Jeep Compass und Renegade E-Hybrid 2022 Jeep
Ford Kuga PHEV
Hyundai Ioniq 5, Exterieur
05/2021, Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid
Hyundai Kona Electric Facelift 2021 9 Bilder

Lieferzeiten-Gefahr: Diese Hersteller garantieren Umweltprämie

Lange Lieferzeiten gefährden die E-Auto-Förderung Bei manchen Modellen wird's langsam eng

Aufgrund langer Lieferzeiten steht für Elektroauto- und PHEV-Interessenten derzeit der staatliche Kaufbonus auf dem Spiel. Ford, Hyundai, Peugeot und Jeep sagen nun zu, bestellte E-Autos und Plug-in-Hybride rechtzeitig auszuliefern.

Die staatliche E-Auto-Förderung hängt derzeit wie ein Damoklesschwert über den Köpfen einiger Autokäuferinnen und -käufer. Oder besser: deren geplante Abschaffung (für Plug-in-Hybride) beziehungsweise Reduzierung (Autos mit reinem Elektroantrieb) zum nächsten Jahreswechsel. Denn maßgebend, ob die Kundinnen und Kunden Anspruch auf den Umweltbonus haben, ist nicht etwa der Tag der Bestellung beziehungsweise der Vertragsunterzeichnung, sondern jener der Erstzulassung. Und ob diese noch im Jahr 2022 erfolgen kann, ist angesichts aktuell extrem langer Lieferzeiten bei einigen Modellen mehr als fraglich. Zudem muss noch rechtzeitig der entsprechende Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

Diese Gemengelage führt zu Verunsicherung bei vielen Kunden, die deshalb womöglich vor dem Kauf eines elektrifizierten Autos zurückschrecken. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, geben inzwischen erste Autohersteller Garantien ab, dass vor Kurzem oder in naher Zukunft bestellte Fahrzeuge auf jeden Fall noch rechtzeitig ausgeliefert werden, damit die Käuferinnen und Käufer noch in den Genuss der Umweltprämie kommen.

Planungssicherheit bei Hyundai

Eine entsprechende Zusage gibt Hyundai ab: "Dank unserer kurzen Produktions- und Lieferwege können wir garantieren, dass Elektroautos und Plug-in-Fahrzeuge, die jetzt oder bald im Rahmen unseres Versprechens gekauft werden, bis zum Jahresende an Kunden ausgeliefert sind", sagt Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland. Der Hersteller wolle seinen Kunden Planungssicherheit geben; dies und eine schnelle Verfügbarkeit des Wunschautos seien wichtige Kaufargumente.

Hyundai Kona Electric Facelift 2021
Hyundai
Der in Tschechien produzierte Hyundai Kona Elektro soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, sofern er bis zum 30. Juni 2022 bestellt wird.

Die Koreaner nennen exakte Stichtage, bis wann bestimmte elektrifizierte Baureihen für Privatkäuferinnen und -käufer bestellt werden müssen, damit sie noch rechtzeitig vor Silvester in Kundenhand übergeben werden können. Beim Ioniq 5 ist die Frist schon rum: Hier musste bis zum 30. April ein verbindlicher Kaufvertrag mit einem Hyundai-Händler abgeschlossen werden. (Termin verpasst? Dann hier den Ioniq 5 günstig leasen). Etwas länger Zeit haben Kundinnen und Kunden, die ein anderes Hyundai-Modell haben möchten. Für den Tucson Plug-in-Hybrid liegt der Stichtag beim 31. Mai 2022. Einen Monat länger Bedenkzeit gewährt der Hersteller jenen Menschen, die einen Kona oder Ioniq mit reinem Elektroantrieb oder den Santa Fe mit Plug-in-Hybridantrieb in Erwägung ziehen.

Dennoch entwickeln sich die Lieferzeiten für frei konfigurierte Modelle auch bei Hyundai in die falsche Richtung. Beim Ioniq 5 liegen sie aktuell bei mindestens acht Monaten, auf den Kona (Hybrid und Elektro) und den Tucson sowie Santa Fe (jeweils als Standard- und Plug-in-Hybrid) müssen Kundinnen und Kunden ein halbes Jahr warten. Für den Ioniq HEV, PHEV und Elektro nehmen die Händler inzwischen gar keine individuellen Bestellungen mehr an. Wer jedoch damit leben kann, kein selbst zusammengestelltes Auto zu kaufen, kann sich kurzfristig "aus einem Bestand von mehreren Tausend rein batterieelektrischen bzw. Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modellen" bedienen, heißt es in einer Mitteilung. Diese Aussage gilt für alle genannten Baureihen.

Liefergarantie für Jeep-PHEVs

Auch Jeep garantiert, bestellte Plug-in-Hybride rechtzeitig auszuliefern. Wer bis spätestens 31. Mai 2022 einen Renegade 4xe oder Compass 4xe ordert, erhält das Auto bis zum 30. September – so das Versprechen des US-Herstellers. Damit kommen die Kundinnen und Kunden der Baureihen noch in den Genuss der staatlichen Förderprämie.

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Ford garantiert Prämie für Kuga PHEV

Ford verfolgt einen anderen Ansatz. Die Kölner können "in einer Zeit, da die Lieferketten in vielen Branchen unterbrochen sind", nicht garantieren, dass der beliebte Kuga PHEV rechtzeitig zum Stichtag 31.12.2022 ausgeliefert und zugelassen werden kann. Folglich sagt Ford zu, auch dann den gesamten Umweltbonus von bis zu 6.750 Euro auszuzahlen, falls das Auto zu spät in Kundenhand gerät. In diesem Fall schießt der Hersteller die zuvor vom Bund ausbezahlte Förderung aus eigener Tasche zu. Die Garantie bezieht sich sowohl auf alle bereits bestellten Kuga PHEV als auch auf eine begrenzte Tranche künftiger Käufe, die in diesem Rahmen abgesichert wird. Ford erklärt, so viele Kuga PHEVs wie möglich mit hoher Priorität für den deutschen Markt produzieren zu wollen, um der starken Nachfrage vor dem Auslauf des Umweltbonus gerecht zu werden.

Peugeot machte den Anfang

Peugeot gab bis Ende April noch ein Lieferversprechen ab. Allerdings ergänzte ein Händler damals (Mitte April 2022) auf Nachfrage auch ehrlich: "Ob es aber bis 30.04. gehalten werden kann, ist fraglich." Die durchschnittliche Lieferzeit lag seinerzeit bei 29 bis 31 Wochen. Damit war mit einem Liefertermin etwa Mitte November zu rechnen.

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Es steht viel Geld auf dem Spiel

Je nach Modell und Antriebsart stehen für die Käuferinnen und Käufer eines Elektroautos (BEV) oder Plug-in-Hybriden (PHEV) viel Geld auf dem Spiel. Aktuell reduziert sich der Preis eines BEV-Modells, das netto unter 40.000 Euro kostet, um 9.000 Euro netto. 6.000 Euro davon steuert bis zum Jahresende der Staat bei; aktuell ist im Gespräch, diesen Anteil von 2023 an auf 4.000 Euro und ein oder zwei Jahre später auf 3.000 Euro zu senken. Die Fördersumme für PHEVs (maximal 6.750 Euro netto, 4.500 davon vom Staat) soll ab dem kommenden Jahr sogar ganz entfallen.

Noch gibt es aber zahlreiche Elektroautos und Plug-in-Hybride, deren Lieferzeit kurz genug ist, damit sie rechtzeitig bis zum Jahresende zugelassen werden können. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel:

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Fazit

Angesichts der aktuell großen Unsicherheiten hinsichtlich der Lieferzeiten von Neuwagen war es sicher kein besonders glückliches Timing des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne), die staatliche Umweltprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride schon zum nächsten Jahreswechsel kürzen beziehungsweise abschaffen zu wollen. Das sorgt für Verunsicherung bei der Kundschaft, die sich daraufhin womöglich gegen einen Autokauf entscheidet. Nun versuchen einige Hersteller gegenzusteuern und geben Garantien auf die rechtzeitige Auslieferung ihrer Neuwagen ab.

Verkehr Politik & Wirtschaft EU-Neuzulassungen April 2022 Neues Rekordtief erreicht

Probleme mit den Lieferketten belasten den Neuwagenmarkt weiter.

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