Der in Bologna geborene Zanardi machte Anfang der 1990er-Jahre erstmals im Formelsport auf sich aufmerksam. Ein starker Start in die Formel-3000-Saison 1991 brachte ihn in die Formel 1, wo er zunächst für Jordan und Minardi fuhr, bevor er 1993 zu Lotus wechselte. Ein schwerer Unfall in Spa beendete jedoch vorzeitig seine Saison.
Nachdem Lotus wenig später aufgelöst wurde, richtete Zanardi seinen Fokus auf den amerikanischen Formelsport. Seine größten Erfolge feierte er in der CART-Serie. Nach einer beeindruckenden Debütsaison 1996 – einschließlich eines legendären Überholmanövers gegen Bryan Herta in der letzten Runde in Laguna Seca – gewann er 1997 und 1998 zwei Meistertitel in Folge.
Diese Leistungen brachten ihm eine Rückkehr in die Formel 1 mit Williams ein, wo er 1999 als Teamkollege von Ralf Schumacher an den Start ging. Beim Comeback in der Königsklasse hatte der Italiener allerdings Schwierigkeiten, sich an die damaligen Autos anzupassen. Nach nur einer Saison verließ er das Team wieder.

Zanardi wurde eine Legende auf vier und drei Rädern.
Unfall auf dem Lausitzring
2001 kehrte Zanardi in die CART-Serie zurück, wo sich sein Leben dramatisch veränderte. Bei einem Rennen auf dem Lausitzring drehte er sich bei der Ausfahrt aus der Box und wurde mit hoher Geschwindigkeit von einem anderen Fahrzeug getroffen. Infolge des Unfalls mussten ihm beide Beine amputiert werden. Nur dank des schnellen Eingreifens der medizinischen Helfer konnte sein Leben gerettet werden.
In einer bemerkenswerten Demonstration von Willenskraft gelang Zanardi ein außergewöhnliches Comeback. Nach intensiver Rehabilitation kehrte er in den Motorsport zurück und trat mit speziell angepassten Fahrzeugen in der Tourenwagen-Szene an.
Er gewann Rennen in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) für BMW und sicherte sich 2005 den Titel in der italienischen Superturismo-Meisterschaft. Auch in späteren Jahren blieb er aktiv und nahm unter anderem an Langstrecken-Events sowie bei Rennen in der DTM teil.

Von seiner schweren Verletzung ließ sich Zanardi nie unterkriegen.
Olympische Goldmedaille im Handbiken
Parallel dazu entdeckte Zanardi das Handbiken für sich. Auch hier erreichte er die Weltspitze und gewann bei den Paralympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro insgesamt vier Goldmedaillen.
Im Jahr 2020 ereignete sich ein weiterer schwerer Unfall während eines Handbike-Straßenrennens, bei dem Zanardi schwere Kopfverletzungen erlitt. Er verbrachte über ein Jahr im Krankenhaus und kehrte Ende 2021 nach Hause zurück, blieb jedoch danach weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Im Formel-1-Fahrerlager von Miami war die Stimmung nach Bekanntwerden der Meldung bedrückt: "Ich bin zutiefst traurig über den Tod meines lieben Freundes Alex Zanardi", schrieb F1-Boss Stefano Domenicali in einem Statement. "Er war wirklich eine inspirierende Persönlichkeit – als Mensch und als Athlet. Seine außergewöhnliche Stärke werde ich immer in mir tragen. Auch wenn sein Verlust schmerzlich ist, bleibt sein Vermächtnis stark."
Zanardi hinterlässt seine Ehefrau Daniela und seinen Sohn Niccolò.












