 8.000 Microlino aus der Halle rollen. Der Umzug der Produktion von Italien nach Deutschland und die Übergabe von Tazzari zu Artega hätten den Start der Produktion verzögert, wie Microlino-COO Oliver Ouboter erklärt. Nach der ursprünglichen Planung hätte die Produktion Anfang 2018 beginnen sollen, dann solten im Januar 2019 die ersten Microlino in Delbrück entstehen. Jetzt geht es um „letzte Anpassungen am Fahrzeug“, sagt Ouboter und ergänzt: „Die letzten paar Prozent sind die schwersten.“ Die Nachfrage ist da: Bisher gibt es über 15.000 Reservierungen. Wer bisher einen Microlino reserviert hat, muss noch keine Anzahlung leisten. Im Mai soll der Konfigurator online gehen. Vorbesteller bekommen dann einen Prioritätscode.

Einstiegspreis 12.000 Euro

Microlino (2018)
Microlino
Im April 2019 soll der erste Microlino ausgeliefert werden.

Den Einstiegspreis gibt Microlino mit „rund 12.000 Euro“ an. Zunächst wird das Kleinstauto jedoch ab April 2019 in Zürich verkauft, dort wird es einen eigenen Showroom geben. Den Service übernimmt in der Schweiz an 75 Standorten Bosch – das ist auch für Deutschland geplant. Den ersten deutschen Showromm soll es in der neuen Motorworld in München geben. Anschließend sollen mit Hamburg und Berlin weitere Städte dazukommen. Das Vertriebskonzept vergleicht Ouboter mit Tesla: Der Kunde kann zu einem Probefahrttermin in den Store kommen und offene Fragen klären, kann das Auto dann aber zuhause online konfigurieren. Jeder Microlino wird einen Micro-Scooter im Kofferraum haben. Die ersten 500 Autos werden einer nummerierten „Pionier-Edition“ angehören, die besondere Design-Features und eine Sonder-Edition des Scooters enthält.

02/2018, Spielwarenmesse 2018
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Prototyp 2016 in Genf

Ganz neu ist der Microlino nicht, der Scooter- und Kickboard-Hersteller-Micro hatte 2016 einen Prototypen auf dem Genfer Autosalon gezeigt und nach eigenen Angaben 500 Reservierungen erhalten. Bei der Entwicklung kooperierte Micro mit der Fachhochschule ZHAW und Designwerk. Zunächst hatte Micro sogar eine alte Isetta elektrifiziert.

450 kg leichter Zweisitzer

Der Microlino ist 2,40 Meter lang und wiegt ohne Batterie 450 Kilogramm. Er ist als L7e eingestuft und muss darum keine Crashtests bestehen. Laut Hersteller besteht er trotzdem einen Crashtest mit 50 km/h. Anders als die Original-Isetta hat der Microlino eine Heckklappe. Dahinter ist Platz für einen 300 Liter großen Kofferraum. Der Zweisitzer hat einen 15 kW starken Motor mit 110 Nm Drehmoment. In fünf Sekunden soll er aus dem Stand auf 50 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h begrenzt.

120 bis 215 km Reichweite

Zwei Batteriegrößen gibt es: Die kleine Variante mit 8 kWh kommt 120 Kilometer weit und lädt mit Typ-2-Stecker in einer Stunde von null auf 80 Prozent. Mit dem größeren 14,4-kWh-Akku kommt der Microlino bis zu 215 km weit. Je nach Anschluss lädt der Akku in zwei bis sechs Stunden von leer auf 80 Prozent.

Sitzprobe: Platz für zwei Personen

Der Einstieg in den zweisitzigen Microlino gelingt durch die weit öffnende Tür an der Front überraschend problemlos. So, als ob es ganz normal und alltäglich war, ein Auto von vorne zu entern. In der modernen Kugel kauert selbst der 1,92 Meter große Autor dieser Zeilen einigermaßen kommod, zumindest Kurzstrecken lassen sich auch zu zweit auf der überraschend bequemen Sitzbank abreißen. Die wenigen Bedienelemente sind in der Fronttür eingelassen, die Pedale stehend aufgrund des engen Baumraums aber für große Menschen recht nah. Stark angewinkelte Knie sind die Folge.

300 Liter Kofferraumvolumen

Hier kommt einem dann auch in den Sinn, dass für die Klasse der Leichtkraftfahrzeuge, zu denen u.a. auch der Renault Twizy zählt, weniger strenge Crashvorschriften gelten. In den Kofferraum hinter der Sitzbank sollen immerhin 300 Liter Gepäck passen, genug für einen Kurztrip oder den Einkauf im Supermarkt. Das große Faltdach lässt viel Luft und Licht in den Innenraum und die Übersicht ist aufgrund der großen Glasflächen phänomenal. Wir wären bereit für eine Probefahrt, liebe Schweizer Elektroautobauer!

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