Der Sprint (4.7.) in Silverstone bot den Fans viele Duelle, die wegen des sensiblen Energie-Managements möglich waren und für Platzverschiebungen sorgten. Doch wie so oft in der modernen Formel 1 hatten die Stewards auch nach der Zieldurchfahrt noch einiges zu tun. Ein Vorfall aus der ersten Runde landete auf dem Tisch der Rennkommissare, bei dem Audi-Pilot Nico Hülkenberg im Mittelpunkt stand. Der Deutsche geriet ins Visier, weil er in Kurve 9 die Strecke verlassen und sich dabei einen Vorteil verschafft haben soll.
Der Vorfall ereignete sich direkt in der turbulenten Startphase. Hülkenberg verteidigte seine Position gegen den angreifenden Haas-Piloten Esteban Ocon. Beim Anbremsen von Kurve 9 wählte Hülkenberg eine weite Linie, verließ die Strecke und behielt seine Position. Obwohl sein Konkurrent ihn eine Runde später auf der Strecke überholen konnte, sahen die Stewards einen Regelverstoß, der untersucht werden musste.
Nach dem Sprint wurde Hülkenberg zusammen mit einem Teamvertreter von Audi ins Büro der Rennleitung zitiert. Dort durfte der Pilot seine Sicht der Dinge darlegen. Wie üblich analysierten die Kommissare umfangreiches Beweismaterial, darunter Telemetrie-Daten, Videoaufnahmen, den Boxenfunk sowie die Onboard-Kameras beider beteiligter Fahrzeuge. Hülkenberg argumentierte, er habe die Strecke verlassen, um eine Kollision mit dem innen attackierenden Gegner zu vermeiden und diesem Platz zu lassen.
Keine Gnade für Hülkenberg
Die Regelhüter zeigten sich für die Argumentation des Deutschen teilweise empfänglich. In ihrer Urteilsbegründung erkannten sie an, dass das Vermeiden einer Kollision ein relevanter Faktor war, den sie als mildernden Umstand werteten. Die Analyse der Daten zeigte jedoch auch ein anderes Bild: Hülkenberg war mit überhöhter Geschwindigkeit in die Kurve gefahren, was aus Sicht der Stewards der Hauptgrund für das Verlassen der Strecke war.
Da er durch das Abkürzen seine Position verteidigen konnte, entschieden die Stewards, dass er sich einen bleibenden Vorteil verschafft hatte. Am Ende zeigten die Kommissare keine Gnade und verhängten eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Audi-Piloten.
Die Strafe wird nachträglich zu Hülkenbergs Zeit addiert. Das wirft ihn im Klassement auf den 15. Platz zurück. Auf der Strecke hatte der 38-Jährige den Sprint auf dem 13. Rang beendet. Teamkollege Gabriel Bortoleto und der zweite Haas-Chauffeur Oliver Bearman rücken jeweils einen Platz auf.












