07/2019, Chevrolet Corvette C8 Sting Ray GM
07/2019, Chevrolet Corvette C8 Sting Ray
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07/2019, Chevrolet Corvette C8 Sting Ray 40 Bilder

Chevrolet Corvette C8 Stingray (2019)

502-PS-Mittelmotorsportler verzögert sich

Die neue Corvette-Generation setzt auf ein Mittelmotorkonzept mit V8-Sauger. Die Preise starten unter 60.000 Dollar, das erste Produktionsjahr ist schon ausverkauft. Wegen eines Streiks müssen die Kunden aber länger auf ihre Autos warten.

GM-Designchef Michael Simcoe verkündete es jetzt beim Concours d'Elegance of America in Plymouth im US-Bundesstaat Michigan: Das erste Produktionsjahr der neuen Mittelmotor-Corvette C8 Stingray sei nahezu ausverkauft. Während er dies sagte, glänzte eine neue Corvette auf dem grünen Rasen des Ausstellungsgeländes. Interessenten können sich bei Chevrolet online eine Corvette reservieren – und die Reservierungsmöglichkeit gab es auch während der noblen Auto Show in Plymouth. Wer noch eines der ersten Mittelmotor-Modelle der Corvette haben wollte, musste sich mit seiner Reservierung anscheinend ranhalten. Wie hoch die erste Produktions-Charge des anscheinend schon jetzt heiß begehrten Sportwagens ist, hat GM noch nicht verraten.

Streik bringt C8-Start in Gefahr

Nun sieht es jedoch stark danach aus, dass die ersten Kunden länger auf ihre Autos warten müssen als gedacht. Grund ist ein Arbeitskampf zwischen General Motors und der Auto-Arbeiter-Gewerkschaft UAW, der in einen Streik mündete. Dieser läuft bereits seit drei Wochen und betrifft auch das GM-Werk in Bowling Green, wo die Corvette gefertigt wird. Ein Ende des Arbeitskampfes ist noch nicht abzusehen, weshalb ein pünktlicher Produktionsstart der Corvette C8 in Gefahr gerät. Das Coupé sollte ursprünglich zum Jahresende 2019 anlaufen, das Cabrio zum Ende des ersten Quartals 2020.

10/2019, Chevrolet Corvette C7 Produktion Bowling Green
General Motors
Bevor die Produktion der Corvette C8 starten kann, müssen in Bowling Green noch die letzten C7-Exemplare montiert werden.

Dem Vernehmen nach war es ein konkretes Ziel der Gewerkschafter, den Produktionsstart des Mittelmotor-Sportlers zu verzögern, um den Druck auf GM zu erhöhen. Zwar beschwichtigte ein Sprecher des Konzerns gegenüber der „Detroit Free Press“, dass es zu früh sei, um über die Auswirkungen des UAW-Streiks auf die Corvette-Produktion zu spekulieren. Die Zeitung zitiert allerdings auch Insider, die behaupten, dass sich der C8-Start auf jeden Fall verzögern werde. Schließlich müssten noch die letzten C7-Aufträge abgearbeitet werden, bevor das Werk für die neue Corvette umgerüstet werden kann – was eigentlich in dieser Woche passieren sollte.

Lange Zeit unbestätigte Gerüchte, dann Gewissheit

Die bisherige Geschichte der ersten Mittelmotor-Corvette war bereits von Verzögerungen und Gerüchte bestimmt. Letztere besagten schon seit Jahren, dass Chevrolet bei der Corvette C8 ein völlig neues technisches Konzept verfolgen werde. Mit der Enthüllung der neuen Chevrolet Corvette C8 Stingray im Sommer hatten dann alle Spekulationen ein Ende. Ja, die C8 baut auf ein Mittelmotorkonzept und ja, sie heißt offiziell auch wieder Stingray.

Saugmotor und Doppelkupplungsgetriebe

Befeuert wird die Corvette C8 Stingray weiter von einem 6,2 Liter großen Small Block-V8-Motor mit Trockensumpfschmierung, Zweiventiltechnik, variabler Ventilsteuerung, Zylinderabschaltung und Alublock, der auf den Namen LT2 hört und komplett neu entwickelt wurde. Entgegen zahlreicher Vermutungen kommt das neue Basistriebwerk weiter als reiner Saugmotor. GM hat aber schon weitere Aggregate für die Corvette angedeutet. Der V8-Sauger sitzt nun allerdings hinter den beiden Passagieren. Als Leistung nennt GM 502 PS, die bei knapp 6.500 Touren anliegen, sowie ein maximales Drehmoment von 637 Nm (bei 5.150/min). Seinen Sound darf das Triebwerk durch einem Sportauspuff entlassen.

07/2019, Chevrolet Corvette C8 Sting Ray
GM

Kombiniert wird der V8 in der C8 Stingray mit einem ebenfalls neu entwickelten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das vom Zulieferer Tremec stammt. Der erste Gang ist kurz übersetzt, die Gänge 2 bis 6 sollen echte Fahrgänge sein, die Stufen 7 und 8 wurden als Overdrive ausgelegt. Bei den verfügbaren Fahrprogrammen hat GM von vier auf nun sechs aufgestockt. Die Spreizung reicht von Touren- bis hin zu Track-Modi. Bestückt mit dem optionalen Z51-Paket soll die C8 in unter drei Sekunden die 60 mph-Marke knacken können. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 312 km/h angegeben. Bestückt mit der abtriebsfördernden Z51-Option sinkt die Vmax auf 296 km/h.

Turbomotoren werden nachgeschoben

Doch der frei saugende V8 macht nur der Anfang in der C8. Der Sauger sitzt angeblich nur deshalb in der C8, weil die Turbomotoren noch nicht fertigentwickelt sind. Auf den 6,2-Liter-V8 sollen später Vierliter-Achtzylinder mit Biturboaufladung folgen, die zwischen 600 und in der Hybrid-Version sogar über 900 PS liefern sollen. Da der Sauger die Emissionsvorschriften in Europa nicht mehr schafft, wird die C8 wohl erst mit den Turbomotoren Ende 2020 den Sprung nach Europa schaffen.

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Auch wenn die neue Chevrolet Corvette in der Frontansicht noch eindeutig als Corvette erkennbar ist, blieb beim Umbau auf das Mittelmotorkonzept kein Stein auf dem anderen. GM behauptet gar, dass nur ein Teil der C7 unverändert in die C8 wanderte. Die neue Corvette C8 Stingray kommt auf eine Länge von 4,63 Meter, eine Breite von 1,93 Meter sowie eine Höhe von 1,23 Meter. Den Radstand gibt GM mit 2.722 Millimeter an, das Trockengewicht soll bei 1.530 Kilogramm liegen.

Neue Proportionen für die Corvette

Beim Chassis setzt die C8 auf Aluminium-Druckgussprofile. Die Heckschürze wird aus Karbon gefertigt, die Hauben aus Fiberglas. Eine 3,2 Millimeter dicke Plexiglasheckscheibe erlaubt den Blick auf den neuen Motor. Ansonsten verändert die neue Motorposition alle Proportionen.

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Die C8 schiebt eine spitze Nase durch den Wind. Darunter öffnet sich ein großes Kühlermaul. Auf der Haube sitzen weit nach hinten reichende Scheinwerfer. Die weit vorne angesetzte Windschutzscheibe steigt flach an. Die eingezogenen Flanken münden hinter den Türen in Kühlluftschächten für den V8. Auf dem Heck, das ebenfalls stark an die alte C7 erinnert, sitzt ein großer, feststehender Spoiler, darunter korrespondieren die Doppelrückleuchten mit den Doppelendrohren der Auspuffanlage. Dazwischen darf der Achtzylinder über zwei große Kühlluftkanälen sein heißes Umfeld entlüften.

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In den vorderen Radhäusern drehen sich 8,5 x 19 Zoll große Leichtmetallfelgen, die mit Reifen der Dimension 245/35 bestückt sind. Hinten steht die C8 Stingray auf 11 x 20 Zoll großen Rädern und gript auf 305/30er Walzen. Den haftungsfreudigen Gummi liefert Michelin mit Pilot Sport-Pneus. Ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial unterstützt bei der Gripsuche. Bei den Bremskomponenten kommt Brembo zum Zuge. Vorne beißen Vierkolbenzangen in 321er Scheiben, hinten wurden Vierkolbenzangen mit 339er Scheiben kombiniert. Das konventionell aufgebaute Fahrwerk setzt nur im Optionspaket Z51 auf adaptive Dämpfer. Dafür ist immer ein Liftsystem an der Vorderachse an Bord, das die Front um 40 mm anheben kann. Das funktioniert bis knapp 40 km/h. Zudem kann sich das Bordsystem per GPS-Zugriff bis zu 1.000 Stellen merken, an denen es ratsam ist, die Front anzuheben.

Zur Ausstattung der neuen Corvette C8 Stingray zählen unter anderem ein Infotainmentsystem mit großem Touchscreen und umfangreicher Konnektivität und Sprachsteuerung, ein konfigurierbares 12-Zoll-Digitaldisplay im Cockpit, Memory-Sitze, ein beheiztes Lenkrad, ein Bose-Soundsystem sowie ein integriertes Data-Recording.

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Das Z51-Paket bietet zudem größere Bremsen, einen Sportauspuff, eine verbesserte Kühlung, eine geänderte Achsübersetzung, elektronisch gesteuerte Dämpfer sowie dezente Aerodynamik-Updates.

Basispreis unter 60.000 Dollar

Angeboten wird die Corvette C8 Stingray wieder mit einem herausnehmbaren einteiligen Dachelement, das im neuen Heckkofferraum hinter dem V8 verstaut werden kann. Alternativ finden hier auch 357 Liter Gepäck Platz. Ein weiterer kleiner Kofferraum, ausreichend für Ladegut in den Dimensionen von Handgepäck, findet sich unter der vorderen Haube.

Chevrolet Corvette C8 Stingray
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Die Produktion für die neue Corvette C8 Stingray soll Ende 2019 in Bowling Green anlaufen. Einen genauen Marktstarttermin nennt GM noch nicht, aber einen ersten Preis. In den USA wird die neue C8 in der Basisversion für 59.995 Dollar zu haben sein. Bestückt mit Lederausstattung, Head-Up-Display, einem Bose-Soundsystem und klimatisierten Sitzen steigt der Grundpreis auf 67.295 Dollar. In der noch üpper bestückten Luxusausstattung steigt der Grundpreis auf 71.945 Dollar. Das Z51-Paket kostet 5.000 Dollar, wobei das MagneRide-Fahrwerk weitere 1.895 Dollar und der Sportauspuff zusätzlich 1.195 Dollar kostet.

Die alte Corvette C7 wird trotz verschiedener Gerüchte nicht weitergebaut. Die C8 dagegen erstmals auch ab Werk in einer Rechtslenker-Variante.

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Fazit

Der Umbau der Corvette von einem Frontmotorsportler zu einem Mittelmotorsportwagen zeigt sich gelungen. Die relativ konservative Antriebstechnik passt zur Corvette-Historie. Unter 60.000 Dollar sind auch ein klares Statement. Jetzt muss sich die C8 Stingray nur noch fahrdynamisch beweisen.

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