Wie schnell sich die Dinge in der Formel 1 ändern können, zeigte der Sprint-Samstag (4.7.) von Silverstone. Nachdem Max Verstappen vor einer Woche in Spielberg mit dem runderneuerten Red Bull noch um den Sieg gekämpft hatte, fuhr der Ausnahmepilot sowohl im Sprint als auch in der Qualifikation hinterher. Am Samstagmittag reichte es trotz Startplatz drei nur zu Rang sechs. Am Abend ging dann nichts mehr. Ein enttäuschender siebter Platz sprang in der Qualifikation am Ende heraus.
Entsprechend angefressen war der 28-Jährige im Anschluss an die Zeitenjagd. "Das Auto war schlecht. Aber auch auf der Geraden hatte ich keinen Top-Speed und dann verbrauchst du natürlich noch mehr von der Batterie auf eine Runde. Dann hast du im letzten Sektor keine Energie mehr und verlierst viel Zeit." Mit einem resignierten Gesichtsausdruck schob der Fahrer nach: "Peinlich. Schlecht."
Bereits in der Qualifikation hatte sich der viermalige Weltmeister am Funk beschwert. "Der Motor gibt mir keine Rückmeldung", sagte er seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase. In seinen Augen sind das schlechte Vorboten für den Grand Prix am Sonntag (5.7). "Ich werde darüber nachdenken, was wir da machen sollen. Wenn wir so in das Rennen reingehen, hat das eigentlich keinen Sinn."
Hadjar schlägt Verstappen
Die Probleme Verstappens bestätigte auch die Tatsache, dass er sich seinem Teamkollegen Isack Hadjar geschlagen geben musste. "Die ganze Session war die Balance schrecklich. Aus irgendeinem Grund war ich auf der Geraden fürchterlich langsam. Sogar im Vergleich zum anderen Auto. Wir konnten das dann nicht mehr beheben und hatten das Problem vom ersten Versuch bis zum letzten", ärgerte sich Verstappen über den RB22.
Der Familienvater soll sogar mit dem Team darüber nachdenken, ob ein Start aus der Boxengasse mehr Sinn ergeben würde. Dann könnten die Mechaniker das Setup verändern und gegebenenfalls auch die Power Unit wechseln.
Mit dieser Variante würde das Team zumindest bei einem Auto die eklatante Start-Schwäche umgehen. Im Sprint kamen sowohl Verstappen als auch Hadjar kaum vom Fleck und wurden durchgereicht. "Diesmal waren es einfach durchdrehende Räder. Ich habe die Kupplung losgelassen und auf den Grip gewartet", berichtete Hadjar über seinen Start im Sprint.
Red Bull findet keine Lösung
Sowohl vor der Saison als auch in den ersten Rennen war die Start-Problematik ein großes Thema in der Formel 1. Während Mercedes und Ferrari auf einem Niveau liegen, hinken Red Bull und der zweite neue Motoren-Hersteller Audi hier noch der Konkurrenz hinterher. "Ich verstehe es nicht. Es hat keinen Sinn, an einem Rennen teilzunehmen, wenn du weißt, dass du direkt so viele Plätze verlierst. Es ist wirklich immer schockierend", war Hadjar frustriert.
Der Franzose qualifizierte sich nach dem neunten Platz im Sprint immerhin auf dem fünften Rang. Der Abstand von mehr als sechs Zehntelsekunden auf Pole-Setter Kimi Antonelli zeigte aber, dass auf Mercedes und Ferrari noch Einiges fehlt. Der kurzfristige Höhenflug aus Spielberg von Red Bull ist in Silverstone bereits passé.












