China killt 8 Auto-Hersteller: Auch dieser "Macan"-Hersteller ist dabei

China killt 8 Auto-Hersteller
Auch dieser „Macan“-Hersteller ist dabei

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.06.2026
Als Favorit speichern
 Zotye SR9
Foto: JOHANNES EISELE via Getty Images

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat mit der Veröffentlichung der 408. Ausgabe der "Road Motor Vehicle Manufacturing Enterprises and Products Announcement" acht Hersteller aus dem offiziellen Register entfernt. Betroffen sind FAW Xiali, Brilliance Auto, Zotye Auto, Leopaard (Cheetah), Lifan, Hawtai, BAIC Yinxiang und Haima.

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Entscheidung das faktische Ende ihrer Rolle als Fahrzeughersteller. Viele der Marken hatten ihre Produktion bereits vor Jahren stark eingeschränkt oder vollständig eingestellt. Mit der Streichung entfällt nun auch die rechtliche Grundlage für eine eigenständige Fahrzeugfertigung.

Die Entscheidung gilt als weiteres Zeichen für die tiefgreifende Umstrukturierung des chinesischen Automarktes. Während große Hersteller ihre Marktposition ausbauen und Milliarden in Elektromobilität und Software investieren, verschwinden zahlreiche frühere Anbieter vom Markt.

Marken prägten den Aufstieg des chinesischen Automarktes

Einige der nun gestrichenen Hersteller gehörten über viele Jahre zu den bekanntesten Namen der chinesischen Autoindustrie.

Besonders FAW Xiali spielte eine wichtige Rolle bei der Motorisierung des Landes. Die Marke produzierte preiswerte Kleinwagen und war über lange Zeit im Taxigeschäft präsent. Der Xiali entwickelte sich in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zu einem der meistverkauften Fahrzeuge Chinas. Zeitweise galt er als Synonym für das erschwingliche Auto für breite Bevölkerungsschichten.

02/2013, Zotye-Z600
Newspress

Auch Brilliance Auto gehörte zu den wichtigen Akteuren der Branche. Das Unternehmen wurde außerhalb Chinas vor allem durch das Joint Venture mit BMW bekannt. Gleichzeitig produzierte Brilliance mit den Marken Zhonghua und Jinbei eigene Limousinen, Transporter und Kleinbusse. Vor allem die Jinbei-Modelle waren bei Gewerbetreibenden und staatlichen Einrichtungen weit verbreitet.

Zotye schaffte es dagegen durch einen anderen Weg in die Schlagzeilen. Der Hersteller wurde international bekannt, weil mehrere Modelle optisch stark an europäische Fahrzeuge erinnerten. Besonders der SUV SR9 sorgte weltweit für Aufmerksamkeit, da sein Design deutliche Ähnlichkeiten zum Porsche Macan aufwies.

Vom Geländewagen bis zum Familienvan

Auch die übrigen Hersteller besetzten zeitweise wichtige Marktsegmente. Leopaard, früher häufig unter dem Namen Cheetah Motors bekannt, baute auf seine militärischen Wurzeln auf und produzierte robuste Geländewagen sowie SUV. Die Fahrzeuge wurden unter anderem von Behörden und staatlichen Organisationen genutzt.

Lifan begann ursprünglich als Motorradhersteller und stieg später in die Automobilproduktion ein. Zu den bekanntesten Modellen gehörten die Baureihen 320 und X60. Vor allem der X60 entwickelte sich zu einem wichtigen Exportmodell.

Haima konzentrierte sich über viele Jahre auf kompakte Limousinen und Familienfahrzeuge. Modelle wie der Haima Family oder später die SUV-Baureihe S5 gehörten zu den erfolgreichsten Fahrzeugen des Unternehmens.

BAIC Yinxiang wiederum gehörte Mitte der 2010er-Jahre zu den am schnellsten wachsenden Herstellern des Landes. Die unter der Marke Huansu angebotenen SUV erreichten zeitweise hohe Verkaufszahlen. Hawtai setzte zunächst auf Lizenzfertigungen von Hyundai-Modellen, bevor das Unternehmen eigene Fahrzeuge entwickelte.

Elektrifizierung verändert die Kräfteverhältnisse

Während Unternehmen wie BYD, Geely, Changan oder SAIC ihre Investitionen massiv erhöhten, gelang es zahlreichen kleineren Herstellern nicht, bei Elektromobilität, Batterietechnik und Softwareentwicklung mitzuhalten. Gleichzeitig verschärften sich die Anforderungen an Emissionen, Fahrassistenzsysteme und digitale Fahrzeugfunktionen.

Besonders die Umstellung auf Elektrofahrzeuge stellte viele traditionelle Hersteller vor große Herausforderungen. Zahlreiche Unternehmen verfügten weder über eigene Plattformen noch über die finanziellen Mittel, um mit den Marktführern Schritt zu halten.

Chinas Automarkt wird kleiner und konzentrierter

Die Streichung der acht Hersteller steht im Zusammenhang mit einer umfassenden Marktbereinigung in China. Trotz hoher Verkaufszahlen nimmt der Wettbewerb weiter zu. Vor allem im Elektroauto-Segment kämpfen zahlreiche Anbieter um Kunden, während gleichzeitig Preiskämpfe die Margen unter Druck setzen.

Die chinesische Regierung verfolgt seit Jahren das Ziel, Überkapazitäten abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu stärken. Branchenbeobachter sehen deshalb weitere Zusammenschlüsse, Restrukturierungen und Marktaustritte als wahrscheinlich an.

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Entscheidung nicht zwangsläufig das vollständige Ende aller Geschäftsaktivitäten. Markenrechte, Immobilien, Zuliefergeschäfte oder andere Unternehmensbereiche können weiterhin bestehen. Eine Rückkehr als eigenständiger Fahrzeughersteller wird jedoch deutlich schwieriger.

Fazit