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Tesla Projekt Roadrunner Getty Images / Tesla
Tesla Model S
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Tesla Model S 16 Bilder

Tesla Battery Day am 15.09.2020

Kommt die Super-Batterie mit eigenen Zellen?

Neue Batteriezellen aus China sollen viele Millionen Kilometer halten und Teslas konkurrenzlos billiger machen. Parallel baut Tesla wohl auch eigene Zellen für ganz spezielle Fahrzeuge! Die Details will Elon Musk Ende im September 2020 bekannt geben.

Batterien treiben Elon Musk an. Schon immer. Wie wichtig ihm das Thema ist, zeigt sich zuletzt im Rahmen der Hauptversammlung im Sommer 2019. Da hatte Tesla-Chef Elon Musk angedeutet, sich nicht nur für den Bau eigener Batteriezellen zu interessieren, sondern darüber hinaus noch jede Menge Gesprächs- und Informationsbedarf zum Thema Batterien zu haben. Nach weiteren Tweets des Firmengründers wurde klar, dass es bei einem ursprünglich für April 2020 geplanten "Battery Day" in Fremont weitere Details zum aktuellen Stand der Tesla-Batterieforschung geben wird. Der Batterietag ist, Corona-bedingt, zwischenzeitlich in die dritte Mai-Woche 2020 gewandert und inzwischen für den 15. September angekündigt. Geblieben ist Elon Musks Begeisterung. Das "werde einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte", so Musk via Twitter. Konkretes gibt es bislang wenig.

Zellfertigung Tesla Fremont Kato Road
Fremont.gov
Tesla will ein Gebäude in Fremont aufstocken, um dort 425 Mitarbeiter rund um die Uhr produzieren lassen? Batteriezellen? Vielleicht!

Ausbau in Fremont

Lange hielt sich hartnäckig das Gerücht, Tesla wolle künftig auch den Bau der Batteriezellen selbst übernehmen und so den nächsten Teil der Wertschöpfungskette erobern. Und zumindest für einen kleinen Teil der künftigen Tesla-Fahrzeuge konnte das tatsächlich auch zutreffen. Zumindest steht das so im letzten Tweet von Elon Musk zum Termin des Batterietags. Dort ist eindeutig von einer Zellfertigung die Rede. Die Nachricht von Musk passt zu aktuellen Dokumenten, die die Stadt Fremont veröffentlicht hat. Darin geht es um Ausbau-Pläne für ein Tesla-Gebäude an der Kato-Road, unweit des Tesla-Stammsitzes in Fremont. Dort sollen bis zu 425 Mitarbeiter im Mehrschicht Betrieb zum Einsatz kommen. In der Zellfertigung? Nicht ausgeschlossen. Immerhin hat sich Tesla die nötigen Spezialmaschinen schon vor einiger Zeit in Korea bei der Hanwha Group bestellt.

Hanwha Charging Discharging Machine für Tesla
Hanwha
Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha liefert Tesla Anlagen, mit denen neue Batteriezellen geladen und entladen werden können. Der Prozess ist Teil der aufwändigen Qualitätskontrolle.

Für wen sind die Tesla-Zellen?

Spannend bleibt die Frage, welche Zellen Tesla dort selbst bauen will? Mit Blick auf die vergleichsweise wenigen Mitarbeiter dort kann es kaum um die Standard-Akkus für Model 3 und Model Y gehen. Denkbar wären aber Zellen für eine über 100 kWh große Batterie, die für die kommenden Modelle mit Plaid-Antrieb sowie den neuen Roadster gebraucht werden. Da würde durch Sinn ergeben, auch weil Tesla 2019 den Energiespeicher-Spezialisten Maxwell Technologies übernommen hat. Neben der Maxwell-Technologie gilt Jeff Dahn als wichtigster Kopf im Projekt "Roadrunner", dessen Ergebnisse beim Battery Day 2020 vorgestellt werden sollen. Der 63-jährige Forscher leitet ein von Tesla finanziertes Forschungslabor in Kanada und hat sich mit zahlreichen Batterie-Patenten einen fast schon legendären Ruf erarbeitet. Spätestens am 15. September sind wir ein kleines bisschen schlauer. Übrigens waren angeblich einige der neuen Zellen auch Ende 2019 bereits bei den Tesla-Tests auf der Nürburgring-Nordschleife im Einsatz.

1,6 Millionen Kilometer Haltbarkeit

Parallel gibt's auch Neuigkeiten zu den Batterien, die Tesla in extrem hohen Stückzahlen produzieren lässt. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hat Tesla hier eine neue Generation von Batteriezellen fertig, die Tesla zwar nicht selbst baut, aber maßgeblich mit entwickelt habe.

Tesla Projekt Roadrunner
Tesla
Bislang verbaut Tesla Batteriezellen von Panasonic. Vieles deutet darauf hin, dass Tesla künftig verstärkt bei CATL einkaufen wird.

Neuer Partner aus China

Die enorme Lebensdauer ist ein wichtiger Faktor dieser neuen Akkus. Ein anderer ist die Zellchemie. Und da kommt ein verhältnismäßig neue Tesla-Partner ins Spiel: die Firma Contemporary Amperex Technology Co Ltd., oder kurz einfach CATL. Ein riesiger chinesischer Batterie-Konzern, der nicht nur ein Werk in Deutschland baut, sondern seit dem Start der Tesla-Gigafactory in Shanghai auch Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP) fürs Tesla Model 3 und das Model Y liefert. Ursprünglich stellt Tesla seine Batterien in Kooperation mit Panasonic her, wobei das Verhältnis zwischen Tesla und Panasonic in den letzten Jahren immer mal wieder auf eine harte Probe gestellt wurde, weil Elon Musk deutlich mehr Akkus forderte, als Panasonic liefern konnte. Inzwischen sind die Fronten aber geklärt, seit Mitte Juni 2020 gibt es einen neuen Vertrag zwischen Tesla und Panasonic, der die Zusammenarbeit in der Gigafactory in Nevada für die kommenden 10 Jahre regelt.

Tesla Model S
Alternative Antriebe

Einfache Chemie, günstiger Preis

Heißt: Tesla arbeitet künftig mit mehreren Partnern zur Zellfertigung zusammen. Die Chinesen selbst investieren Milliarden in die Weiterentwicklung der aktuellen Lithium-Ionen-Akkus und können Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen (LFP) zu konkurrenzlos günstigen Preisen anbieten. 100 US-Dollar pro Kilowattstunde gelten international als Grenze, ab der Elektroautos bei den Produktionskosten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gleichziehen können – und zwar ganz ohne Subventionen. Gerüchteweise will Elon Musk im Rahmen des Battery Day mit 70 bis 80 Dollar pro Kilowattstunde die globale Konkurrenz düpieren. Dass die LFP-Zellen in Sachen Nennspannung, Energiedichte und Selbstentladungsneigung nicht ganz mit anderen Akkus mithalten können, stört Musk nicht (mehr) weiter. Die Zellchemie sei "schon in Ordnung", man müsse lediglich noch ein bisschen "Manga hinzufügen", so Musk auf Twitter. Was genau er damit meint, werden wir erst im Rahmen des Batterie-Tags am 15. September erfahren. Es scheint aber absehbar, dass Musk mit einer extrem haltbaren und extrem günstigen Batterie den nächsten Schritt in Sachen Elektro-Massenmarkt gehen will.

Tesla Model 3 Performance gegen BMW 330i M
37:00 Min.

Produktion auch in Deutschland?

Dazu passt eine Meldung der südkoreanischen Tageszeitung "The Korean Times", dass Tesla beim koreanischen Mischkonzern Hanwha einen Großauftrag für Maschinen platziert hat, die bei der Herstellung von Batteriezellen gebraucht werden. Mit der Hanwha-Anlage werden fertige Batteriezellen auf ihre Qualität überprüft und dabei geladen und entladen. Das kann je nach Menge und Art der Zellen einen Tag dauern. Die Anlage arbeitet dabei mit extrem hohen Spannungen und gewährleistet dabei eine extrem Spannungsgenauigkeit, um eine hohe Qualität der Akkus sicherzustellen. Die Hanwha-Technologie soll zunächst in der Tesla-Fabrik in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien installiert werden. Tesla soll allerdings auch Aufträge für die Gigafactorys in Nevada, in China sowie Grünheide in Brandenburg platziert haben.

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Fazit

Es ist wie immer bei Tesla: Abgesehen von Tweets und Andeutungen gibt es wenig Greifbares. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass Elon Musk Ende noch 2020 tatsächlich eine kleine Batterie-Revolution präsentieren könnte.

Der Zugang zu Batteriezellen, die pro Kilowattsatunde deutlich weniger als 100 Dollar kosten, wäre der nächste Meilenstein, von dem alle Konkurrenten noch mindestens drei, eher vier Jahre entfernt sind.

Vielleicht denken wir aber schon wieder viel zu sehr in der "Auto-Blase" und übersehen, dass Tesla längst das Geschäft mit stationären Batterien priorisiert hat und dort mit eigenen Zellen durchstarten will. Lassen wir uns überraschen. Spannend bleibt die Sache so oder so.

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