Formel 1: Gelbe-Flaggen-Missverständnis kostet Leclerc einen Startplatz

Gelbe-Flaggen-Ärger bei Ferrari
So unnötig wurde Leclerc ausgebremst

GP Belgien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.07.2026
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Charles Leclerc - Ferrari - GP Belgien 2026
Foto: xpb

Ferrari war nicht besonders optimistisch nach Spa-Francorchamps gereist. Das PS-Defizit des SF-26 und die langen Geraden der Ardennen-Achterbahn passten auf dem Papier nicht besonders gut zueinander. Doch dann fehlte Charles Leclerc nach dem ersten Run im Qualifying nur ein paar Hundertstel zur möglichen Pole-Position.

Der Monegasse konnte mit dem ersten Anlauf zufrieden sein. Das bedeutete, dass er im zweiten Run mit frischen Reifen noch einmal alles in die Waagschale legen konnte. Doch dann wurde er am Ende seiner Runde unsanft ausgebremst. Während sich ein Konkurrent nach dem anderen verbesserte, konnte sich der Silverstone-Sieger nicht steigern, weil ihn ein Streckenposten irritiert hatte.

Was war passiert? Als der Ferrari mit der Startnummer 16 in die Busstop-Schikane einbog, tauchte auf einmal eine gelbe Flagge in seinem Sichtfeld auf. Für den Fahrer das klare Signal, den Gasfuß zu lupfen. Der Grund für die gelbe Flagge befand sich aber gar nicht auf der Strecke, sondern in der Boxengasse.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Belgien 2026
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Hadjar löst gelbe Flagge aus

Isack Hadjar war nach seiner Windschatten-Hilfe für Max Verstappen direkt wieder abgebogen. Die FIA bat den Franzosen zum obligatorischen Wiegen. Weil der Red Bull dabei sehr langsam unterwegs war, versuchten die Streckenposten andere Autos in der Boxengasse vor dem Hindernis zu warnen.

Dummerweise befand sich der Steward-Posten direkt in der Sichtlinie der Fahrer, die noch auf der Strecke unterwegs waren. Die Anzeige auf dem Lenkrad, die vor solchen Gefahrenstellen warnt, konnte Leclerc in diesem Fall nicht helfen. In der engen Rechts-Links-Passage hat ein Pilot auf seiner Quali-Runde keine Zeit, auf die Anzeige zu achten und zu reagieren.

"Ich war zu dem Zeitpunkt schon drei oder vier Hundertstel schneller als bei meinem ersten Run", ärgerte sich Leclerc später. "Es hätte wohl gereicht, um vor George (Russell) zu stehen. Aber viel mehr war nicht drin im Auto." Am Ende wurde es Position 5 für Leclerc. Durch die Strafe für Lando Norris parkt der Ferrari am Rennsonntag auf dem vierten Startplatz schräg hinter Russell.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Belgien 2026
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Wird der Marshal-Posten geändert?

Generell konnte Leclerc aber mit der Pace seines Dienstwagens leben. "Die Performance ist gut. Aber Mercedes fährt aktuell auf einem anderen Planeten – vor allem Kimi, der auf einem hohen Level unterwegs ist." Zum WM-Spitzenreiter, der sich die Pole-Position sichern konnte, fehlten der Ferrari-Speerspitze am Ende viereinhalb Zehntel.

Auch Teamchef Frederic Vasseur zeigte sich einigermaßen zufrieden: "Wir hatten vorher befürchtet, dass die Strecke uns nicht besonders gut passt. Am Ende war die Pace aber ganz ordentlich. Charles muss leider lupfen, wenn er eine gelbe Flagge sieht. So ist die Regel. Ich denke, er hätte sonst eine Position weiter vorne stehen können."

Man kann nur hoffen, dass aus dem Vorfall für die Zukunft gelernt wird. Dass vor langsamen Autos in der Boxengasse gewarnt werden muss, kann man nicht ändern. Aber der Marshal-Posten, an dem die gelbe Flagge geschwenkt wurde, sollte so verlegt oder abgeschirmt werden, dass Piloten auf der Strecke nicht mehr irritiert werden.

Fazit