Alle Experten im Fahrerlager sind sich einig. Miami und Montreal sind richtungsweisend für den Rest der Saison. In Florida schwappt die erste große Upgrade-Welle durch die Boxengasse. Ferrari hat schon angekündigt, dass die Hälfte der Aero-Teile am Auto überarbeitet wurden. Neben einem komplett neuen Frontflügel soll vor allem der erste Einsatz des rotierenden Heckflügels für mehr Top-Speed auf den Geraden sorgen. Dazu konnte man Fortschritte bei der Gewichtsreduzierung erzielen.
Lewis Hamilton hofft, dass der erste Entwicklungspfeil direkt ins Schwarze trifft. "Wir haben ja leider immer noch das Motoren-Defizit, das wir nicht so schnell wegbekommen. Um auf Mercedes aufzuholen, müssen wir also den Rest des Autos doppelt so schnell entwickeln." Bei einem Filmtag in Monza wurde ein Teil des Pakets bereits ans Auto geschraubt. Laut Charles Leclerc konnte man bei den Proberunden aber noch nicht viel lernen.
McLaren verzichtete auf ein erstes Datensammeln mit den Upgrades. Laut Teamchef Andrea Stella wird praktisch die komplette Außenhaut des Papaya-Renners inklusive der Flügel überarbeitet. Das große Facelift soll auf die beiden kommenden Rennen in Nordamerika verteilt werden. Wie man hört, kommt schon in Miami der etwas größere Teil. In Montreal wird dann drei Wochen später noch einmal ordentlich nachgelegt.

Ferrari zeigte in Miami erstmals den neuen Frontflügel.
Nur Kleinigkeiten bei Mercedes
Mercedes verfolgt eine andere Strategie. Der WM-Spitzenreiter hat für Miami nur kleinere Neuerungen im Gepäck. Hier kommt der Großteil des Pakets erst in Montreal. Die Ingenieure wollten die dreiwöchige Pause zwischen den beiden Rennen nutzen, um noch mehr Performance rauszuquetschen.
"Wir haben hier praktisch gar nichts Neues. Nur kleine Sachen, während die anderen große Pakete bringen", stellte WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli klar. "Mal abwarten, wie das für uns läuft. Ich bin mir sicher, dass die anderen näher kommen. Wie müssen wohl deutlich mehr kämpfen dieses Wochenende."
Schon in Japan konnte McLaren einen großen Fortschritt verbuchen. Setzt der Vorjahresmeister also in Miami zum Überholvorgang an? Oscar Piastri glaubt eher nicht daran: "Wir müssen mal abwarten, wo wir am Ende landen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es wird nicht genug sein, um Mercedes an diesem Wochenende herauszufordern."

Wie weit kann McLaren den Rückstand mit den neuen Teilen reduzieren?
Piastri gibt WM-Kampf noch nicht auf
Die große Frage lautet natürlich, wie schnell McLaren sein Paket optimieren kann. Wegen des Sprint-Formats gibt es in Miami nur ein einziges freies Training. Die aktuelle Auto-Generation ist noch so neu, dass sich bei der Setup-Arbeit schnell mal Fehler einschleichen. Im Gegensatz zu Ferrari hat McLaren auf einen Filmtag in der Rennpause verzichtet.
Auch wenn Piastri nur eine kleine Siegchance für Miami sieht, hat er den WM-Kampf noch nicht aufgegeben: "Die Meisterschaft ist längst noch nicht gelaufen. Aber wir müssen jetzt schnell Performance finden, um wieder in den Kampf um den Titel einzugreifen. Wir haben neue Teile für dieses Rennen und legen bald darauf noch einmal nach. Hoffentlich ist es genug, damit wir wieder kämpfen können."












