06/2021, Microlino 2.0 Elektro-Kleinwagen Microlino AG
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02/2021, Microlino 2.0
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Microlino 2.0 (2021): Retro-Cockpit für den Elektro-Zwerg

Microlino 2.0 (2021) Retro-Cockpit für den Elektro-Zwerg

Zuletzt gab es viele Unsicherheiten rund um den Elektro-Kleinstwagen Microlino. Nun nähert sich dessen 2.0-Version der Produktion. Neue Bilder zeigen das Interieur und das Faltdach.

Kommt er oder kommt er nicht? Seit der Kickboard-Hersteller Micro 2016 auf dem Genfer Autosalon den Prototypen eines Isetta-ähnlichen Elektro-Kleinstwagens gezeigt hatte, wurde der Serienstart immer wieder verschoben. Nun wird es aber wieder konkreter in Sachen Microlino: Erst stellte die Microlino AG im Frühjahr 2020 die 2.0-Version der Isetta-Neuauflage im Internet vor, dann veröffentlichten sie einen konkreten Fahrplan bis zum Start der Serienversion. Nun steht fest: Diese soll in Turin gebaut werden. Und zwar vom Joint Venture Microlino Italia, das von den Schweizern und ihrem Produktions-Partner CECOMP gegründet wurde.

Der Microlino verfügt nun über ein geändertes Design und einige Technik-Updates. Hauptgrund für das umfassende Facelift schon vor dem Produktionsstart ist die Sicherheit. Um höhere Standards zu erreichen, musste die gesamte Fahrzeugstruktur geändert werden. Das ursprünglich als Gitterrohrrahmen konzipierte Chassis besteht nun aus Stahlblech und Aluminium und nimmt eine selbsttragende Karosserie auf. Auch das Fahrverhalten soll von dieser Änderung profitieren. Um die Fahrstabilität weiter zu verbessern und Einzelradaufhängung zu ermöglichen, zeigt sich die hintere Spurweite nun um 50 Prozent verbreitert.

Neuer Antrieb, neuer Akku

Außerdem erhält der Micolino 2.0 einen völlig neuen Antrieb und andere Energiespeicher. Der Synchronmotor mit Permanentmagnet soll im Vergleich zur zuvor getesteten E-Maschine 15 Prozent effizienter arbeiten und eine bessere Leistungsentfaltung an den Tag legen. Die Lithium-Ionen-Batterie erhält neue Zellen mit höherer Energiedichte, baut deshalb kompakter und schafft Platz im Innenraum. An der maximalen Reichweite soll sich nichts ändern: Wie zuvor soll der Microlino maximal 200 Kilometer schaffen.

02/2021, Microlino 2.0
Micro Mobility Systems AG
Das alte (links) und das neue Microlino-Chassis im Vergleich.

Zudem scheint der Microlino ein wenig gewachsen zu sein. Zumindest in Bezug auf die Fahrzeughöhe hat die Familie Ouboter, die hinter dem Microlino steht, dies inzwischen bestätigt. Die markantesten Design-Änderungen zeigen sich im Bereich der Scheiben: Das farblich abgesetzte Dach startet nun hier und nicht mehr auf Schulterhöhe; außerdem ist die A-Säule nun schmaler gestaltet. Ebenfalls neu ist die quer über die Fronttür verlaufende Leiste, die mittig ein LED-Lichtband und seitlich den Microlino-Schriftzug trägt. Hinzu kommen farblich abgesetzte Leisten im Bereich der Scheiben und/oder Schweller, das (noch nicht endgültige) Felgen-Design und die nun in die Karosserie integrierten, als durchgängiges Band über die gesamte Breite verlaufenden Heckleuchten.

Microlino 2.0 mit fester Lenksäule

Statt des eigentlich angedachten Semi-Cabrio-Daches, bei dem sich feste Elemente nach hinten schieben lassen sollten, erhält der Microlino 2.0 doch ein klassisches Faltdach. Das zusammen mit Zulieferer Magna entwickelte System soll leicht von Hand zu öffnen sein, ist optional erhältlich und bei Modellen mit Premium-Ausstattung aufpreisfrei an Bord. Heckseitig haben die Ouboters nun den Markennamen anbringen lassen. Seinen Isetta-Charme behält der Zweisitzer aber, schließlich bleiben die markante "Kühlschrank-Tür" (ohne sichtbaren Griff übrigens), die aufgesetzten Scheinwerfer-Rückspiegel-Einheiten und die unterschiedlichen Spurweiten erhalten.

Markanteste Änderung im Innenraum ist die feste Lenksäule, die nun nicht mehr zusammen mit der Tür aufschwingt, sobald diese geöffnet wird. Das soll die Konstruktion vereinfachen und die Lenkkräfte verringern. Obendrein soll der Innenraum geräumiger und dank neuer Sitze ergonomischer sowie komfortabler werden und sich die Rundumsicht verbessern.

Maximal minimalistisches Interieur

Das Armaturenbrett präsentiert sich maximal minimalistisch. Hinter dem Lenkrad im Sport-Retro-Design und dem Digital-Display verläuft ein Aluminiumrohr über die gesamte Breite, an das sich das eigene Smartphone, tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder andere Accessoires anbringen lassen. Im Zentrum des Rohrs sitzt ein weiteres kleines Touch-Display, über das sich Funktionen wie die Klimaanlage steuern lassen.

02/2021, Microlino 2.0
Micro Mobility Systems AG
So sieht der Fahrplan bis zum Start der Serienfertigung des Microlino aus.

Derzeit testen die Microlino-Entwickler den dritten von fünf geplanten Prototypen der 2.0-Version, wobei sich der Entwicklungsstand von Auto zu Auto näher an die Serienversion angleichen soll. Parallel sollen die ersten Serienteile – beispielsweise für die Karosserie – gefertigt werden. Für Ende August streben die Ouboters die EU-Zulassung für den Microlino an. Dessen Produktion soll, wenn alles nach Plan läuft, im September 2021 starten.

Artega-Partnerschaft gescheitert

Zuvor war geplant, zusammen mit Artega eine Serienfertigung aufzubauen. Doch die Partner überwarfen sich, was in einem monatelangen Rechtsstreit gipfelte. "Die Unternehmen gehen per sofort getrennte Wege", erklärt Micro in einer Pressemitteilung. Die außergerichtliche Einigung sei schon im November 2019 zustande gekommen. Artega darf seinen eigenen Kabinenroller "Karo" auf den Markt bringen. Damit können beide Firmen einen Elektro-Kleinstwagen im Isetta-Look vertreiben. Micro hat im September außerdem Peter Müller als Cheftechniker eingestellt. Müller war unter anderem bei BMW und Porsche im Vorstand tätig und soll helfen, den Microlino zur Serienreife zu bringen.

Microlino (2018)
Microlino
Gehen wieder getrennte Wege: Marco Batillani (Tazzari), Erik Tazzari (Tazzari), Klaus Frers (Artega), Wim Ouboter (Microlino), Oliver Ouboter (Microlino), Merlin Ouboter (Microlino).

Artega hatte im Herbst 2018 den Microlino-Entwicklungspartner TMI/Tazzari übernommen. In der Folge sollte der Elektro-Kleinstwagen überarbeitet und serienreif gemacht werden. Artega hatte in die Produktion etwa drei Millionen Euro gesteckt und angekündigt, 50 Arbeitsplätze zu schaffen. Pro Jahr sollten in Delbrück 8.000 Fahrzeuge gefertigt werden. Der ganz frühen Planung zufolge hätte die Produktion Anfang 2018 in Italien bei Tazzari beginnen sollen; danach sollten im Januar 2019 die ersten Microlino in Delbrück entstehen. Doch zunächst gab es Streit über die Qualität, anschließend über die Frage, ob Artega einen eigenen Elektro-Kleinstwagen mit dem Namen Karo bauen und verkaufen darf.

Alles zum ursprünglichen Microlino

Wahrscheinlich ist, dass der serienreife Microlino 2.0 etwas andere technische Daten präsentieren wird als das bisher geplante Modell. Dieses war 2,40 Meter lang und wog ohne Batterie 450 Kilogramm. Es war als L7e-Fahrzeug eingestuft und musste darum keine Crashtests absolvieren. Laut Hersteller besteht er trotzdem einen Crashtest mit 50 km/h. Anders als die Original-Isetta hatte dieser Microlino eine Heckklappe; dahinter fand ein 300 Liter großer Kofferraum Platz. Diese Version des Zweisitzers hatte einen 15 kW starken Motor mit 110 Nm Drehmoment. In fünf Sekunden sollte er aus dem Stand auf 50 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit war auf 90 km/h begrenzt. Den geplanten Einstiegspreis von 12.000 Euro soll aber auch der Microlino 2.0 halten.

Microlino (2018) Elektro-Kabinenroller
Microlino
Beim ursprünglichen Microlino war die Lenkung komplett in die Fronttür integriert.

Zwei Batteriegrößen waren geplant: Die kleine Variante mit 8 kWh wäre 125 Kilometer weit gekommen und hätte mit Typ-1-Stecker in einer Stunde von null auf 80 Prozent geladen. Mit dem größeren 14,4-kWh-Akku hätte der Microlino eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern erhalten. Je nach Anschluss waren Ladezeiten von zwei bis sechs Stunden von leer auf 80 Prozent avisiert.

Neben dem vierrädrigen Microlino plant die Familie Ouboter einen Ableger namens Microletta, bei dem es sich um einen dreirädrigen Elektroroller handelt. Mehr zu diesem Gefährt lesen Sie in diesem Artikel.

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Fiese Nummer. Da wird den Schweizern ziemlich übel mitgespielt.
Das ist Business. Da waren die Schweizer wohl ein bisschen zu naiv.

Fazit

So kurz das Auto ist, so lang scheint der Weg zur Serienreife: Micro glaubt seit 2016 an den Microlino und möchte das Elektrofahrzeug zwischen Auto und Motorrad nun im September 2021 auf die Straße bringen. Wir sind gespannt auf die erste Probefahrt im dann umfassend umgemodelten Microlino!

Micro Microlino
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