Zehn Runden lang durften die Fans in Silverstone im Sprint (4.7.) auf einen Erfolg ihres Lieblings Lewis Hamilton hoffen. Dann wurde Kimi Antonelli zum Spielverderber. Der Mercedes-Pilot überholte seinen Vorgänger vor der Stowe-Kurve und fuhr seinen ersten Erfolg in der 100-Kilometer-Hatz nach Hause. "Die ersten zehn Runden haben wirklich Spaß gemacht", lächelte der WM-Leader nach den 17 Umläufen auf dem 5,891 Kilometer langen Kurs.
"Am Anfang hatte Lewis einen größeren Vorsprung. Er hat ihn dann langsam eingeholt und ist dann davon gefahren. Das hat er wirklich gut gemacht", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Piloten. Ein Schlüssel zum Erfolg war der Reifenverschleiß. Antonelli konnte nach der Anfangsphase besser mit dem Medium-Pirelli haushalten. "Er macht das schon sehr gut, dafür, dass er im zweiten Jahr ist."
Im Gegensatz zu den wilden ersten Runden von Antonelli beim Österreich-GP (28.6.) behielt der Italiener im Silverstone-Sprint die Ruhe. Am Start kam er etwas besser weg als Hamilton und ließ den 41-Jährigen in Kurve 1 dennoch ziehen. Er wusste um seine Chance im späteren Verlauf.
Energie-Management entscheidet
Hinter den beiden Führenden ging es zur Sache. Die McLaren-Piloten Lando Norris und Oscar Piastri schossen auf die Ränge drei und vier. Piastri musste jedoch bald abreißen lassen, während Norris sich trotz des im Vorfeld befürchteten Jojo-Effekts auf P3 einrichten konnte. Teilweise überholten sich die Autos mehrmals pro Runde.
Dabei war interessant, dass McLaren und Mercedes eine stark unterschiedliche Strategie anwendeten. Während das Weltmeister-Team im ersten Teil der Strecke viel Elektro-Leistung einsetzte, hob sich Mercedes die Power für den letzten Sektor auf. Dadurch entwickelte sich das Hin und Her. "Ich finde das wirklich gut. Du bist bei einem Sprint-Rennen, wo in der Vergangenheit nicht so viel los war", verteidigte Toto Wolff das bei vielen Fans als zu künstlich verurteilte Racing.
Das clevere Energie-Management bei Mercedes wurde letztendlich Lewis Hamilton zum Verhängnis. "Bis zu Kurve 6 war ich sehr schnell, aber wenn du dann bis Stowe keine Energie mehr hast, kannst du nichts mehr ausrichten. Ich habe schon davor die Energie verbraucht und konnte sie nicht mehr gegen Kimi einsetzen." Der Sieger hatte das selbst beobachtet: "Als ich dann im Overtake-Modus war, wusste ich, dass das meine Chance ist. Ich habe gesehen, dass er schon seine Energie verwendet hat. Ich habe dann meine ganze Energie für Stowe aufgehoben."
Keine Chance für Audi
Mit den Eindrücken des Sprints ist von einem ähnlichen Überholspektakel für das 52 Runden lange Rennen am Sonntag (5.7.) auszugehen. "Es ist ein Schachspiel am Kommandostand. Das wird spannend im Rennen", sagte McLaren-CEO Zak Brown. Auch im Grand Prix dürfte das Energie-Management für wildes Racing sorgen.
Nicht so spannend war der Sprint aus Audi-Sicht. Nico Hülkenberg wurde 13. vor seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto. "Unsere Starts waren nicht die besten. Da können wir für morgen etwas lernen", blickte Hülkenberg voraus und machte vor der Qualifikation um 17 Uhr deutscher Zeit Mut. "Wenn wir heute Nachmittag einen guten Job machen, sind wir definitiv in Schlagdistanz zu den Top 10."












