Formel 1: Wie Michael Schumacher - Norris plante Boxengassen-Trick in Silverstone

Wie Michael Schumacher 1998
Norris plante Boxengassen-Trick in Silverstone

GP Großbritannien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.07.2026
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Lando Norris - McLaren - GP England 2026
Foto: xpb

Die älteren Formel-1-Fans werden sich noch gut an den britischen Grand Prix im Jahr 1998 erinnern. Damals kämpften Michael Schumacher und Mika Häkkinen verbissen um den WM-Titel. Sechs Punkte trennten die beiden Rivalen, als es zum Klassiker nach Silverstone ging. Doch mit der Zielflagge war das Rennen noch längst nicht entschieden.

Was war passiert? Alles sah zunächst nach einem normalen Rennen aus. Häkkinen im McLaren hatte über weite Strecken die bessere Ausgangslage, während Schumacher im Ferrari dahinter lauerte und versuchte, über Strategie und seine gute Pace Druck aufzubauen. Die widrigen Wetterbedingungen sorgten für einige Zwischenfälle.

Nach einer Safety-Car-Phase wurde das Rennen in Runde 50 von 60 wieder freigegeben. Kurz nach dem Restart schnappte sich Schumacher endlich Häkkinen und schien einem sicheren Sieg entgegenzufahren. Doch dann poppte plötzlich die Nachricht auf dem Monitor auf, dass gegen Schumacher eine Stop-and-Go-Strafe verhängt wurde. Der Kerpener soll Alex Wurz während einer Safety-Car-Phase regelwidrig überholt haben.

Mika Häkkinen vs. Michael Schumacher - Silverstone - GP England 1998
Wilhelm

Schumacher-Sieg dank Boxen-Trick

Die Regeln sahen vor, dass Schumacher die Strafe innerhalb der nächsten drei Runden absitzen musste. Der Ferrari-Kommandostand entschied daraufhin, den Piloten in der allerletzten Runde reinzuholen. Dabei kam dem späteren Rekordweltmeister das Streckenlayout zur Hilfe. Beim Einbiegen in die Boxengasse verlor Schumacher keine Position. Und die Ziellinie lag noch vor der Ferrari-Garage. Das Auto wurde also abgewinkt, bevor die Strafe abgesessen wurde.

Die Rennleitung wertete Schumacher als Sieger, was natürlich zu Protesten führte. McLaren argumentierte, dass ein Fahrer, der eine Stop-and-Go-Strafe antreten muss, das Rennen nicht auf diese Art beenden darf. Am Ende wurde die Berufung aber abgeschmettert. Der Sieg blieb bestehen. Im Anschluss änderten die Schiedsrichter jedoch die Regeln. Eine nicht angetretene Stop-and-Go-Strafe verwandelt sich seitdem automatisch in eine Zeitstrafe.

Lando Norris - McLaren - GP England 2026
McLaren

Norris muss draußen bleiben

An die Schumacher-Situation erinnerte sich auch Lando Norris, der 1998 noch gar nicht geboren war. Diese Motorsport-Geschichte ist aber zum Weltmeister durchgedrungen. Als er in den letzten Runden des britischen Grand Prix am vergangenen Sonntag (5.7.) hinter dem Safety-Car herzuckelt, fiel ihm der Ferrari-Coup ein. Der Lokalmatador lag auf Platz vier direkt hinter Lewis Hamilton. Das Podium war so nah und doch so fern. Da kam dem Weltmeister eine geniale Idee.

Per Funk meldete er sich bei seinem Renningenieur Will Joseph und fragte: "Ist es erlaubt, an die Box zu fahren? Kann man das Rennen in der Boxengasse gewinnen?" Die Frage war nicht unberechtigt. Obwohl die Boxengasse mittlerweile an einem anderen Abschnitt der Strecke liegt, spart man sich durch das Abbiegen immer einiges an Wegstrecke.

Norris hätte die vom Safety-Car künstlich eingebremsten Autos somit theoretisch überholen können. Doch von seinem Renningenieur gab es eine eindeutige Antwort: "Nein, das darfst Du nicht!" – was von Norris mit einem resignierten "Schade" quittiert wurde. Der McLaren-Pilot musste sich also mit Rang vier zufriedengeben.

Fazit