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Diebstahl-Problem bei Hyundai/Kia in den USA: Autoklau als TikTok-Challenge

Diebstahl-Problem bei Hyundai/Kia Autoklau als TikTok-Challenge

Hyundai und Kia gehen in den USA gerade viral, allerdings unfreiwillig. Manche Modelle der Hersteller lassen sich äußerst simpel per USB-Kabel stehlen. Sollten auch Besitzerinnen und Besitzer in Deutschland beunruhigt sein?

In der Diebstahlstatistik Deutschlands verhalten sich die Marken Hyundai und Kia bisher eher unauffällig. In der aktuellsten Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die sich auf 2020 bezieht, belegen die Koreaner graue Mittelfeldplätze: Es wurden im besagten Jahr gerade einmal 275 Hyundais und 154 Kias gestohlen. Die Diebstahl-Quote, die die geklauten gegen 1.000 zugelassene Autos aufrechnet, beträgt in beiden Fällen bescheidene 0,2. Zum Vergleich: Spitzenreiter Land Rover kommt auf 1,9.

Anders in den USA: Dort steigen Medienberichten zufolge die Diebstähle von Hyundai- und Kia-Modellen in jüngster Vergangenheit auffällig an, sogar bei relativ neuen Autos. Was daran liegt, dass einige Modellreihen der Koreaner besonders einfach zu knacken sind. Das führt wiederum zu einem anderen Phänomen: Es hat sich eine beim sozialen Netzwerk TikTok eine "Challenge" (Herausforderung) etabliert, in deren Rahmen die meist jugendlichen Nutzer dazu aufgerufen werden, Hyundai- und Kia-Modelle aufzubrechen und sie zu stehlen. Die lokalen Polizeibehörden warnen zudem vor Aufrufen, mit den Autos – oft sehr riskante und gefährliche – Spritztouren zu unternehmen oder sie sogar zu zerstören.

"Besorgt über den Anstieg der lokalen Autodiebstähle"

Die Klaumethode erscheint derart simpel, dass es kaum zu glauben ist: Die Diebe können die Autos ganz einfach starten, indem sie die Verkleidung hinter dem Lenkrad mit einem Schraubenzieher entfernen und dort ein USB-Kabel an einem bestimmten Schaltkreis anschließen. Normalerweise wird dies von der elektronischen Wegfahrsperre unterbunden, die als Voraussetzung zum Motorstart ein Signal des Schlüssels empfangen muss. Bei den Autos anderer Marken funktioniere diese Art des Autoklaus deshalb nicht.

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Sicherheit

Bis in die Zentralen der jeweiligen US-Importeure hat sich das Problem inzwischen herumgesprochen. "Unsere Fahrzeuge erfüllen oder übertreffen die 'Federal Motor Vehicle Safety Standards', und Wegfahrsperren gehören bei allen neuen Hyundai-Fahrzeugen zur Standardausrüstung", heißt es in einer Stellungnahme von Hyundai USA, aus der US-Medien zitieren. Hyundai Motor America sei besorgt über den Anstieg der lokalen Autodiebstähle. Kia America weist darauf hin, dass alle in den USA vertriebenen Fahrzeuge der Marke seit dem Modelljahr 2022 mit einer Wegfahrsperre ausgerüstet seien.

Mit Lenkradkralle auf Nummer sicher

So geht es auch den Polizeibehörden in einigen US-Gemeinden. So sollen in der Stadt Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin, wo der Trend mutmaßlich losgetreten wurde, bereits Aufforderungen an Hyundai und Kia herangetragen worden sein, die Sicherheitslücke zu schließen. Bisher sei vonseiten der Autohersteller jedoch nichts unternommen worden; auch über einen entsprechenden Rückruf ist noch nichts bekannt. Bis es eine technische Lösung gibt, sollen sich die Besitzerinnen und Besitzer der Autos bestmöglich per Eigeninitiative schützen: Das Auto nicht unbeaufsichtigt laufen sowie keine Wertsachen oder USB-Ladekabel offen darin herumliegen lassen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, soll das Auto ganz oldschool mit einer Lenkradkralle sichern.

Müssen nun auch Besitzerinnen und Besitzer von Hyundai- und Kia-Modellen in Deutschland fürchten, dass ihre Fahrzeuge potenziell einfache Beute für Autodiebe sind? Hyundai Deutschland beschwichtigt: "In erster Linie scheint das Modelle in den USA zu betreffen, die in der Regel in Ausstattungen und Verkaufsvarianten stark von europäischen Modellen abweichen oder in Europa gar nicht vertrieben werden", heißt es auf auto-motor-und-sport.de-Anfrage. Auch die Schwestermarke sieht hierzulande kein Problem für ihre Kundinnen und Kunden: "Seit 1. Januar 1998 müssen alle neu zugelassenen Pkw in Deutschland mit einer elektronischen Wegfahrsperre ausgerüstet sein (§ 38aStVZO), die die Art von unbefugtem Zugang, auf die in der ‚Challenge‘ hingewiesen wird, verhindert", sagt eine Sprecherin. Kia prüfe zudem fortwährend neue Möglichkeiten, die Sicherheit der Fahrzeuge zu verbessern.

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GDV / ADAC

In Deutschland verkaufte Autos scheinen tatsächlich besser gegen Diebstahl geschützt zu sein: Zu uns hat es die TikTok-Challenge bisher nicht geschafft. Trotzdem sollten sich die deutschen Vertretungen der koreanischen Hersteller noch einmal genauer die eingangs erwähnte Autoklau-Statistik des GDV anschauen: Demnach verzeichneten Hyundai- (plus 52,8 Prozent) und Kia-Modelle (plus 63,8 Prozent) 2020 im Vergleich zum vorausgegangenen Jahr die größten Zuwächse unter allen angegeben Marken, sie stiegen in der Gunst der Autodiebe also enorm. Der Kia Stinger lag auf 1.000 Autos gerechnet sogar auf Platz drei der meistgestohlenen Modelle (Quote: 6,7); auch der Hyundai Santa Fe (3,4; Platz elf) sowie der Kia Sorento (2,7; Rang 16) lagen klar über dem Durchschnitt.

Hinweis: In der Fotoshow oben im Artikel zeigen wir Ihnen den Kia Telluride, den großen Siebensitzer-SUV für die USA, nach dessen Facelift für das Modelljahr 2023.

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Sind die starken Zuwächse bei den jüngsten Diebstahlzahlen des GDV bei Hyundai- und Kia-Modellen Zufall, eine statistische Anomalie oder doch die Konsequenz eines mangelhaften Diebstahlschutzes trotz vorgeschriebener Wegfahrsperre? Das muss die Zukunft zeigen. Wir werden weiterverfolgen, wie sich hierzulande die Autoklau-Statistik in Bezug auf die Baureihen der beiden koreanischen Hersteller entwickelt. Im Vergleich zu den US-Modellen scheinen sie jedoch deutlich besser gegen Entwendung geschützt zu sein. In Deutschland ist die TikTok-Challenge bislang kein Thema. Hoffentlich bleibt das so.

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