Opel Ampera-e Rückruf Akku Brandgefahr Opel / Patrick Lang
Opel Ampera-e Test
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Rückruf: Brand-Gefahr Opel Ampera-e & Chevy Bolt

Brandgefahr bei Opel Ampera-e und Chevrolet Bolt Produktion des Ampera-Bruders Bolt startet wieder

Der Opel Ampera-e und der Chevrolet Bolt haben massive Probleme mit dem Akku. Nach einem halbjährigen Produktionsstopp soll das Elektroauto bald endlich wieder gebaut werden.

General Motors und die ehemalige Tochtermarke Opel mussten wegen der Batterieprobleme einen umfassenden Rückruf einleiten. 1.489 Opel Ampera-e sind in Deutschland und mehr als 140.000 Chevrolet Bolt EV in den USA betroffen. Beim Ampera-e handelt sich um die Baujahre zwischen 2016 und 2019, beim US-Pendant muss der Fehler bei allen seit Produktionsstart 2017 gebauten Exemplare behoben werden. Ein Opel-Sprecher sagte auto motor und sport auf Anfrage: "Im Rahmen des Sicherheits-Engagements von Opel haben unsere Experten, zusammen mit LG (als Batterielieferant), das gleichzeitige Auftreten zweier seltener Fertigungsfehler in derselben Batteriezelle identifiziert. Diese sind ursächlich für die jüngsten Batteriebrände beim Chevrolet Bolt EV in Nordamerika – einem Fahrzeug, das mit dem Opel Ampera-e technisch eng verwandt ist. Aus diesem Grund wird Opel für den Ampera-e eine neue Rückrufaktion durchführen, um so das Risiko von Batteriebränden für die betroffenen Fahrzeuge zu adressieren."

01/2016 Chevrolet Bolt EV
xpb
Das US-Schwestermodell des Ampera-e, den Bolt EV, ruft GM ebenfalls zurück.

Im Rahmen dieser Rückrufaktion ersetzt Opel, wie auch GM beim Bolt, bei den betreffenden Fahrzeugen die defekten Batteriemodule. Opel benachrichtigt die jeweiligen Kunden, sobald die entsprechenden Ersatzteile zur Verfügung stehen. Bis der Hersteller zur Durchführung des Rückrufs bereit war und finale Abhilfe geleistet werden konnte, bat er die Kunden, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

1. Unabhängig davon, ob Kunden das parallel zur Verfügung gestellte Software-Update erhalten haben oder nicht, sollen sie ihr Fahrzeug mit dem Modus "Bergabfahrtreserve” (Modelljahre 2017-2018) oder dem Modus "Soll-Ladeniveau" (Modelljahr 2019) auf den Ladezustands-Grenzwert 90 Prozent bringen. Ist der Kunde nicht in der Lage, diese Änderungen durchzuführen oder möchte dies nicht selbstständig umsetzen, bittet Opel darum, diese Anpassungen beim Händler durchführen zu lassen.

2. Außerdem bittet der Hersteller seine Kunden, wo möglich das Entladen der Batterie auf weniger als 110 Kilometer Restreichweite zu vermeiden und ihr Fahrzeug häufiger wieder aufzuladen.

3. Zusätzlich sollen Kunden ihr Fahrzeug unmittelbar nach dem Ladevorgang weiterhin im Freien abstellen und nicht über Nacht unbeaufsichtigt aufladen.

In der Zwischenzeit sollten Kunden, die ihren Händler zur Installation des Diagnose-Software-Updates noch nicht aufgesucht haben, das Update bei ihrem autorisierten Opel-Händler nachholen. Dieses garantiert eine bestmögliche Fehlererkennung im Hinblick auf Batteriefehler und wird für den technisch eng verwandten Chevrolet Bolt EV weiterhin flächendeckend eingeführt. Auch nach Installation der Software sollte der Ladezustand des Fahrzeugs weiterhin auf 90 Prozent begrenzt und zudem die oben genannten Hinweise beachtet werden. Fahrzeugbesitzer mit weiteren Fragen ermutigt Opel, sich an ihren autorisierten Opel-Händler zu wenden oder die lokale Kundendienst-Hotline zu kontaktieren.

LG bezahlt Rückruf

Die gesamte Rückrufaktion kostet laut Aussage von GM rund zwei Milliarden US-Dollar (knapp 1,8 Milliarden Euro). GM hat sich aber mit dem koreanischen Elektronikkonzern LG wegen Problemen bei dessen gelieferten Batterien auf eine Milliarden-Entschädigung geeinigt. LG komme damit für Kosten rund um den Rückruf brandgefährdeter Elektroautos vom Typ Chevrolet Bolt EV und dessen SUV-Version wegen Herstellungsfehlern auf, hieß es von GM im Oktober 2021. Man habe im dritten Quartal einen Sonderertrag von 1,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet fast 1,7 Milliarden Euro) ausgewiesen. Dieser mache die Aufwendungen für die Rückrufe nahezu wett.

2022 Chevrolet Bolt EV Facelift
General Motors
Um die Rückrufaktion durchführen zu können, musste Chevrolet die Produktion des neuen Bolt EV pausieren.

Um die Rückrufaktion durchziehen und die fehlerhaften Akkumodule tauschen zu können, stand die Bolt-EV-Produktion seit Oktober 2021 still. Stand Februar 2022 teilt die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA mit, dass die Untersuchungen zu 24 von den Batterieproblemen verursachten Fahrzeugbränden beim Chevrolet Bolt EV abgeschlossen seien.

Bolt-Fertigung startet wieder

Der Rückruf ist es indes noch nicht. Dennoch will Chevrolet die etwa ein halbes Jahr pausierte Produktion des Bolt EV wiederaufnehmen. Der Hersteller plant, in der Woche ab dem 4. April im Werk Orion Township, US-Bundesstaat Michigan, endlich wieder neue Exemplare des Elektroautos zu fertigen. Diese Fahrzeuge sollen parallel zu jenen über die Bänder laufen, bei denen noch die Batteriemodule getauscht werden. Sie sind für die Händler sofort zum Verkauf freigegeben.

In unserer Bildergalerie erfahren Sie übrigens, wie sich der Opel Ampera-e bei uns im Test geschlagen hat.

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Fazit

Im Rahmen einer Rückrufaktion ersetzt Opel, wie auch GM beim Bolt EV, bei den betreffenden Fahrzeugen des Typs Ampera-e die defekten Batteriemodule. Die gesamte Rückrufaktion kostet den GM-Konzern rund zwei Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon bekommt GM aber von Batterielieferant LG erstattet. Im April 2022 soll zudem endlich die Produktion des Bolt EV wieder anlaufen.

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