Rückruf Aston Martin Valkyrie: Die Bremse kann Feuer fangen

Rückruf Aston Martin Valkyrie
Die Bremse kann Feuer fangen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.06.2026
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Rückrufe betreffen in den meisten Fällen Großserienhersteller, doch auch bei exklusiven Sportwagen tauchen gelegentlich technische Probleme auf. In diesem Fall betrifft es das Hypercar Valkyrie , und zwar Fahrzeuge, die der Hersteller 2024 verkaufte. Insgesamt lieferte die Marke in diesem Zeitraum 51 Fahrzeuge des Modells in den Vereinigten Staaten aus.

Auslöser ist ein mögliches Problem am Hauptbremszylinder. Laut Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) kann eine Dichtung im Hauptbremszylinder unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass die Hinterradbremsen schleifen. In der Folge steigen die Temperaturen an der Bremsanlage so weit, dass im Extremfall Harzbestandteile in einem Kohlefaser-Bremskühlkanal an der Hinterachse den Zündpunkt erreichen. Aston Martin stuft das als Brandrisiko ein, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Risiko nur unter Track-Bedingungen

Der Rückruf betrifft nach Angaben des Herstellers nur Fahrzeuge mit Track-Fahrwerkspaket. Das Problem trat bisher zudem nur während des Rennstreckeneinsatzes auf. Das Stabilitätsprogramm muss auf "ESP Sport", "ESP Track" oder "ESP Off" stehen, dazu kommen Übersteuern oder Fahrmanöver mit hoher Querbeschleunigung.

Dabei greift das ESP ein und bremst einzelne Räder, während sich gleichzeitig Bremsdruck im System aufbaut. Kommt in genau diesem Moment eine starke Pedalbetätigung hinzu – etwa bei einer Notbremsung – kann sich der Druck in einem diagonal verschalteten Bremskreis ungünstig überlagern. Hintergrund: Bei der ursprünglichen Auslegung des Bremssystems plante Aston Martin der Berichterstattung von Jalopnik zufolge nicht mit dieser Kombination aus ESP-Eingriffen und gleichzeitiger Betätigung des Bremspedals. Die Dichtungsauslegung lässt dann keine saubere Kontrolle des Bremsflüssigkeitsflusses zu. Ist die Bremse bereits heiß und das Auto wird aggressiv gefahren, steigt das Temperaturfenster weiter. auto motor und sport hat dazu bei Aston Martin angefragt und noch keine Antwort erhalten.

Die NHTSA-Unterlagen halten fest, dass sich die Voraussetzungen für den Fehler im öffentlichen Straßenverkehr nicht erreichen lassen – unter anderem wegen der dafür nötigen Geschwindigkeiten und Schlupfwinkel. Für Besitzer bleibt das Risiko dennoch relevant, da der Valkyrie häufig für Track-Einsätze genutzt wird.

Abhilfe: neuer Hauptbremszylinder

Aston Martin ersetzt bei betroffenen Fahrzeugen den Hauptbremszylinder durch eine überarbeitete Version. Das neue Bauteil soll außerdem Bestandteil des Track-Fahrwerkspakets für Kunden sein, die ihre Fahrzeuge nachrüsten.

Der Hersteller registrierte den Fehler erstmals im November 2022 nach einem Vorfall mit einem Prototypen. Als Ursache identifizierte Aston Martin die Inkompatibilität der ursprünglichen Hauptbremszylinder-Konstruktion mit dem ESP-Betrieb.

Was Halter jetzt tun können

Aston Martin informiert die Händler in den USA bis zum 23. Juli, die Halter sollen im November Post erhalten. Die Fahrgestellnummern (VIN) der betroffenen Fahrzeuge sollen sich laut Zeitplan ab dem 17. Juni prüfen lassen. Bis zur Umrüstung empfiehlt sich für betroffene Fahrzeuge: Track-Betrieb und Situationen mit Drifts/Übersteuern sowie hohe thermische Belastung der Bremsen vermeiden.

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