Erlkönig BMW M3 Touring BMW
Erlkönig BMW M3 Touring
Erlkönig BMW M3 Touring
Erlkönig BMW M3 Touring
 BMW M3 Touring Heck Teaser BMW 91 Bilder

BMW M3 Touring (2022)

Power-Kombi erstmals erwischt

Noch nie gab es einen BMW M3 Touring. Bei der sechsten Generation ist es nun endlich so weit, der M3-Kombi kommt 2022. Die Erprobung läuft bereits, auch auf der Nordschleife des Nürburgrings. Erste Erlkönig-Bilder gibt es nun.

Tatsächlich gab es die Gerüchte um einen M3 Touring nahezu bei jeder Generation, von der ersten (E30) vielleicht mal abgesehen. Tatsächlich gebaut hat ihn BMW allerdings bisher nie. Im September 2020 debütiert der M3 auf Basis des neuen 3ers (G80) zusammen mit dem zweitürigen M4 (G82), der überhaupt erst seit dem Vorgänger (F82) so heißt. Und tatsächlich verkauft sich das Coupé besser als der Viertürer mit der legendären Original-Typbezeichnung. Auf Basis des Coupés kommt nächstes Jahr auch ein Nachfolger für das M4 Cabrio.

Warum also nicht eine weitere Karosserievariante für den M-Bestseller und wie Audi (RS4 Avant) oder Mercedes (C63 AMG T-Modell) Kasse machen bei Kunden, die sportlich fahren wollen und Transportbedürfnisse haben, die über das hinausgehen, was Limousine, Coupé und Cabrio zu bieten haben? Jetzt macht BMW erst und gibt offiziell bekannt: "Erstmals in der Geschichte der BMW M GmbH wird das Modellprogramm um einen BMW M3 Touring ergänzt" und schon bald ist ein "Prototyp eines neuen High-Performance-Automobils" zu sehen.

BMW M3 Competition
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BMW M3 Touring mit bis zu 510 PS

Zu sehen gab es zunächst nur ein Teaserbild, das natürlich die Heckpartie des M3 Kombis zeigte. Die typischen L-förmigen Heckleuchten ragen in ein wenig stärker ausgestellte Radhäuser hinein in denen Breitreifen hausen. Doppelflutige Auspuffendrohre in Schwarz lugen aus dem Diffusor-Element in Karbon-Optik hervor. Aus ihnen weicht das Abgas des des Dreiliter-Reihensechszylinders. Dieser leistet vermutlich auch im M3 Kombi 480 PS und in der Competition-Version 510 PS. Wie bei der Limousine leitet der Fahrer die Motorkraft über ein Automatikgetriebe auf alle vier Räder. In der puristischen Heckantriebs-Einstiegsversion darf per Sechsgang-Getriebe handgeschaltet werden.

Auf den neuesten Bilder von BMW ist der Kombi mit schwarz-weißer Tarnfolie zu sehen und zeigt seine Front. Hier ist wie beim M3 und den Derivaten auch die große Front-Niere zu sehen. Dazu ist erstmals die Linienführung des Kombis zu erkennen. Die untere Fensterlinie steigt nach hinten an, kräftig ausgestellte Radhäuser zieren die Seitenansicht. Ein Dachkantenspoiler beschirmt das kleine Heckfenster.

Auch im Innenraum orientiert sich der BMW M3 Touring an M3 und M4. Hier greift der Fahrer in ein Sportlenkrad und sitzt auf einem konturierten Sportsitz. Alu-, Karbon- und Lederfinish runden das Interieur inklusive eines dem Fahre rzugewandten Display in der Mittelkonsole sowie einem digitalen Cockpit.

Wie groß ist der Aufwand fürs Kombiheck?

Laien hätten ohnehin nicht vermutet, dass der Entwicklungsaufwand den Power-Kombi verhindern könnte. Die Technik die den Unterschied macht steckt, beim M3 doch vorwiegend unter dem Blech und da treiben die Münchner seit jeher enormen Aufwand, verwenden unzählige andere Teile als in den AG-Autos. Motor, Achsantrieb, Schaltung, Aufhängung, Federn, Dämpfer – alles war bisher M-spezifisch und wird es auch beim neuen wieder sein. Hätte sich doch schon immer lohnen können, das alles für mehr als drei Karosserievarianten zu verwenden, oder?

Hätte hätte..... Allerdings braucht jede Karosserievariante mit anderem Gewicht und anderem Schwerpunkt auch eine andere Fahrwerksabstimmung – etwas, worin die M GmbH stets besonders viel Aufwand auch in Form von Testkilometern investiert. Außerdem ist beim M3 sogar die Karosse nur mehr bei Türen und Heckdeckel mit der 3er-Ausgangsbasis gleich. Die Spur ist breiter, die Radhäuser entsprechend auch – mehrere Zentimeter sogar. Das wird auch beim neuen M3 Touring so sein und daher dauert es auch noch ein wenig, bis der eilige M-Transporter anrollt: "Noch befindet sich der erste BMW M3 Touring in der Frühphase seines circa zweijährigen Serienentwicklungsprozesses. Wie bei anderen BMW M Hochleistungs-Sportwagen gilt auch für den BMW M3 Touring: Hat der Prototyp das "Go" für Testfahren auf öffentlichen Straßen erhalten, ist dies der entscheidende Schritt auf seinem Weg zur Serienreife. Denn nicht nur dort wird er schon bald regelmäßig zu sehen sein. Wie für alle anderen BMW M Modelle findet das intensive Erprobungs- und Abstimmungsprogramm für den BMW M3 Touring ebenfalls auf der Nordschleife des Nürburgrings statt. Denn schließlich ist auch der erste BMW M3 Touring in erster Linie ein BMW M3", verkündet BMW.

Wer will überhaupt noch Kombis?

Das Nein zum Kombi muss bisher mit einer ziemlich düsteren Stückzahlprognose zu tun gehabt haben. Andererseits wird BMW vom aktuellen M3/M4/Cabrio am Ende der Laufzeit erstmals sechsstellig verkauft haben. Da haben sich die Münchner offenbar ausgerechnet, dass es selbst bei niedrigem Modellmix-Anteil möglich sein müsste, den M3 Touring in einer Größenordnung zu verkaufen, die den Aufwand rechtfertigt.

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Was BMW bisher vom Gegenteil hat ausgehen lassen, hat vor allem mit den Haupt-Absatzmärkten für das meistverkaufte M-(Core-)Modell zu tun. Von der fünften Generation gingen etwa 45 Prozent in die USA, je 10 Prozent nach Deutschland und Großbritannien. Der Rest verteilt sich einigermaßen gleichmäßig auf andere Länder.

Die Hauptmärkte von M3/M4 stehen auf Stufenheck

Das ist wenig ermutigend für Kombi-Varianten im Allgemeinen. Denn in den USA haben erst Vans und dann die SUVs den klassischen Kombis den Gar ausgemacht. Das Segment ist in den Vereinigten Staaten tot, selbst Volkswagen hat dort 2019 seine letzten beiden Variant-Modelle vom Markt genommen. Der Kombi ist ein europäisches Phänomen, verliert aber selbst hier an Marktanteil. 2018 lag der Marktanteil der Kombis laut Jato Dynamics noch bei 11 Prozent, Marktbeobachter prognostizieren aber, dass das Segment bis 2025 um ein Viertel schrumpft. Das passiert nicht homogen. So hatte Italien beispielsweise 1999 noch einen Kombianteil von 15 Prozent im ersten Halbjahr 2019 waren er nur mehr fünf Prozent. In England ebenfalls. Übersetzt auf den M3 wären das von etwa 10.000 M3/M4, die in England über die Laufzeit verkauft werden dürften, also potenziell 500 Touring – wenn man für die supersportliche Mittelklasse von der gleichen Kombi-Nachfrage ausgeht wie beim Gesamtmarkt.

BMW M3 Pickup E93

Der zweitstärkste M3-Markt, Deutschland, hat zwar einen viel höheren Kombianteil (17 Prozent im ersten Halbjahr 2019), stünde damit aber für lediglich 1.700 potenzielle M3 Touring. Selbst wenn man für die restlichen 25 Prozent der M3-Ländermärkte der Einfachheit halber von einem Kombianteil wie in Europa ausginge, wären das über die Laufzeit nur 4.200 M3 Touring; insgesamt ergäben sich aus dieser sicher eher vagen Abschätzung also 6.400 mögliche M3 Touring-Verkäufe – über den ganzen Modellzyklus. Eher wenig. Aber bei so langer Wartezeit auf den ersten M3 Touring könnte die Nachfrage nach dem schnellen Kombi auch eine ganz eigene Dynamik bekommen.

Bei der Konkurrenz geht es doch auch

Bei Audi und Mercedes muss also entweder der Kombianteil von RS4 und C63 AMG höher gewesen sein oder der Aufwand geringer. Oder beides. Dass die niedrige Abschätzung der Stückzahlen für die sportlichen Kombis nicht richtig sein muss, zeigt zudem Audi, wo es den RS4 wie den RS6 einst nur als Kombi gab.

02/2020, Audi RS4 Avant Bronze Edition
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Beim RS6 hat man mit dem Erscheinen des RS7 die Limousine wieder eingestellt, rechnet aber kurioserweise selbst in den USA mit einem Kombianteil von 25 Prozent. Die Ingolstädter haben den Avant offenbar lange genug als sportliche Karosserievariante kultiviert und beim M3/M4-Konkurrenten RS4/RS5 sogar das fünftürige Coupé (RS5 Sportback) erfolgreich etabliert. Das könnte bei M auch noch kommen – als M4 Gran Coupé.

Fazit

Hohe Stückzahlen bei der aktuellen Modellgeneration des M3/M4 haben BMW wohl bewogen einen M3 Touring zu wagen, der kommende Allradantrieb passt gut dazu. Die Fans dürfte es freuen, die Konkurrenz eher nicht. Und auch Haustuner Alpina, wo der B3 schon lange als Touring mit Allradantrieb im Programm ist, könnte die Stirn runzeln. Andererseits kamen sich B3 und M3 mit ihrem unterschiedlichen Charakter bislang auch nicht in die Quere.

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