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BMW baut keine Verbrenner mehr in Deutschland

Elektro statt Motorenbau BMW baut keine Verbrenner mehr in Deutschland

BMW stellt das Werk München auf Elektroautos um. Die Fertigung von Benzinern und Dieseln geht vom Stammwerk nach Steyr und Hams Hall. Künftig soll jedes Werk ein elektrisches Modell bauen.

Bei der "konsequenten Transformation hin zur Elektromobilität" macht BMW auch vor symbolträchtigen Veränderungen nicht halt: Die Bayerischen Motorenwerke bauen ab 2024 ausgerechnet am Stammwerk München keine Verbrennungsmotoren mehr, nicht mal mehr in Bayern oder anderswo in Deutschland.

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Einsparungen, aber Investitionen fürs Stammwerk

Das bedeutet aber nicht, dass das Werk München weniger wichtig würde: Vielmehr investiert das Unternehmen 400 Millionen Euro in eine neue Fahrzeugmontage. Nur die europäische Fertigung für Verbrennungsmotoren bündelt der Autobauer an den Standorten Steyr und Hams Hall. "Wir setzen unsere Elektrifizierungsstrategie konsequent um. Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren", sagt Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion. "Wir sind in der Lage, sowohl Fahrzeuge mit Verbrennungs- als auch Elektroantrieben auf einer Linie zu fertigen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren", so der 51-Jährige. "Mit den bereits dieses Jahr erzielten Fortschritten werden wir bis Ende kommenden Jahres unsere Fixkosten um rund eine halbe Milliarde Euro reduzieren", betont der Produktionsvorstand.

BMW Werk München
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Das BMW-Werk in München mit den neuen Fertigungsanlagen.

München werde "kontinuierlich weiter in Richtung Elektromobilität" entwickelt, erklärt Nedeljković. Das sieht selbst der Betriebsrat positiv. Manfred Schoch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von BMW sagt: "Mit der Entscheidung, im fast 100 Jahre alten Werk München eine neue Montage zu bauen, zeigen wir, dass Transformation, wenn man sie strategisch und mutig angeht, Industriearbeitsplätze auch inmitten einer Großstadt sichern und ausbauen kann".

Neue Architektur für E-Antrieb und Verbrenner

Die zukünftige Montage und ihre Fertigungsprozesse werden ausgelegt für eine neue Cluster-Architektur (CLAR 3) ab 2025, die auf elektrische Antriebe ausgerichtet ist – aber eben auch noch Verbrennungsmotoren tragen soll. Die CLAR debütierte mit dem aktuellen 7er. Dessen nächste Generation (ab 2022) bringt eine stark überarbeitete Variante (CLAR 2) CLAR 3 soll ab "Mitte des Jahrzehnts (…) erstmals in unserem zukünftigen Werk im ungarischen Debrecen anlaufen und anschließend Schritt für Schritt im weltweiten Produktionsnetzwerk ausgerollt", so Nedeljković.

BMW Elektroautos
Alternative Antriebe

Die neue Münchner Montage entsteht aber eben auf der Fläche des heutigen Motorenbaus. Die dort bislang gefertigten Vier-, Sechs-, Acht- und Zwölf-Zylinder (nur noch für Rolls-Royce) werden zukünftig an den Standorten im österreichischen Steyr und im britischen Hams Hall produziert. Die Verlagerung des Münchner Motorenbaus erfolgt schrittweise bis spätestens 2024.

Personal muss wechseln oder umziehen

Die Mitarbeiter werden künftig in anderen Planungs- und Fertigungsbereichen am Standort München oder an weiteren bayerischen Standorten tätig sein. Etwa im Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing, wo die Mitarbeiterzahl gerade von 1.000 auf bis zu 2.000 wachsen soll. BMW betont, dass sich seit 2009 mehr als 50.000 Mitarbeiter für die Elektromobilität weitergebildet haben.
Die Verlagerung des Verbrennungsmotorenbaus auch nach Großbritannien soll 2026 abgeschlossen sein, könnte allerdings nicht nur wegen des Brexit Probleme bringen. Vielmehr hat die britische Regierung gerade erst ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 beschlossen.

BMW baut iX1, i5, i7 und elektrischen Mini Countryman

Entsprechend stellt BMW auf immer mehr Elektromobilität um. Seit kurzem entsteht der iX3 im chinesischen Werk in Dadong. Und "bis Ende 2022 werden alle deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug im Programm haben", betont Milan Nedeljković. Ab dem nächsten Jahr laufen der BMW i4 (auf CLAR I) in München und der BMW iX (auf einer eigenen rein elektrischen Plattform) in Dingolfing von den Bändern.

BMW iX
Alternative Antriebe

Die vollelektrischen Varianten des neuen BMW 7er und des zukünftigen BMW 5er werden in Dingolfing entstehen, 2022 startet in Regensburg die Produktion des neuen BMW X1 (auf der UKL-Architektur, die auch Mini nutzt), der sowohl als Verbrenner als auch mit vollelektrischem Antrieb (iX1) kommt. Ab 2023 produziert das Werk Leipzig, in dem bereits seit 2013 der elektrische Karbon-Kleinwagen i3 (eigene Plattform) entsteht, den Nachfolger des MINI Countryman als Verbrenner und vollelektrische Variante. Investieren will BMW zudem in das so genannte Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing für den "hochintegrierten" E-Antrieb (Motor, Inverter, Getriebe bilden eine Einheit) und Hochvoltbatterien. In Leipzig und Regensburg sind Produktionsanlagen für Batteriemodule und Hochvoltbatterien zur Produktion ab 2021 im Bau. Selbst Steyr, das die Verbrenner-Fertigung aus München übernimmt, baut künftig mehr E-Antriebsgehäuse.

Frank Weber, Entwicklungsvorstand BMW
Alternative Antriebe

Weniger CO2-Emissionen in der Produktion

Die Neuaufstellung des Produktionsnetzwerkes soll die Bemühungen von BMW um eine nachhaltige Produktion unterstützen, deren Bedeutung für die Umstellung auf den E-Antrieb Entwicklungsvorstand Frank Weber im Interview mit auto motor und sport besonders betonte. Seit 2006 hat BMW den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen nach eigenen Angaben um 50 Prozent reduziert, "bis 2025 wird der CO2-Anteil pro Fahrzeug gegenüber 2019 um weitere 40 Prozent und bis 2030 um 80 Prozent gesenkt", so BMW. "Noch in diesem Jahr werden wir in unseren Werken weltweit ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen beziehen, also zu 100 Prozent", so Produktionsvorstand Nedeljković. Der so genannte CO2-Rucksack elektrisch angetriebener BMWs sollte also kontinuierlich kleiner werden.

Fazit

BMW schwenkt immer mehr auf den E-Antrieb um und lässt dafür sogar die Motorenfertigung am gut 100 Jahre alten Stammwerk über die Klinge springen. Wenn dabei wirklich die versprochene CO2-neutrale Produktion rausspringt, ist das selbst für den Firmensitz in der Großstadt München eine gute Nachricht.

Weniger radikal mutet allerdings die neue Architektur (CLAR III) für Mitte des Jahrzehnts an, die immer noch die Verwendung von Verbrennungsmotoren vorsieht. Und dass BMW deren Fertigung ausgerechnet auch nach Großbritannien verlegt, wo Verbrenner ab 2030 verboten sind, wirkt vom Timing zumindest unglücklich.

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