iX5: Warum baut BMW den Elektro-SUV im Verbrennerland USA?

BMW X5/iX5 Neue Klasse
Warum der E-SUV im Verbrenner-Land USA entsteht

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.07.2026
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1999 brachte BMW die erste Generation des X5 auf den Markt. Schon die lief im damals fünf Jahre jungen Werk Spartanburg in den USA vom Band. Mehr als drei Millionen Exemplare des ersten und lange größten SUV von BMW hat das Werk als "Home of X" seitdem produziert. Der Standort ist laut BMW "Kompetenzzentrum" für die großen X-Modelle von X3 bis X7 und XM.

Das erste Neue-Klasse-Modell iX3 kommt allerdings nicht nur aus Spartanburg, sondern rollt auch im neuen Werk Debrecen vom Band, wo wiederum der X3 nicht hergestellt werden kann. Die Fabrik in Ungarn haben die Münchner exklusiv für elektrische Fahrzeuge der Neuen Klasse konzipiert und auf der grünen Wiese neu errichtet.

Erstmals ein iX5

Die Neue Klasse ist eine komplett neue Fahrzeugarchitektur, in die BMW mehrere Milliarden Euro Entwicklungskosten gesteckt hat. Ein Teil davon sind Plattformen für reinen Elektroantrieb mit neu entwickelten Rundzellen (in zwei Größen) und 800-Volt-Netz sowie neuen Motoren. Zur neuen Klasse als Technologiebaukasten für die ganze Marke und eben auch für Verbrenner gehört zudem eine Elektronikarchitektur mit vier zentralen Domänenrechnern sowie ein neues Bedienkonzept mit dem Display über die ganze Breite der Windschutzscheibenwurzel (Panoramic Vision).

Letzteres bekommen beide neuen SUV, der X5 mit Verbrennungsmotoren und der elektrische iX5 . Anders als beim kleineren SUV-Pärchen X3/iX3 setzt BMW beim neuen iX5 aber beim eigentlichen Unterbau nicht auf die Electric-Only-Antriebsplattform der Neuen Klasse. Stattdessen stehen sowohl X5 als auch iX5 auf der umfangreich modernisierten Verbrenner-Architektur CLAR (Cluster Architecture), die schon länger mild hybridisierte Benziner und Diesel sowie Plug-in-Hybridantriebe beherrscht.

Für den iX5 hat BMW die Neue-Klasse-Batterie aus den größeren Rundzellen an den Fahrzeugboden angepasst und die Neue-Klasse-Antriebe, Elektronik und Interieurkonzept implantiert. Und, um der Antriebsvielfalt die Krone aufzusetzen, haben die Münchner Wasserstofftanks entwickelt, von denen sieben alternativ ins Batteriegehäuse passen. Maximal 7 Kilogramm Wasserstoff darin sollen im iX5 Hydrogen (ab 2028) für 750 Kilometer WLTP-Reichweite genügen. Beim Design folgt der große SUV allerdings klar den Vorgaben der Neue-Klasse-Philosophie. Sprich: Der neue X5 ist optisch klar ein großer Bruder des iX3. Die Ähnlichkeit zwischen iX5 und X5 wird allerdings deutlich größer als bei der kleineren Baureihe.

E-Antrieb verlangt mehr Größe und bringt mehr Gewicht

An zwei Punkten ist erkennbar, wie BMW die traditionelle Heckantriebsarchitektur an den E-Antrieb angepasst hat: Radstand (und Länge) legen um satte sechs Zentimeter auf 3.035 Millimeter zu – ein Zeichen, dass unter den neuen Hut auch die riesige Batterie mit 141 kWh Nettokapazität passen muss. Ein weiteres: Der cW-Wert von durchschnittlichen 0,28 ist ein ganzes Stück von den hervorragenden 0,24 des iX3 entfernt.

Die neue Größe schlägt auch beim Gewicht durch. Der Basisbenziner bringt leer bereits 2,3 Tonnen auf die Waage, der Diesel liegt 60 Kilogramm darüber, die Hybrid-Versionen kommen auf rund 2,6 Tonnen, und der elektrische iX5 liegt schon über 2,8 Tonnen. Dennoch erlaubt BMW Zuladungen zwischen 670 und 770 Kilogramm. Sowohl beim Leergewicht als auch bei der Zuladung übertrifft die neue X5-Generation den Vorgänger. Der elektrische iX5 60 xDrive bleibt beim zulässigen Gesamtgewicht nur knapp unter der führerscheinrelevanten 3,5-Tonnen-Grenze: 3.495 Kilogramm stehen im Datenblatt.

E-Auto und Verbrenner entstehen auf demselben Band

Der neue X5 ist also nicht wirklich ein Neue-Klasse-Modell, auch der iX5 nicht. Darum produziert BMW beide, so wie beispielsweise i5 und i7 gemeinsam mit den Verbrennermodellen 5er und 7er, auf derselben Produktionslinie im Werk der Baureihe. Und das ist bei den X-Modellen eben Spartanburg.

BMW sagt dazu: "Es gibt keine reinen 'Neue Klasse-Werke'. Wir verfolgen weiterhin unsere Strategie der Technologieoffenheit. In diesem Rahmen werden wir nun auch in Spartanburg vollelektrische Modelle produzieren, auf dem gleichen Band wie die anderen Antriebsarten." Die Akkupacks des iX5 entstehen ausschließlich in einem neuen Montagewerk im nahegelegenen Woodruff. Die Batteriezellen liefert der ursprünglich japanische und inzwischen mehrheitlich chinesische Hersteller AESC.

Kaufen Amerikaner Elektro-SUV?

Ein Indiz, wie der neue iX5 bei der US-Kundschaft ankommen könnte, liefert allenfalls ein Blick auf die Hauptmärkte des im Werk Dingolfing hergestellten iX. Das reine Elektromodell ist ziemlich genauso groß wie der Vorgänger-X5. Am besten verkaufte er sich laut BMW in Europa, gefolgt von den USA. Dort sind X5 und X3 die meistverkauften Modelle. BMW rechnet "mit einem weltweiten Erfolg des BMW iX5 – Hauptregionen werden aber auch hier, wie für alle X5, Nordamerika, Europa und Australien sein".

Entsprechend ist die Produktion des iX5 in anderen Werken, die näher an elektroaffineren Märkten liegen, nicht geplant. Denn schon jetzt exportiert BMW nahezu die Hälfte der in Spartanburg produzierten Autos in Märkte außerhalb der USA. "Im Jahr 2025 gingen etwa 47 Prozent der in Spartanburg produzierten Fahrzeuge in rund 120 Märkte", so BMW.

Über den prognostizierten Antriebsmix (Elektro, Benziner, Diesel) beim iX5/X5 will BMW aktuell noch nichts sagen. Aber, so ein Statement: "Der Ansatz der Technologieoffenheit ermöglicht uns, auf Marktanforderungen flexibel zu reagieren."

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