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Opel Astra als BEV Christian Schulte / auto-motor-und-sport.de
Opel Astra als BEV
09/2021, Opel Astra 2022
Opel Astra (2022)
09/2021, Opel Astra 2022 9 Bilder

Opel Astra-e (2023): Der rein elektrische Astra kommt

Opel Astra-e (2023) Der rein elektrische Astra kommt

Im Windschatten des neuen Peugeot 308 fährt im Herbst 2021 der neue Opel Astra vor. Als klassischer Verbrenner, als Plug-in-Hybrid – und mit einem Jahr Verzögerung auch als rein batterieelektrisches Modell.

Soll ja keiner behaupten, bei Opel wäre es langweilig: 2017 wurden die Rüsselsheimer in den PSA-Konzern eingemeindet und seitdem relativ humorlos, aber erfolgreich, auf Profitabilität getrimmt. Keine vier Jahre später schmiedete PSA-Chef Carlos Tavares per Fusion mit Fiat-Chrysler den neuen Riesen-Konzern Stellantis. Wichtigste Aufgabe für (den inzwischen ehemaligen) Opel-Chef Michael Lohscheller: Dem Traditions-Autobauer zwischen all den Stellantis-Marken eine gewisse Eigenständigkeit zu bewahren. Eher kein Job, für den Vergnügungssteuer fällig wird. Aber: Neuheiten wie der Opel Mokka zeigen, dass sie in Rüsselsheim kreativ genug sind, um aus den Standard-Zutaten aus dem Konzernregal die eine oder andere automobile Leckerei anzurühren.

PHEV ist fix

Nach dem Mokka dreht sich bei Opel alles um den neuen Astra, im internen Generations-Alphabet mit dem Buchstaben "L” versehen. Der wechselt von der alten GM-Technologie auf die Stellantis-Plattform EMP2 und wird damit zum Technik-Zwilling des Peugeot 308. Wichtig fürs Stammwerk: Mit dem Generationswechsel kommt auch die Astra-Produktion zurück nach Rüsselsheim. Die EMP2-Plattform wurde bei PSA einst als "Multi-Energy-Plattform” eingeführt und hat dieses Versprechen längst eingelöst: Opel Grandland X und Peugeot 3008 sind ebenfalls EMP2-Fahrzeuge und beide, neben den klassischen Verbrenner-Angeboten, auch als leistungsfähige Plug-in-Hybride (PHEV) zu haben. Das wird auch beim Astra so sein. Mit Blick auf die neuen PSE-Sportmodelle bei Peugeot ist darüber hinaus auch ein Comeback der GSi- oder vielleicht sogar OPC-Opels denkbar.

Opel Astra 2021 Aufmacher Collage
Neuheiten

Bleibt noch die Frage nach einem vollelektrischen Opel Astra, über den lange nur spekuliert wurde. Erst im Zuge der Baureihen-Premiere legt sich Opel fest: Der Astra BEV kommt, und zwar mit einem Jahr Verzögerung. Heißt: Gegen Jahresanfang 2023 ist mit dem Astra-E zu rechnen. Der technische Sprung auf kompletten E-Antrieb gelingt deshalb recht einfach, weil die EMP2-Plattform eben nicht nur Plug-in-Hybride und Verbrenner kann, sondern auch batterieelektrische Antriebe. Die ganzen Stellantis-Kastenwagen (Partner, Combo, Berlingo) bauen ebenfalls auf der EMP2 auf und sind allesamt auch als BEV zu haben. Der ebenfalls als Elektroauto erhältliche neue Opel Corsa baut dagegen auf der CMP-Plattform auf.

Ergibt ein Astra-E überhaupt Sinn?

Technische Details halten Opel und die Konzernmutter bisher allerdings geheim. Die Zugeknöpftheit ist nicht unüblich; kein Hersteller lässt sich zum falschen Zeitpunkt in die Töpfe schauen. Der Sachverhalt bei Opel, Peugeot bzw. Stellantis hat aber nicht unbedingt nur mit Geheimniskrämerei zu tun, sondern auch ziemlich viel mit der künftigen technischen Aufstellung der Stellantis-Marken und deren Baureihen. Bleiben wir aber zunächst mal bei der technischen Aufstellung der EMP2-Plattform. Hier fragt sich: Ergibt ein rein elektrisch angetriebener Astra überhaupt Sinn?

Opel Combo-e
Opel
In Sachen Plattform sind Opel Combo und der nächste Astra Geschwister. Beide gibt es folgerichtig als E-Autos.

Was bei Stellantis als BEV-EMP2-Autos von den Bändern rollt, sind vorwiegend Kastenwagen bzw. die entsprechend abgeleiteten Familien-Hochdachkombis wie der Opel Combo E Life. Der hat, wie seine Konzern-Geschwister auch, einen 50 kWh großen Lithium-Ionen-Akku zwischen den Rädern und unter der hinteren Rücksitzbank, der einen 136 PS starken Elektromotor an der Vorderachse antreibt. Damit kommt man im Combo maximal auf 130 km/h und eine WLTP-Reichweite von 280 Kilometer. Das grobe technische Setup kennen wir auch aus dem Corsa-E, da sind allerdings 160 km/h und 337 WLTP-Kilometer drin.

Knackpunkt Skalierbarkeit

Werte, mit denen man sich sowohl im Kleinwagen-Segment als auch bei den Hochdach-Familienkombis absolut sehen lassen kann. Aber auch in der Kompaktklasse? Vielleicht. Aber wahrscheinlich nur, wenn das die Einstiegs-Variante eines Elektro-Astra wäre. Und genau das ist der springende Punkt. Bislang fehlt die Skalierbarkeit des E-Antriebs, um im nach wie vor umkämpften Kompaktklasse-Segment gegen die Konkurrenz aus Europa und Asien mithalten zu können.

PSA-Plattform eVMP
PSA
Noch unter PSA-Regie wurde die eVMP-Plattform entwickelt. Die künftigen Klein- und Kompaktwagen bauen jedoch auf der STLA-Small-Architektur auf.

Neue Plattform mit mehr Möglichkeiten

Zudem kommt die Strategie ins Spiel. Der Stellantis-Konzern setzt ab 2023 auf eigene STLA-(Stellantis Architecture)-Plattformen. Einzig bei den Klein- bis Kompaktmodellen muss die eCMP2-Plattform bis 2026 durchhalten, dann bekommt dieses Fahrzeugsegment die STLA Small. Sie ist für reinen Elektroantrieb bzw. für Plug-in-Hybride ausgelegt und ermöglicht Reichweiten bis 500 Kilometer. Als Antrieb stehen drei Elektro-Module (EDM; electric drive modules) zur Verfügung. Sie beinhalten Motor, Getriebe und Inverter. Die EDM sind kompakt sowie flexibel aufgebaut und können einfach skaliert werden. In der kleinen STLA stehen 70 kW zur Verfügung, allerdings bietet das nächststärkere EDM zwischen 125 und 180 kW auf.

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Fazit

Etwas überraschend kommt es schon, dass Stellantis-Chef Tavares einem derartig aufwändigen und teuren Invest zugestimmt hat und Opel einen Astra-e auf EMP2-Basis umsetzen darf. Gegen den einen oder anderen weiteren kompakten Elektro-Opel auf Basis der neuen STLA-Small-Plattform wird der extrem auf Synergien und Profitabilität fokussierte Portugiese aber ganz sicher nichts haben. Vor allem dann nicht, wenn sich die neuen Opel dann auch international gut vermarkten lassen.

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