VW Polo 1.5 TSI Highline, VW T-Cross 1.5 TSI Life, VW T-Roc 1.5 TSI Style, VW Golf 1.5 eTSI Life, Exterieur Achim Hartmann
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VW Polo 1.5 TSI Highline, Exterieur
VW Polo 1.5 TSI Highline, Exterieur 41 Bilder

VW Golf, Polo, T-Cross & T-Roc im Vergleich

Lohnt der Aufstieg zu den Crossover-Modellen?

Ein großer Baukasten mit ähnlichen Antrieben, und doch ist jedes der vier VW-Modelle ein Charakterdarsteller. Muss es in der 150-PS-Klasse der große Golf sein, reicht ein Polo, oder ist ein Crossover doch der klügere Kauf? Wir klären das jetzt.

Die erste Folge dieser "Lohnt der Aufstieg?"-Reihe hätten wir im Frühjahr 1975 produzieren können. Das ist lange her: Bill Gates und Paul Allen gründen eine kleine Firma namens Microsoft, der Vietnamkrieg geht zu Ende, und der erste VW Polo kommt auf den Markt. Der ist in Wahrheit ein Audi 50, doch der Golf-Käufer darf sich nun fragen, ob der preiswertere Volkswagen nicht die cleverere Alternative ist.

Heute hat der Kunde etwas mehr Auswahl, nebenden aktuellen Generationen von Polo und Golf gibt es die Crossover-Ableger T-Cross und T-Roc. Allen gemeinsam ist in diesem Vergleich der Antrieb: 1.5 TSI mit 150 PS und DSG, beim Golf in der Mildhybrid-Variante mit 48-V-Bordnetz und Batterie unter dem Beifahrersitz. Derart motorisiert kosten die vier kompakten Volkswagen zwischenrund 24.000 und 30.000 Euro – zumindest wenn die jeweils günstigste Ausstattungsvariante gewählt wird.

VW Polo 1.5 TSI Highline, VW T-Cross 1.5 TSI Life, VW T-Roc 1.5 TSI Style, VW Golf 1.5 eTSI Life, Exterieur
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Allen gemeinsam ist der Antrieb: 1.5 TSI mit 150 PS und DSG.

Hibbeliger Polo

Das gilt auch für den Polo, der ja spätestens seit der ab 2009 gebauten fünften Auflage nicht nur der Größe nach den wahren Golf geben könnte. Die aktuelle sechste Generation bietet einen Raum- und Fahrkomfort, den manche Konkurrenten in der Golf-Klasse nicht erreichen.

Die Version mit 150-PS-TSI und Siebengang-DSG ist das derzeitige Topmodell diesseits des GTI, laut Preisliste mindestens 24.048 Euro teuer. Da er so nur in der Highline-Version lieferbar ist, bringt der Polo zum Vergleich jede Menge nützliche und luxuriöse Ausstattung mit – wie etwa 16-Zoll-Alus oder die sehr bequemen Sport-Komfortsitze samt Sitzheizung vorn. Mit ein paar Zutaten aus der Optionsliste wie LED-Licht (960 Euro) oder Navi (970 Euro) wird der Polo zum gut ausgestatteten Alltagswagen.

VW Polo 1.5 TSI Highline, Interieur
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Der Testwagen bringt in der Highline-Version sehr bequeme Sport-Komfortsitze samt Sitzheizung mit.

Zumal er auch beim Fahren erwachsen wirkt. Komfort kann der kleinste VW in dieser Runde recht gut, selbst wenn auf die zweistufigen Dämpfer des Sport-Select-Fahrwerks (429 Euro) verzichtet wird. Mit Fahrleistungen und Verbrauch kann man ebenfalls zufrieden sein, denn mit dem 150-PS-Benziner schafft der kleine VW weit über 200 km/h, und nur in Ausnahmefällen verbraucht er mehr als sieben Liter auf 100 km.

Dagegen stört beim Polo das in anderen Modellen sehr ausgewogene Doppelkupplungsgetriebe. Es sorgt hier für unangebrachte Hibbeligkeit, schaltet zu oft und unerwartet. Mit gefühlvollem Gasfuß lässt sich das abmildern, lästig bleibt es dennoch. Das alles ändert freilich nichts daran, dass der Polo das preiswerteste und im Unterhalt billigste Auto in diesem Quartett ist. Wer auf die geräumigeren Fond- und Gepäckabteile der größeren VW verzichten kann, findet in ihm vermutlich die beste Wahl.

Praktischer T-Cross

Obwohl er auf derselben Plattform wie der Polo aufbaut (MQB A0), geht es im T-Cross spürbar großzügiger zu – räumlich betrachtet jedenfalls. Ein paar Millimeter mehr Innenbreite und -höhe schaffen ein völlig neues Raumgefühl. Zudem thront der Fahrer im Crossover acht Zentimeter höher über der Fahrbahn, was die Illusion des erhabenen Überblicks über das Geschehen im und um den T-Cross erzeugt.

Nachteile beim Verbrauch gegenüber dem kleinen Bruder muss der Kunde übrigens nicht befürchten, denn trotz des höheren Gewichts (plus sieben Prozent) und der größeren Stirnfläche (plus zehn Prozent) konsumieren beide im Testmittel exakt gleich viel (6,8 l/100 km).

VW T-Cross 1.5 TSI Life, Interieur
Achim Hartmann
Die Klimabedienung sitzt recht tief, ist dennoch gut erreichbar.

Auffallende Unterschiede gibt es allerdings beim Fahreindruck. Offenbar wurde die Antriebseinheit für den T-Cross etwas anders abgestimmt. Trotz fast identischer Bauart geht sie hier gelassener zur Sache, das Doppelkupplungsgetriebe neigt weit weniger zu hektischen Fahrstufenwechseln. Damit wirkt der Crossover erwachsener, was gut zum wiegenden Federungskomfort passt.

Trotz dieser angedeuteten Schunkeligkeit wirkt er beim Kurvenfahren keineswegs träge, folgt brav dem Lenkeinschlag und fegt mit etwas Schlagseite um die Ecken. Es spricht also einiges für den T-Cross, zumal er mit der verschiebbaren Rückbank und der umklappbaren Lehne auch für den Beifahrersitz der Variabilitäts-Champion in diesem Kreis ist. Den größten Laderaum bringt er zudem mit. Etwas teurer als der Polo, doch deutlich günstiger als Golf oder T-Roc, ist er diesmal der Preis-Leistungs-Sieger.

Hochwertiger T-Roc

Da kann etwa der T-Roc nicht ganz mithalten, in der Style-Ausstattung kostet er beinahe 4.000 Euro mehr als sein kleiner Bruder. Messbarer Mehrwert? Vor allem im Fond wirkt der T-Roc sowohl nach Messwerten als auch gefühlt deutlich geräumiger. Sieben Zentimeter mehr Innenbreite sind schon ein Klassenunterschied, da hat sogar der neue Golf ein paar Zentimeter weniger zu bieten.

VW T-Roc 1.5 TSI Style, Interieur
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Im T-Roc lebt noch die alte VW-Welt mit Drehknöpfen für Lautstärke und Navi-Zoom.

Ansonsten bleiben die Unterschiede zwischen den Crossover-Brüdern eher unbedeutend, sogar beim Ladevolumen herrscht praktisch Gleichstand. Fast identisch zeigen sich die Fahrleistungen, da kann der Kleinere jedenfalls keine Vorteile für sich verbuchen.

Der Komfort scheint im größeren T-Roc einen Hauch besser, die Qualität der Werkstoffe und der Verarbeitung etwas gediegener und das Fahrgefühl ein wenig satter. Das war’s dann auch schon. Was der T-Roc dagegen nicht so gut kann: bremsen. In der Disziplin weist er die schlechtesten Messwerte auf. Nicht nur deshalb darf man ruhig sagen: Wenn schon Crossover, dann reicht der T-Cross.

Einfach nur der Golf

Noch teurer als der T-Roc, nämlich rund 3.500 Euro, ist der neue Golf VIII – jedenfalls ausstattungsbereinigt, wenn beide in der Style-Ausstattung geordert werden. Dieser limonengrüne Golf (Aufpreis 741 Euro) kommt ebenfalls mit dem 1.5 TSI mit 150 PS, allerdings in der Mildhybrid-Version mit Riemenstartergenerator und 48-V-Bordnetz. Davon ist beim Fahren eher wenig zu merken, der Startergenerator hilft dabei, die Übergänge zwischen Antreiben, Bremsen und Rekuperieren zu verschleifen.

Das gelingt ihm beachtlich gut, der Vierzylinder-Turbo zieht kräftig und gleichmäßig durch. Zu seinen Vorzügen gehört, dass er gern und häufig zu jenem Fahrmodus auffordert, der so oft wie unzutreffend "Segeln" genannt wird. Dann rollt der geschmeidig federnde Golf antriebslos durch den Verkehr, bremst erst elektrisch rekuperierend, dann durch Anwerfen des Motors. Unschön dabei nur der barsche "Fuß vom Gas!"-Befehl im Display.

VW Golf 1.5 eTSI Life, Exterieur
Achim Hartmann
Das Gesamtpaket stimmt beim Golf.

Immerhin hilft der virtuelle Fahrlehrer beim Sparen, der Golf konsumiert trotz des höchsten Gewichts in dieser Runde etwas weniger Superbenzin als die drei anderen. Er kommt mit 6,7 Litern pro 100 km über die Runden – etwas weniger, als der deutlich kleinere Polo benötigt. Bei den Kosten spielt das natürlich kaum eine Rolle – so wie die sonstigen Unterschiede bei den Unterhaltskosten. Nur beim Wertverlust sind die teureren Modelle T-Roc und Golf etwas benachteiligt.

Ist der langjährige Bestseller in Generation acht auch hier der beste Kauf? Sicher, wenn es um Qualität und Komfort geht. Allerdings wirkte auch dieses Exemplar im Interieur etwas einfacher als die Vorgänger-Gölfe und der T-Roc. Und mit der Bedienung, tja, mit der haben wir uns immer noch nicht angefreundet. Ein Touchscreen ersetzt nun mal kein durchdachtes Bedienkonzept. Das gilt auch und gerade für das Universaltalent Golf.

Fazit

Wichtigste Erkenntnis aus diesem Vergleich: Die Unterhaltskosten unterscheiden sich bei diesen vier VW-Modellen kaum, und mit rund 20 Prozent Rabatt darf man beim Neukauf ruhig rechnen. Zweite Erkenntnis: Der T-Cross bietet insgesamt den besten Kompromiss aus Kosten, Raumangebot und Fahrgefühl. Der Golf liefert zwar auch in der aktuellen Generation ein unerreicht gutes Gesamtpaket, kann aber in Bedienung und Qualität nicht rundum überzeugen. Einiges macht der T-Roc besser, und selbst der günstigere Polo erfüllt gut die meisten Bedürfnisse.

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