US-Qualität unter Japan-Standard: Toyota warnt japanische Kunden vor eigenen Autos

Toyota warnt japanische Kunden vor eigenen Autos
US-Qualität unter Japan-Standard

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.06.2026
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Toyota Tundra MY 2026
Foto: Toyota

Toyota (und Nissan) haben in Japan ungewöhnliche Hinweise für Käufer bestimmter Importmodelle veröffentlicht. In uns vorliegenden Auflistungen, die offenbar aus Bedienungsanleitungen für den japanischen Markt stammen und in den sozialen Medien kursieren, wird beispielsweise für den Toyota Highlander aus US-Produktion auf diverse "Problemfelder" hingewiesen. Hintergrund ist die verstärkte Einführung von Fahrzeugen aus US-Produktion auf dem japanischen Markt. Betroffen sind bei Toyota der in Texas gefertigte Pick-up Tundra sowie der im Bundesstaat Indiana produzierte Highlander. Nissan weist bei seinem in Tennessee gebauten Murano auf ähnliche Besonderheiten hin.

Ungewöhnliche Maßnahme

Warum die japanischen Konzerne überhaupt ihre großen SUV und Pick-ups aus US-Produktion ausgerechnet auf dem für seine kleinen Kei-Cars berühmten japanischen Markt anbieten, ist in einem Wort erklärt: Trump. Der US-Präsident beklagt regelmäßig, dass zu viele Autos in die USA importiert würden, während US-Autos auf dem internationalen Markt zu wenig nachgefragt würden. Dieses Thema kennen wir in Europa bereits ausreichend, es betrifft aber auch Japan. Weshalb inzwischen Exportmodelle aus den USA auch auf den japanischen Markt wandern.

Toyota macht in den Unterlagen mehrfach darauf aufmerksam, dass Tundra und Highlander für internationale Märkte (sprich: Nicht für Japan) entwickelt und produziert wurden. Deshalb könnten sie in bestimmten Bereichen von den Erwartungen japanischer Kunden abweichen. Gemeint sind dabei nicht nur fehlende Funktionen und Einschränkungen bei den Assistenzsystemen, sondern auch Qualitätsmängel etwa bei der Lackierung oder der Karosserieverarbeitung.

Lackierung nicht auf Japan-Niveau

So weist Toyota ausdrücklich darauf hin, dass die Lackierung der importierten Fahrzeuge einem für Auslandsmärkte vorgesehenen Qualitätsstandard entspricht. Kunden könnten daher unter anderem eine geringere Lackschichtdicke, Farbabweichungen, Polierspuren auf lackierten Flächen, kleinere Dellen oder sogar Blasenbildung im Lack feststellen.

Auch Nissan informiert potenzielle japanische Käufer des Murano über mögliche Abweichungen. Nach Angaben des Herstellers entspricht die Ausführung des Fahrzeugs den Anforderungen der jeweiligen Auslandsmärkte und nicht den in Japan üblichen Qualitätsmaßstäben. In den Kundenunterlagen wird darauf hingewiesen, dass sich vereinzelt Schmutzpartikel auf lackierten Oberflächen befinden können. Ebenso werden sichtbare Rückstände von Dichtmaterial sowie geringfügige Versätze zwischen Karosserieteilen erwähnt, die Spaltmaße stimmen also nicht.

Neuseeland-Modelle

Bei Toyota kommen offenbar ursprünglich für Neuseeland produzierte Fahrzeuge auf den japanischen Markt, was wegen des in beiden Ländern üblichen Linksverkehrs recht hilfreich ist. In der Bedienungsanleitung für den Toyota Highlander aus US-Produktion wird unter anderem darauf hingewiesen, dass Anzeige- und Displaytexte ausschließlich in englischer Sprache erfolgen, das Navigationssystem wegen der neuseeländischen Kartendaten nicht nutzbar sei und die Verkehrszeichenerkennung nicht funktioniere.

Allerdings, so der Hinweis, sei Apple Carplay und Android Auto verfügbar, um auch in Japan navigieren zu können.

Fazit