05/2020, Opel Corsa-e Opel
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Opel Corsa-e (2020)

Opel ordnet die Ausstattung neu

Opel erfindet den Corsa neu: Die Elektrovariante schafft 337 Kilometer WLTP-Reichweite und ist ab sofort in ihren regulären Ausstattungslinien bestellbar. Beim Preis unterbieten die Rüsselsheimer ganz knapp die 30.000-Euro-Marke.

Du brauchst ein paar Sekunden, um den neuen Corsa zu verkraften. Der Sprung ist gewaltig – optisch und technisch. Der Einfluss aus Detroit hat dem kleinen Opel in der Vergangenheit nicht nur gutgetan. Immer länger, höher und vor allem keilförmiger musste der Kleinwagen werden. Keine leichte Zeit für Opel-Designer wie Friedhelm Engler. Wenn der von der sechsten Corsa-Generation spricht, die fast fünf Zentimeter flacher ist als der Vorgänger, dann geht es auch um den Ballast, der mit dem Besitzerwechsel zur PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, DS) über Bord gegangen ist.

Und das mit dem Gewicht lässt sich tatsächlich messen. Rund 100 Kilogramm haben die Opel-Ingenieure beim Wechsel auf die CMP-Plattform eingespart. Vor allem im Kampf um niedrigere CO2-Werte und Verbräuche ist das ein gewaltiger Schritt.

Elektroantrieb? Ja, auch!

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Elektromotor vorn, die Batteriemodule im Fahrzeugboden: der neue Opel Corsa-e. Weil es ihn auch mit Benzin- und Dieselmotoren gibt, ist er auch als Elektromodell ein Fronttriebler.

Beinahe noch wichtiger ist aber die Flexibilität, die CMP beim Antrieb möglich macht. Klar kann der Corsa Benziner und Diesel, aber auch Elektro. Und zwar ohne Kompromisse, die die Opel-Ingenieure beim Prototyp Kadett Impuls 1 von 1990 noch eingehen mussten. Der kam zwar 103 Kilometer weit, doch die Blei-Säure-Akkus (13,6 kWh) waren extrem empfindlich und nicht sehr haltbar. Die 18 Batteriemodule des Corsa-e sind nicht einfach am Stück im Fahrzeugboden verbaut, sondern unter den Vorder- und Rücksitzen verteilt. Vorteil: Eine Art "Fußgarage" für die Passagiere im Fond, die dadurch angenehm tief sitzen, und ein wunderbar flacher Kleinwagen (1,43 Meter), der nicht um die Höhe der Akkus in den Himmel wächst.

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Reichweite? 337 Kilometer nach WLTP

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Der elektrische Corsa kommt auf Wunsch mit digitalem Cockpit, setzt auf Touch- Bedienung und Knöpfe.

Rund 450 kg wiegt das 50 Kilowattstunden große Akkupaket im Unterboden, dessen Lithium-Ionen-Zellen vom chinesischen Zulieferer CATL kommen. Der 136 PS starken Elektromotor an der Vorderachse steuert Siemens bei. Auf die Batterie gewährt Opel acht Jahre Garantie. Die E-Maschine mobilisiert ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern und soll den Corsa-e in nur 2,8 Sekunden auf Tempo 50 sowie in respektablen 8,1 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Die maximale Reichweite gibt Opel nach dem WLTP-Zyklus mit 337 Kilometern an, im Realbetrieb sollten also um die 300 Kilometer drin sein. Ist dann das Ende der Leistung in Sicht, kann der Akku am Schnelllader in rund 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden, die mögliche Ladeleistung liegt bei 100 kW. Zum Vergleich: Der VW ID.3 schafft mit 125 kW nur unwesentlich mehr.

Die Opel-Elektromodelle 2020
2:07 Min.

Der Fahrer kann zwischen drei Fahrmodi wählen: Normal, Eco und Sport. Sport soll die Reichweite nur moderat einschränken, während sie in Eco ohne Komfortverlust maximiert wird.

Produktion? Alle zusammen in Saragossa

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Thorsten Weigl / Opel
LED-Lichter sind Standard, und optional bringt der Corsa sogar das schlaue Matrixlicht ins Kleinwagen.segment

Spannend an der Corsa-Plattform, die auch der neue Peugeot 208 nutzt, ist neben der Flexibilität der Antriebe die Tatsache, dass alle Modelle auf einer Fertigungslinie gebaut werden können. Heißt: Der Corsa-e entsteht im spanischen Saragossa auf dem gleichen Band wie die Typen mit Verbrenner. "Die integrierte Lösung erlaubt es uns, flexibel auf Produktionsspitzen reagieren zu können", erklärt Frank Jordan, der bei Opel die Vorausentwicklung und das Thema Elektromobilität verantwortet.

Innenraum? Opel setzt nicht auf i-Cockpit

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Thorsten Weigl / Opel
Bis zu 100 kW schafft der Corsa-e am Schnelllader, dann sind in 30 Minuten 80 Prozent Reichweite drin.

Wie grundlegend die Entwickler den Corsa umgekrempelt haben, zeigt sich im Innenraum. Trotz der technischen Verwandtschaft zum Peugeot 208 darf der Opel beim Cockpit einen eigenen Weg gehen. "Im PSA-Konzern legt man großen Wert darauf, dass sich die einzelnen Produkte klar voneinander unterscheiden – trotz gemeinsam genutzter Plattformen", erklärt Designer Engler. Deshalb gibt es im Corsa statt des tief platzierten kleinen Lenkrads im Peugeot-i-Cockpit ein normales Volant, eine zum Fahrer hin orientierte Mittelkonsole, klassische Ergonomie und einen ansonsten betont schlanken Armaturenträger. Lediglich den Wählhebel und den einen oder anderen Schalter findet man so auch bei anderen Konzernmodellen.

Dabei wirkt das Interieur sehr luftig, trotz der flacheren Karosserie und der praktisch unveränderten Breite kommen auch Menschen über 1,80 Meter gut unter. Der Kofferraum fasst nun sogar 309 statt 285 Liter.

Wie sich das für ein Elektroauto gehört, gibt’s den Corsa-e auf Wunsch mit einem volldigitalen Cockpit, bei dem ein sieben Zoll großes Display die klassischen Rundinstrumente ersetzt. Direkt nebenan bildet der 10 Zoll große Touchscreen die digitale Kommandozentrale. Außerdem kommt der Corsa-e serienmäßig mit einer Klimaautomatik – gut für die Passagiere, vor allem aber für die Akkus. Denn im Schnelllademodus übernimmt der groß dimensionierte Klimakompressor auch das Thermo-Management der flüssigkeitsgekühlten Batteriezellen.Gegen Aufpreis gibt es auch eine Wärmepumpe, die die Klimatisierung des Innenraums noch effizienter macht.

Der Opel Corsa-e im Detail
1:17 Min.

Laden? An bis zu 85.000 Ladepunkten in Europa

Neu ist der Telematik-Service Opel Connect, der die Lücke von OnStar füllt, das seit dem Ausscheiden von Opel aus dem GM-Konzern nicht mehr zur Verfügung steht. Zum Leistungsumfang gehören Live-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen, Fahrzeugdatenabruf per App sowie eine direkte Verbindung zu Pannenhilfe und Notruf. Auf Langstrecken haben Corsa-e-Kunden die Möglichkeit, über den PSA-Partner Free2Move Services einen Ladepass mit Zugriff auf mehr als 85.000 Ladepunkte in Europa zu nutzen. Ab der Ausstattungslinie Edition ist auch ein 11 kW On-Board-Charger im Auto.

Technische Daten Opel Corsa-e (2019)

Karosserie Fünfsitzige Limousine
Antrieb Vorderradantrieb, feste Übersetzung
Bremsen innenbelüftete Scheibenbremsen vorn, Scheibenbremsen hinten
Länge (mm) 4060
Breite (mm) 1745
Höhe (mm) 1433
Radstand (mm) 2538
Leergewicht (kg) ca. 1450
Reifen 205/45 R 17
Kraftübertragung Vorderradantrieb, feste Übersetzung
Elektro-Antrieb (kW / PS) 100 / 136
max. Drehmoment (Nm) 260
Akku (kWh) 50
0-50 km/h (s) 2,8
0-100 km/h (s) 8,1
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 150
Reichweite km (WLTP) 330
Grundpreis 29.900

Sicher? Sicher!

Als Sicherheitsausstattung stehen erstmals den Gegenverkehr ausblendende Matrix-LED-Scheinwerfer in der Aufpreisliste. Außerdem gibt es eine Verkehrszeichenerkennung. Neu sind ein Totwinkelwarner, ein adaptiver Abstandstempomat, ein sensorgesteuerter Flankenschutz, Notbremssysteme und Einparkhilfen.

Bei 29.900 Euro geht es los

Der Preis ist noch die Achillesferse jedes Elektroautos, doch mit 29.900 Euro bleibt der Strom-Corsa immerhin unter der 30.000er-Marke. Anfangs war das Einführungs-Modell First Edition für diese Summe zu haben. An dessen Stelle tritt nun die gleichteure Basisversion Selection. Zieht man davon noch die 6.000 Euro Elektroauto-Förderung ab, wird die Sache langsam spannend und der Opel Corsa-e landet bei 23.330 Euro.

Oberhalb des Selection-Modells siedelt sich nun der Opel Corsa-e Edition an. Darüber rangieren die komfortbetonte Elegance-Variante, die für 32.395 beziehungsweise geförderten 25.825 Euro aufpreisfrei Aluräder, Lederlenkrad, elektrische Fensterheber hinten, Voll-LED-Scheinwerfer und Leder-Stoff-Polster für die Sitze mitbringt. Mit 16 Zoll-Leichtmetallrädern, Sportsitzen, Alu-Pedalen, schwarzem Dachhimmel sowie spezifischen Stoßfängern hat Opel den Corsa-e in der GS-Line eher in die dynamische Richtung entwickelt. Kostenpunkt hier: 32.895 respektive 26.325 Euro.

Opel Corsa-e: Alle Details zum Elektro-Corsa

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Fazit

Am neuen Corsa werden sich die allermeisten Kleinwagen messen müssen. Weil das Gesamtpaket aus Design und Technologie stimmt. Die Antriebsflexibilität gibt es in dieser Klasse aktuell von keinem anderen deutschen Hersteller. Preislich ist der Corsa-e kein Schnäppchen, aber der 50 kWh-Akku ist ein gewaltiger Kostenfaktor.

Zaubern können aber auch die anderen nicht: Eine Klasse drüber gibt's für den Preis des Corsa-e die Basisversion des VW ID.3 mit 170 PS. Der kommt mit einem minimal kleineren Akku (48 kWh) und mit Heckantrieb.

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