Formel 1: Verstappen enthüllt - So plante Red Bull den Windschatten-Coup

Verstappen enthüllt
So plante Red Bull den Windschatten-Coup

GP Belgien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.07.2026
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Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien 2026
Foto: Red Bull

Als am Donnerstag bekannt wurde, dass Isack Hadjar durch eine Motorenstrafe ans Ende der Startaufstellung versetzt wird, hatten einige schon gemutmaßt, dass der Franzose Reifen sparen und gar nicht richtig an der Qualifikation teilnehmen würde. Doch dann war das Gegenteil der Fall. Der Youngster kämpfte sich locker durch die ersten beiden K.O.-Runden, als gäbe es gar keine Strafe.

Im Top-Ten-Finale verzichtete Hadjar dann auf weitere gezeitete Runden. Doch Red Bull schickte das Auto mit der Startnummer 6 trotzdem zwei Mal raus, um Teamkollege Max Verstappen einen Windschatten zu spenden. Der Neuling wartete jeweils hinter Kurve 16 auf seinen Kapitän, um den Luftwiderstand auf der Vollgaspassage in Richtung Bus-Stop-Schikane zu senken.

Beim ersten Anlauf hielten die beiden Schwesterautos noch etwas zu viel Abstand. Beim zweiten Versuch klappte das Timing dann perfekt. Verstappen fuhr so nah hinter Hadjar, dass es fast so aussah, als müsse er lupfen. "Das war absolut Vollgas", widersprach der Lokalmatador. "Wenn nicht, hätte ich ihn einfach angeschoben! Ich habe erst gedacht: Oh mein Gott, das ist zu eng. Aber dann ist es sehr gut aufgegangen bis zur letzten Kurve. Es war eng, aber ich habe ihm vertraut."

Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien 2026
Red Bull

Windschatten-Trick bringt 3 Zehntel

Der Lohn für die Übung war der zweite Startplatz hinter dem an diesem Tag unschlagbaren Kimi Antonelli. "Ohne den Windschatten wäre ich nicht in der ersten Startreihe gelandet", ist sich Verstappen sicher. "Drei Zehntel hat das bestimmt gebracht. Sonst würden wir jetzt vielleicht von P6 reden, weil die Abstände dahinter sehr eng waren."

Ein Sonderlob ging an den Teamkollegen. Auch wenn Verstappen die fahrerische Leistung von Hadjar nicht überbewerten wollte: "Isack hat das wirklich gut gemacht mit dem Windschatten im letzten Sektor. Aber wir sind Formel-1-Fahrer. Wir sollten so etwas hinbekommen. Er ist ein cleverer Junge. Er weiß, was man unter solchen Umständen machen muss."

Auch Teamchef Laurent Mekies zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit seiner beiden Piloten. Der Franzose verriet, dass der Windschatten-Coup schon von langer Hand geplant war. "Wir wussten schon vor unserer Ankunft in Spa, dass Isack eine Startplatzstrafe bekommen würde. Da haben wir das Teamwork bereits geplant. Es wurde am Ende sehr gut ausgeführt."

Laurent Mekies - Red Bull - GP Belgien 2026
Red Bull

Verstappen peilt Podium an

Da stellte sich nur noch die Frage, warum Hadjar seinen Teamkollegen nicht auf der langen Gerade nach Eau Rouge den Berg hinauf gezogen hat. Verstappen gab die Antwort: "Auf der Gerade im letzten Sektor kann man den Flügel nicht so lange öffnen. Da entsteht mehr Luftwiderstand. Deshalb hilft einem der Windschatten da etwas mehr. Am Ende ist es aber wohl relativ egal."

Im Rennen hofft Verstappen, den zweiten Platz so lange wie möglich halten zu können. Vom Sieg gegen Pole-Setter Kimi Antonelli wagt der vierfache Weltmeister gar nicht zu träumen. Der Abstand nach vorne war über das ganze Wochenende einfach zu groß. "Ich muss wohl viel in den Rückspiegel schauen", prophezeite der Vize-Meister.

Teamchef Mekies zeigte sich trotzdem zufrieden mit der Entwicklung: "Das Auto hat das ganze Wochenende gut funktioniert. Wir sprechen jetzt nur noch von zwei oder drei Zehnteln, die uns noch nach vorne fehlen, und nicht mehr über einen riesigen Abstand, wie es noch zu Beginn der Saison der Fall war. Leider sind die letzten zwei oder drei Zehntel immer am schwersten aufzuholen. Wir dürfen also nicht nachlassen."

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