Chevrolet Corvette C8 ZORA (2018)

Heißt der Mittelmotor-Sportwagen ZORA?

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In der Chevrolet Corvette-Geschichte bahnt sich der größte Einschnitt seit über 60 Jahren an. Die nächste Corvette-Generation C8 kommt als Mittelmotorsportler. Jetzt wurde das Modell bei Testfahrten deutlich weniger stark getarnt erwischt. Patentamtsanmeldungen lassen zudem vermuten: Die C8 wird „ZORA“ heißen.

Das Gerücht wabert schon seit längerer Zeit durch die US-Medienlandschaft: Kommt die neue Corvette C8 mit einem revolutionären Konzeptwechsel zur Detroit Motor Show 2019? Bekommt der beliebte US-Sportwagen erstmals einen Mittelmotor? Einige Sportwagen-Fans werden diese Nachrichten vermutlich mit Freudentränen in den Augen lesen. Die Corvette Stingray ist schon mit Frontmotor eine längs- und querdynamische Wucht für unter 80.000 Euro. Mit Mittelmotor-V8 wird sie vermutlich teurer. Aber vermutlich auch noch sportlicher: dank besserer Gewichtsverteilung und Konzentration der Masse im Fahrzeugzentrum.

Neue Corvette-Optik

Erlkönig Corvette C8 Foto: Stefan Baldauf
An der Seite zeigen sich die großen Kühlluft-Öffnungen für den V8-Mittelmotor.

Erstmals zeigt die neue Corvette C8 nur noch unter Klebefolie versteckt, ihre wahre Karosserieform. Die Front wirkt kurz mit schmalen Scheinwerfern und einer grimmigen Schürze. Die Fronthaube ist konturiert und erhebt sich zu den Kotflügeln. Die Fahrgastzelle rückt nach vorne und gibt dem Mittelmotor Platz. Ihn kann man künftig durch eine Glasabdeckung erkennen.

Diese läuft sanft gen Heck aus. In der Seitenansicht zeigt sich der Supersportler mit großen Kühluft-Öffnungen, die ausreichend Luft zum V8-Motor schaufeln werden. Die hinteren Kotflügel fallen stark aus, die Überhänge knapp. Das Heck der C8 ist nicht weniger spektakulär: Bereits unter der Tarnung gut zu erkennen: Die schmalen tiefliegenden Leuchten, der Diffusor mit den doppelt ausgeführten Auspuffendrohren. Der Hingucker ist jedoch der gebogene Spoiler, der die Form des Hecks aufnimmt. Insgesamt wirkt die neue Corvette dynamischer und wendiger.

Die neuen Erlkönig-Bilder zeigen nun die Unterschiede der C8 zum Vorgängermodell C7. In der Seitenansicht ist die kürzere Motorhaube und das flacher auslaufende Dach gut zu erkennen. Beim Vergleich der beiden Heckpartien stechen der stark gebogene Heckspoiler und die außen liegenden doppelflutigen Auspuffendrohre ins Auge. Die mittig angeordnete Vierrohr-Auspuffanlag des C7 ist Geschichte. Stattdessen ist dort ein breiter Diffusor untergebracht. Auch das Kennzeichenfeld rückt beim C8 deutlich höher. Der Front-Vergleich zeigt die unterschiedlichen Außenspiegel sowie die anders geformte Motorhaube erkennen. Die Front des C8 wirkt trotz der Tarnung spitzer und aggressiver. Augenfällig sind auch die großen Öffnungen an der Seite und die starken Sicken.

V8-Motoren mit bis zu 860 PS

Die Corvette C8 folgt klassischen Mittelmotor-Supersportwagenansätzen mit einem neuen GM-6,2-Liter-V8-Kompressormotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Zu den weiteren Features des neuen LT5 getauften Aluminium-Achtzylinders gehören eine variable Ventilsteuerung und Direkteinspritzung. Gemutmaßt werden rund 700 PS. Gepaart werden könnte der neue Motor mit einem ebenfalls neuen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das auf den Namen Tremec TR 9007 hört. Als weitere Motorenoptionen werden noch ein 4,2-Liter-V8 und eine Version mit 5,5 Liter gehandelt. Beide setzen auf Biturboaufladung und 32 Ventile. Die Leistungsrange liegt zwischen 500 und 860 PS.

Chevrolet Corvette Grand Sport
V8-Monster in Hockenheim

Tremec baut auch das manuelle Siebengang-Getriebe für die aktuelle C7. Die Kompetenz für Doppelkupplungsgetriebe erwarb die mexikanische Firma, nachdem man im Dezember 2011 Hoerbiger Drivetrain Mechatronics mit Sitz in Loppem/Belgien übernommen hatte. Das neu entwickelte Doppelkupplungsgetriebe soll Berichten zufolge bis zu 9.000/min und 900 Nm verkraften. Das sollte für die Corvette passen. Die aktuelle C7 holt 466 PS aus dem 6,2-Liter-V8. Die Mechanik wird mit 630 Nm gefordert. Bei der Z06 wird es enger: 659 PS und 881 Nm.

Einen Handschalter soll es für die C8 nicht mehr geben. Das Verhältnis zwischen Automatik und Handschalter driftet schon bei der C7 auseinander. Nicht einmal ein Viertel der Käufer entschied sich beim 2016er Modelljahr dafür, den Schaltknüppel selbst durch die Gassen zu führen (Artikel). Überdies ist die Corvette mit der Achtgang-Automatik auf der Rennstrecke auch schneller als handgeschaltet. Den Beweis erbrachte der Einzeltest der Corvette Z06 von sport auto auf dem Hockenheimring. Hier triumphierte die Automatik mit fast einer Sekunde Vorsprung.

Alte Corvette läuft bis 2021 weiter – C8 mit neuem Namen?

Da die C8 gemeinsam mit C7-Modellen erwischt wurde, lassen sich auch die Größenverhältnisse abschätzen. Der Mittelmotorsportler ist etwas flacher als die C7, geringfügig länger und verfügt auch über etwas mehr Radstand. Das Dach der C8 trägt Double-Bubble. Vor den hinteren Radläufen öffnen sich große Lufteinlässe. Die Mittelmotor-Corvette wird aber die Frontmotor-Corvette nicht gleich ablösen, so soll die alte Vette noch bis 2021 parallel weitergebaut werden.

Auch soll die C8 angeblich zu einem späteren Zeitpunkt eine E-Motorisierung für die Vorderachse erhalten, die den Sportwagen dann zum Allradler macht. Den Namen E-Ray hat sich GM schon patentieren lassen. Gerüchten zufolge steht für die C8 auch der Name „Manta Ray“ im Raum. Das würde zu E-Ray passen.

Allerdings hat sich GM auch schon in mehreren Ländern den Namen „Zora“ schützen lassen – teilweise bereits 2014. Der Name Zora geht zurück auf Zora Arkus-Duntov dem Chef-Ingenieur, der für die erste Corvette verantwortlich zeichnete. Der gebürtige Belgier war auch verantwortlich für die Concept-Car XP-819, die Mitte der 60er Jahre entwickelt wurde. Die Studie, die erste Designelemente des „Sting Ray“ trug, war mit einem V8-Heck-Motor ausgerüstet, der weit hinter der Hinterachse platziert war.

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