10/2020, 2022 GMC Hummer EV Edition 1 General Motors
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GMC Hummer EV (2021): Comeback mit 1.000-Elektro-PS

GMC Hummer EV (2021) Elektro-Hummer startet bei knapp 80.000 Dollar

GMC bringt im Herbst 2021 den legendären Hummer zurück – als Elektro-Modell. Die General Motors-Marke verspricht für den Pickup rund 1.000 PS und fast 15.600 Newtonmeter Drehmoment! Es gibt aber auch schwächere Varianten.

Nun ist er also enthüllt, der neue Hummer. Zwar nicht mehr als eigene Marke, sondern unter dem Dach der General Motors-Tochter GMC. Und erst recht nicht mehr mit dicken V8-Verbrennern, sondern mit Elektroantrieb. Dafür mit einem eckigen Design, das durchaus Hummer-würdig ist. Alles an diesem 5,51 Meter langen und 2,20 Meter breiten (Radstand 3,45 Meter) Pickup strahlt Robustheit aus: Seien es die Stoßfänger mit massiven Abschlepphaken, die Verkleidungen für die Radläufe oder die XXL-Außenspiegel. Weitere Auffälligkeiten sind die konturierte Motorhaube und die Hofmeister-artig hinten nach oben abknickende Fensterlinie.

Markante Lichtsignatur mit Hummer-Schriftzug

Besonders markant ist die von vertikalen Streben unterbrochene Lichtleiste, welche die Signatur der LED-Tagfahrleuchten über die gesamte Breite des Autos zieht. Darin findet sich der neue Hummer-Schriftzug, der sich zwar weiterhin in Versalien zeigt; aber die Buchstaben bis auf das "H" sind nun angeschrägt, der E-Strich steht losgelöst. Wie auch an der heckseitigen Ladebordwand steht der Hummer-Schriftzug deutlich prominenter zu lesen als das GMC-Label – General Motors erhofft sich von der reanimierten Marke offenbar einen besonders hohen Marketing-Effekt. Auch das allseits bekannte "H" findet sich an mehreren Stellen; nun jedoch ergänzt durch den Zusatz "EV".

Obendrein erhält der GMC Hummer EV ein Open-Air-Dach, dessen einzelne Elemente sich komplett abnehmen lassen. Wird das "Infinity Roof" geöffnet, bleibt lediglich ein Steg im Bereich der Rücksitzbank stehen. Vorne über Fahrer und Beifahrer ist grenzenlose Offenheit angesagt. Auch die Holme zwischen A- und B-Säule fehlen. Die Dachteile finden im Front-Kofferraum ("Frunk") Platz. Hinzu kommen Features wie eine versenkbare Heckscheibe, eine automatische Ladeflächen-Abdeckung und eine multifunktionale Heckklappe, die in der Einführungs-Variante Edition 1 bereits serienmäßig vorhanden sind.

Auch innen geht es kantig zu

Innen setzt sich der kantige "Mir kann keiner etwas anhaben"-Look fort. Die Luftausströmer sind vertikal angeordnet, das Lenkrad trägt drei Speichen und der Fahrstufen-Wählhebel sitzt ebenso wie der Drehknopf zum Anwählen der Fahrmodi klassisch auf der Mittelkonsole. Über dieser thront ein Infotainment-Touchscreen mit 13,4 Zoll Bildschirm-Diagonale. Hinter dem Lenkrad platziert GMC im Hummer EV einen weiteren, 12,3 Zoll großen Monitor, der die Instrumente und weitere Fahrinformationen digital anzeigt.

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Die zwei Monitore messen 12,3 (hinter dem Lenkrad) und 13,4 Zoll (zentraler Touchscreen).

GMC bringt den neuen Hummer EV als Vertreter des Modelljahres 2022 auf den Markt. Mehrere Antriebs-Pakete sind möglich. Die stets weiß lackierte Edition 1, bei der jedes Exemplar identisch ausgestattet ist, fährt natürlich das komplette Programm aus drei E-Motoren auf: Zwei wirken auf die hinteren Räder, einer auf die vordere Achse. Zusammen ergibt das eine prognostizierte Systemleistung von über 1.000 PS. Absurd wird es in Sachen Drehmoment: Knapp 15.600 Newtonmeter (an den Rädern gemessen; kombinierter Wert beider Achsen) sollen es sein. Damit soll sich im Fahrmodus "Watts to Freedom" eine Spurtzeit auf 60 Meilen pro Stunde (96,6 km/h) von etwa 3,0 Sekunden realisieren lassen.

24 zweistöckig gestapelten Batteriemodule

Der Hummer EV basiert auf der neuen GM-Elektro-Plattform Ultium Drive, bisher bekannt als BEV3. Auch die tief ins Chassis integrierte Akku-Architektur trägt den Beinamen Ultium. Die Zellen werden in Kooperation mit LG Chem entwickelt und produziert und sollen viel Nickel, dafür aber wenig Kobalt enthalten. Die Batterie bietet eine skalierbare Kapazität von 50 bis 200 Kilowattstunden (kWh). Wie viele kWh der GMC Hummer EV genau erreicht, ist bisher nicht bekannt. Aber die 24 zweistöckig gestapelten Batteriemodule arbeiten auf 800-Volt-Basis und können mit 350 Kilowatt geladen werden. So sollen sich in zehn Minuten fast 160 Reichweiten-Kilometer nachladen lassen. Die maximale Reichweite des neuen Hummer EV schätzt GMC auf 563 Kilometer. Über das "Regen on Demand"-System kann der Fahrer per Lenkradwippen-Befehl selbst entscheiden, in welchen Situationen und in welchem Umfang der Pickup rekuperieren soll.

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Dank der neuen Elektro-Plattform wartet der neue Hummer mit einem Front-Kofferraum ("Frunk") auf.

GMC kündigt für den Hummer EV "unglaubliche" On- und Offroad-Qualitäten an. So erhält er die neueste Version des Super Cruise-Assistenz-Pakets, die "freihändiges Fahren auf mehr als 200.000 Meilen (ca. 322.000 km) befahrbarer Straßen ermöglicht", heißt es in einer Mitteilung. Neu ist zudem eine automatische Spurwechsel-Funktion. Über die fünf Fahrmodi (vier sind voreingestellt, ein fünfter kann individuell abgestimmt werden) lässt sich die Drehmoment-Verteilung zwischen Vorder- und Hinterachse regeln. Dort ist zudem eine Geländeabstimmung hinterlegt, welche die Karosserie um gut fünf Zentimeter anhebt. Auch eine adaptive Fahrwerks-Regelung gibt es.

Ohne Ende Offroad-Features

Die Unterboden-Kameras, die bis zu 18 verschiedene Ansichten erlauben, und die zahlreichen Telemetrie-Daten (zum Beispiel Drehmomentausgabe, Differentialsperren-Einschaltung, Reifendruck, Nick- und Wankwinkel, Driftmesser und Ähnliches) helfen dem Fahrer vor allem abseits befestigter Straßen. Alle Räder sind einzeln aufgehängt und direkt mit den Motoren gekoppelt. Vorne gibt es eine elektronische Differenzialsperre, die bis zu 100 Prozent der Antriebskraft auf die Vorderräder übertragen kann. Hinten wird ein Sperrdifferenzial über das Torque Vectoring simuliert.

Kugelgelenk-Halbwellen maximieren die Verschränkungs-Fähigkeit des neuen Hummer. Für optimale Geländeeigenschaften erhält der Hummer zudem eine Allradlenkung und den Crab-Mode, also den Krabben-Modus. Hier kann der Fahrer per Tastendruck die vorderen und hinteren Räder diagonal stellen, um das Fahrzeug fast seitlich zu bewegen. Das soll den Wendekreis von 13,5 auf 11,3 Meter reduzieren. In einem ersten Video wird die Funktion vorgestellt.

Das ist natürlich längst nicht alles. Hinzu kommt ein einstellbares Luftfahrwerk, mit dem sich die Bodenfreiheit auf Knopfdruck um fast 15 Zentimeter anheben lässt. Im Normalfall beträgt sie 25,7 Zentimeter, im Terrain-Modus sind es 30,2 Zentimeter bei einem maximalen Federweg von 33 Zentimetern. Die unten angeschrägten Stoßfänger optimieren im Terrain-Modus die Böschungs- (44,3 Grad vorne, 33,7 Grad hinten) und Rampenwinkel (25,4 Grad); die Wattiefe gibt GMC mit 71,1 Zentimetern an. 35-Zoll-Offroad-Pneus des Typs Goodyear Wrangler Territory MT sind serienmäßig auf 18-Zoll-Felgen aufgezogen; 37 Zoll große Reifen-Pendants gibt es optional. Falls der GMC Hummer EV doch mal Kontakt zum Unterboden aufnimmt, schützen Stahlplatten die Batterie vor Beschädigungen.

Erstes Auto aus der Factory Zero

Bis der neue GMC Hummer EV auf die Straßen rollt, dauert es aber noch fast ein Jahr: Die Produktion des Edition 1-Modells beginnt erst Ende 2021. Neben der Einführungsversion gibt es drei reguläre Varianten des Elektro-Pickups, deren Daten jedoch noch nicht feststehen und die noch sehr lange auf sich warten lassen. Im Herbst 2022 kommt der EV3X, der ebenfalls über den dreimotorigen Antrieb, Torque Vectoring und den Watts to Freedom-Modus verfügt. Im Frühjahr 2023 folgt der EV2X mit zwei Motoren, adaptiver Luftfederung und Vierradlenkung mit Crab Walk-Funktion. Erst für Anfang 2024 hat GMC die Basisversion des neuen Hummer EV geplant. Auch der EV2 kommt mit zwei Motoren aus.

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Die Batterie ist tief ins Chassis des neuen GMC Hummer EV integriert.

Der Elektro-Pickup wird das erste Modell sein, das GM in der neuen Factory Zero in Detroit Hamtramck fertigt (mehr dazu lesen Sie hier). Die Preise starten bei 79.995 Dollar (knapp 67.500 Euro) für den EV2, reichen über die Marken 89.995 (fast 76.000 Euro; EV2X) und 99.995 Dollar (gut 84.300 Euro; EV3X) bis zu 112.595 Dollar (knapp 95.000 Euro) für den Edition 1. Obwohl diese Version die mit Abstand teuerste ist, war sie innerhalb weniger Minuten nach der Präsentation des neuen Hummer bereits vergriffen.

Den Elektro-Pickup erwartet bereits bei dessen Start ein starkes Konkurrenz-Umfeld. Zuvorderst natürlich der Tesla Cybertruck. Die offizielle Vorstellung eines elektrisch angetriebenen Ford F-150 dürfte kurz bevorstehen. Hinzu kommen Startups wie Bollinger, Lordstown oder Rivian, das die Fertigung eines Premium-Pickups mit Elektroantrieb im Preissegment über 90.000 Dollar anstrebt. Insidern zufolge wollte General Motors sich an Rivian beteiligen, doch dem kam Rivale Ford zuvor: Mit 500 Millionen Dollar ist Ford im April 2019 bei Rivian eingestiegen.

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Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Der elektrisch angetriebene GMC Hummer EV scheint ein echter Hummer geworden zu sein. Die Optik verspricht Robustheit, die Technik maximierte Offroad-Fähigkeiten und der Antrieb Power ohne Ende. Allerdings müssen potenzielle Kunden noch viel Geduld haben: Die teure Edition 1 ist bereits ausverkauft, und alle anderen Versionen lassen noch Jahre auf sich warten.

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