Formel 1: Weltmeister-Team abgehängt – Warum McLaren aktuell chancenlos ist

Weltmeister-Team in der Krise
Warum McLaren aktuell chancenlos ist

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.06.2026
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Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: xpb

Normalerweise hätte die Laune bei McLaren nach dem Barcelona-GP (14.6.) wieder besser sein können. Schließlich hatte Lando Norris sein zweites Podium der laufenden Saison eingefahren. Nach den Ausfällen von Montreal und Monte-Carlo sollte das eigentlich Auftrieb geben. Dem war jedoch nicht so.

"Wir müssen noch viel verbessern, wie dieses Rennen gezeigt hat", war Norris ernüchtert. "Für mich war es ein hartes Rennen. Ich musste alles geben, um mit den Jungs vor mir mitzuhalten, aber sie waren einfach zu schnell." Damit meinte der Weltmeister Sieger Lewis Hamilton sowie die Mercedes-Piloten George Russell und Kimi Antonelli. Letzterer schied wegen eines Technik-Defekts kurz vor Schluss aus. Nur deshalb gab es erstmals seit dem US-GP 1968 ein rein britisches Podium. Das Kunststück schafften damals Jackie Stewart, Graham Hill und John Surtees.

Fast 60 Jahre später war das Positivste am Rennverlauf die zweite Hälfte. "Es war nicht so, als hätte ich direkt gegen die Mercedes gekämpft. Ich lag in Schlagdistanz. Ich blieb nie weit zurück und hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, über die gesamte Renndistanz so nah dran zu sein. Vor allem, weil ich nach dem ersten Stint schon etwa zwölf Sekunden hinter George lag." Die gute Aufholjagd war aber eher der Tatsache geschuldet, dass Russell im zweiten Stint Probleme bekam.

Oscar Piastri - McLaren - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Keine Chance auf Siege

"Wir machen gute Fortschritte, aber die anderen machen ihre Arbeit einfach noch besser. Das müssen wir anerkennen", registrierte Norris. "Ferrari konnte sein Auto weiterentwickeln, hat Performance gefunden und ist jetzt in der Lage, um Siege zu kämpfen. Deshalb gilt es, definitiv an unserem eigenen Fahrzeug zu arbeiten", bestätigte McLaren-Teamchef Andrea Stella seinen Piloten.

Ein Problem in dieser Saison ist der Reifenverschleiß bei hohen Temperaturen. Hier hatte McLaren zum Ende der Groundeffect-Autos einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. In dieser Saison leidet der MCL40 unter der Hitze. Das Thermometer zeigte für den Asphalt in Barcelona mehr als 50 Grad Celsius an.

Ein Fortschritt ist dem Team immerhin auf technischer Seite gelungen. Die Ingenieure hatten wieder den neuen Frontflügel an den MCL40 geschraubt, der beim Debüt in Montreal gefloppt war. Das Upgrade-Bauteil hatten die Techniker seit dem Montreal-Wochenende noch einmal überarbeitet. Die Pace im Training war gut, im Qualifying waren Mercedes und Ferrari aber überlegen.

Oscar Piastri - McLaren - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Piastri im Tief

Auf dem Papier hatten die Experten und Gegner vor dem Wochenende noch mit starken Papaya-Rennern gerechnet. In Suzuka (29.3.) konnte Oscar Piastri auf einem ähnlichen Layout mit schnellen und vielen Kurven noch um den Sieg kämpfen. Ein Fortschritt ist dem Team immerhin auf technischer Seite gelungen.

Apropos Piastri. Der Australier hängt momentan etwas in den Seilen. In Barcelona verlor der 25-Jährige mehr als eine halbe Minute auf seinen Teamkollegen. Selbst Max Verstappen kam mit dem schwächeren Red Bull noch vor Piastri ins Ziel. Der fünfte Platz schmeichelte dem WM-Dritten des Vorjahres. Ohne die Ausfälle von Antonelli und Charles Leclerc (Ferrari) in der Endphase des GP wäre er auf Rang sieben eingetrudelt. "Im Moment habe ich keine Antworten", war der Australier konsterniert. "Ich hatte Probleme mit dem Grip und keine gute Pace." Letztes Jahr fuhr Piastri noch auf Augenhöhe mit Norris. Seit Miami ist der Champion aber dem Teamkollegen davongezogen.

Hoffnung dürfte Piastri und dem Rest des Teams die Aussicht auf neue Teile geben. "Wir haben einen klaren Entwicklungsplan, wie wir mehr Performance ans Auto bringen können. Wir konzentrieren uns auf unseren eigenen Weg, um die Lücke zu schließen", gab Stella die Marschroute aus. Die Weiterentwicklung war eine der großen Stärken in den vergangenen Jahren. Sie muss jetzt wieder besser sein als die der Konkurrenz.

Fazit