VW Golf Alltrack Hans-Dieter Seufert
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VW Golf Alltrack im Test

VW Golf Alltrack im Test Der kompletteste Golf

GTI? R? Alle besonders. Jetzt aber: 400 Nm Drehmoment plus Allradantrieb plus reichlich Platz plus Zugkraft. Test.

Mag Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess gerade noch so plakativ im Golf R durch die sozialen und Karriere-Netzwerke im Internet driften: Einen kompletteren Golf als den Alltrack gibt’s nicht. Natürlich muss sein Allradantrieb für Traktion statt Drifts sorgen, was ihm auf Schnee und nasser Fahrbahn sehr zuverlässig und geradezu proaktiv schnell gelingt. Aber langsam, nein, langsam muss der Alltrack deshalb nicht fahren. Sein Fahrwerk verschafft ihm zwar gegenüber einem Standard-Variant mit 17-Zoll-Bereifung (Serie beim Alltrack) zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, doch in Verbindung mit adaptiven Stoßdämpfern und Progressivlenkung (beides aufpreispflichtig) ergibt sich ein agiles, sicheres Handling.

Die Lenkung arbeitet leichtgängig sowie kommunikativ, und selbst bei zackigen Kurswechseln gerät die 4,64 Meter lange Karosserie nicht zu arg ins Wanken. Generell erlaubt die Fahrwerksabstimmung eine gute Aufbaukontrolle, allerdings mit leichten Abstrichen beim Federungskomfort. Speziell kurze Wellen und harsche Unebenheiten bringen die Räder zum Poltern, verenden erst in den etwas weichen Polstern der Sitze – deren Bezug eher nach Textil-Discounter-Schnäppchen aussieht und sich auch so anfühlt. VW nennt das "7 Summits", und ja, der Gipfel ist das schon für einen über 40.000 Euro teuren Golf. Dazu mangelt es an Seitenhalt und Oberschenkelauflage – das ging schon mal besser. Gilt auch für die Bedienung. Und für das Platzangebot? Nein, weder für Passagiere noch Gepäck. Das Laderaumvolumen reicht von 611 bis 1.642 Liter, aus dem Testwagengewicht von 1.615 kg ergibt sich eine Zuladung von 505 kg. Dazu: zwei Tonnen Anhängelast.

Neue Harmonie

VW Golf Alltrack
Hans-Dieter Seufert
Motor: Vierzylinder-Reihen-Dieselmotor mit Abgasturbolader und Ladeluftkühler, Hubraum 1.968 cm3, Leistung 147 kW (200 PS) bei 3.600/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 1.750/min.

Da wirkt der Zweiliter-TDI mit 200 PS und 400 Nm plötzlich nicht mehr gar so überdimensioniert. Nach kurzem Anfahrzaudern reißt er den Golf wuchtig voran, läuft kultiviert und sparsam, bei Zurückhaltung mit 5,2, ansonsten mit 6,9 l/100 km. Übrigens: Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe überrascht hier mit ungewohnt sanften Schaltvorgängen selbst bei langsamer Fahrt.

Und sollte Herr Diess jemals aus dem R aussteigen, könnte er mit dem Alltrack sogar in leichtes Gelände, denn der Offroad-Modus softet nicht nur Motor- und Getriebekennlinie ab, sondern gestattet auch eine etwas gröbere ABS-Regelung, um auf losem Untergrund den gewünschten Bremskeileffekt zu erzielen. Ist doch ähnlich spektakulär wie Driften, oder?

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Fazit

Alltrack? All-Zweck! Platz für Passagiere und Gepäck, effizient motorisiert, gripstark. Neben den typischen Schwächen in der Bedienung fallen die Sitze negativ auf. Na, und teuer ist er schon.

Technische Daten

VW Golf Alltrack 2.0 TDI Alltrack
Grundpreis 43.485 €
Außenmaße 4639 x 1795 x 1510 mm
Kofferraumvolumen 611 bis 1642 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 229 km/h
0-100 km/h 6,7 s
Verbrauch 4,7 l/100 km
Testverbrauch 6,9 l/100 km
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