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Aston Martin Valhalla
Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
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Aston Martin Valhalla: V8-Biturbo-Hybrid, 950 PS

Aston Martin Valhalla (2021) mit Mercedes-Motor Jetzt doch mit V8-Biturbo-Hybrid und 950 PS

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Mit reichlich Verspätung wurde die Serienversion des Aston Martin Valhalla nun endlich enthüllt. Und zwar mit einem völlig anderen Antriebsstrang als ursprünglich geplant.

Der Start des Aston Martin Valhalla hätte – vorsichtig ausgedrückt – weniger problembehaftet verlaufen können. Immer wieder hatte sich das offizielle Debüt des Supersportwagens verzögert. Und dann musste er schon vor seiner Premiere eine Herztransplantation über sich ergehen lassen. Nicht ohne Stolz präsentierten die Briten im vergangenen Jahr den ersten seit 1969 komplett in Eigenregie entwickelten Motor. Ein V6-Biturbo hätte es werden sollen, hybridisiert und bis zu 1.000 PS stark. Doch mit dem Wechsel der Führungsspitze erfolgte auch eine Neubewertung des Projektes "Valhalla" – und im Zuge dessen ein Motorenwechsel.

Als Serienauto tritt der Valhalla mit einem Mercedes-Aggregat an. Das ergibt mehrfach Sinn: Angesichts der zwischenzeitlich massiven finanziellen Probleme hätte die teure Inhouse-Entwicklung eines Hightech-Hochleistungs-Motors mit erwartungsgemäß geringen Absatzzahlen die Bilanzen überproportional belastet. Zudem bezieht Aston Martin schon seit geraumer Zeit seine Antriebe von AMG, was den Produkten performance-seitig sicher nicht geschadet hat. Und der aktuelle Geschäftsführer, Tobias Moers, ist schließlich direkt vom Chefsessel in Affalterbach (AMG) auf jenen in Gaydon gewechselt.

950 PS und maximal 1.000 Newtonmeter

1.000 PS sind es mit dem schwäbischen Hybrid-Strang zwar nicht geworden, aber auch mit 950 PS und maximal 1.000 Newtonmetern ordnet sich der Aston Martin Valhalla in der Supersportwagen-Liga recht weit oben ein. Wie das andere Prestige-Projekt der Marke, der Valkyrie mit V12-Saugmotor, trägt auch er seinen Verbrenner zwischen Fahrgastzelle und Hinterachse. Der Vierliter-V8 mit Twin-Turbo-Aufladung trägt 750 PS zur Gesamtleistung bei, dreht maximal 7.200/min. und überträgt seine Kraft auf die Hinterräder.

Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
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Da glüht der Dreiliter-V6 noch, doch inzwischen musste der selbstentwickelte Motor einem AMG-V8 weichen.

Den Rest steuern zwei Elektromotoren bei, die jeweils an den Achsen sitzen und diese antreiben. Fährt der Valhalla rein elektrisch, was für 15 Kilometer sowie bis 130 km/h möglich und beim Rückwärtsfahren stets der Fall ist, dann als Fronttriebler. Arbeiten alle Motoren zusammen, verteilt die Antriebselektronik die Energie des 400-Volt-Batteriesystems möglichst optimal auf die Achsen. Sie macht den Supersportler also wahlweise zum Allradler oder schickt alle Kraft nach hinten.

Neuheit beim Getriebe

Vorerst exklusiv im Aston Martin Valhalla kommt das neu entwickelte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen und integriertem elektronischen Sperrdifferenzial für die Hinterachse zum Einsatz. Der Clou: Der Verbrennungs- und ein E-Motor können verschiedene Gänge im Getriebe nutzen, was die Beschleunigung optimieren soll. Auf dem Papier klappt das: Von Null auf Hundert soll es in nur 2,5 Sekunden gehen, die Höchstgeschwindigkeit gibt Aston Martin mit 330 km/h an.

Aston Martin Valhalla
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Die Auspuff-Endrohre treten spektakulär nach außen aus.

Der Aston Martin Valhalla nimmt starke technische Anleihen am Valkyrie. So setzt das Modell beim Thema Abtrieb auf extreme Durchströmung und verzichtet auf sichtbare Spoiler. Dennoch gibt es aktive Luftleitelemente und sich verändernde Karosserieoberflächen, welche die Aerodynamik in Abhängigkeit vom Fahrzustand optimieren sollen. Bei einer Geschwindigkeit von gut 240 km/h soll der Valhalla 600 Kilogramm Abtrieb erzeugen. Auch das ein Grund, weshalb er in der Lage sein soll, eine Nordschleifen-Runde in weniger als 6:30 Minuten zu absolvieren.

Trotz Leichtbau 1.550 kg schwer

Auch beim Fahrwerk setzt Aston Martin auf Hybrid-Technik: Vorne kommt ein Pushrod-Layout zum Einsatz, während hinten eine Mehrlenker-Aufhängung installiert ist. Variable Federn und adaptive Dämpfer versprechen blitzschnelle Reaktionen auf die jeweilige Fahrsituation und vielfältige Einstellmöglichkeiten. Zu den Fahrmodi gehört eine Rennstrecken-Abstimmung, in der sich die Komponenten maximal versteifen. Hinter den vorne 20 und hinten 21 Zoll großen Rädern, die mit eigens entwickelten Michelin-Reifen ummantelt sind, arbeitet eine Brake-by-Wire-Bremsanlage, die auf Karbon-Keramik-Komponenten vertraut.

Aston Martin Valhalla
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Obwohl viel Karbon zum Einsatz kommt, wiegt der Valhalla trocken 1.550 Kilogramm.

Eine Chassis-Wanne aus Kohlefaser bildet die strukturelle Basis des Aston Martin Valhalla. Auch die Karosserie besteht zu weiten Teilen aus dem Leichtbau-Material. Trotzdem ist der Zweisitzer nicht gerade ein Leichtgewicht: Aston Martin nennt eine Trockenmasse von 1.550 Kilogramm. Gut für die Show sind die auf dem Dach platzierte Lufthutze, die nach oben austretenden Endrohre der mit aktiven Klappen ausgerüsteten Abgasanlage und die nach vorne öffnenden Flügeltüren, deren Öffnungen für einen möglichst bequemen Ein- und Ausstieg weit in das Dach reichen.

Sitzposition wie im Formel-1-Auto

Der Valhalla ist auf mehr Alltagstauglichkeit als der Valkyrie ausgelegt (was unter anderem die Zweizonen-Klimaanlage verdeutlicht), übernimmt aber weite Teile von dessen reduziertem Cockpit-Design. Als Kommandozentrale dient ein mittig platzierter Touchscreen, mit dem sich Smartphones via Android Auto und Apple Carplay koppeln lassen. Im Innenraum soll der Valhalla spürbar mehr Platz für die beiden Passagiere bieten, wobei die Sitzflächen auf dem Chassis fixiert sind. Ähnlich wie bei einem Formel-1-Auto ist der Fußraum etwas erhöht platziert. Damit trotzdem jede Fahrerin und jeder Fahrer bequem Platz finden, lassen sich die Pedale und Lenksäule verstellen.

Aston Martin RB 003
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Einen Blick in den Valhalla-Innenraum gibt es bisher nur per Skizze.

Die LED-Leuchten verfügen vorne über Matrix-Technologie und einen Fernlicht-Assistenten. Zu den weiteren elektronischen Sicherheits-Systemen zählen ferner die automatische Notbrems-Funktion, der Auffahrwarner, die aktive Geschwindigkeitsregelung, die Totwinkel-Überwachung und die Rückfahrkamera mit Surround-View-Funktion.

Der Preis? Noch offen!

Zum genauen Preis des Valhalla äußert sich Aston Martin bislang nicht. Zu einem früheren Zeitpunkt hieß es, dass das Modell nicht unter umgerechnet einer Million Euro zu haben sein wird. Wir sind gespannt, ob sich daran aufgrund der inzwischen neuen Strategie etwas ändert. Gleiches gilt für die Anzahl der geplanten Fahrzeuge, die ursprünglichen Plänen zufolge auf 500 Exemplare limitiert war. Klar ist dagegen: Der Valhalla kommt sowohl als Rechts- und Linkslenker auf den Markt.

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Fazit

Natürlich ist es schade, wenn so eine spannende Antriebs-Entwicklung dem Sparkurs zum Opfer fällt. Doch für einen eigenen Motor scheinen nun mal die Mittel zu fehlen. Andererseits sind es Aston-Kunden ja bereits gewohnt, mit AMG-Motoren unterwegs zu sein. Alle bisher bekannten Eckdaten versprechen trotzdem einen ziemlich performanten Sportwagen, dem es nicht an emotionalen Charaktereigenschaften mangeln dürfte.

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