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Jaguar Land Rover Elektro-Zukunft ab 2025

Jaguar Land Rover Elektro-Zukunft Neuer XJ eingestellt, Jaguar als E-Marke, Job-Abbau

Jaguar-Land Rover-Boss Thierry Bolloré hat am Montag (15.2.2021) seine neue Zukunftsstrategie für den angeschlagenen Autohersteller vorgestellt. Drei neue Architekturen sollen die Traditionsmarken profitabel machen, Jaguar baut ab 2025 nur noch Elektroautos, Land Rover perspektivisch pro Baureihe eines.

Unter dem Motto "Reimagine" will der Franzose, zuvor CEO der Renault-Gruppe, Jaguar ab 2025 zu einer rein elektrischen Marke umbauen. Bis 2030 soll für alle Modellreihen von Jaguar Land Rover eine elektrische Variante verfügbar sein – wobei der erste elektrische Land Rover bereits 2024 an den Start gehen wird. 100 Prozent der Jaguar-Verkäufe (ab 2025) und 60 Prozent des Land Rover-Absatzes sollen auf rein elektrische Modell entfallen.

Sechs elektrische SUV

Insgesamt sechs rein elektrische SUV gehen in den kommenden fünf Jahren an den Start. Entsprechend werden fast alle Modelle der drei Baureihen Range Rover mit Evoque und Velar, Discovery und Defender mit Elektroantrieben ausgerüstet werden. Der bisher unter dem internen Arbeitstitel "Medium SUV" firmierte Road Rover wird es nicht geben. 2018 hatte sich Land Rover den Namen "Road Rover" schützen lassen. Das rein elektrische Modell sollte niedriger als die klassischen SUV und eher Crossover-haft ausfallen.

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Sechs elektrische SUV bringt Land Rover an den Start.

Als Basis für die neuen Modelle setzt Land Rover die bekannte modulare Längsarchitektur MLA (Modular Longitudinal Architecture) ein. Die ist für konventionelle Antriebe sowie für Mild- sowie Plugin-Hybride ausgelegt – aber auch für vollelektrische Versionen. In einer weiteren Entwicklung erhält Land Rover dann die neue modulare elektrische Architektur EMA (Electric Modular Architecture) – auch sie ist für alle Antriebsformen ausgelegt, soll aber zunächst für rein elektrische Antriebe verwendet werden.

Jaguar mit eigener BEV-Architektur – geplanter XJ am Ende

Jaguar hingegen erhält als zukünftige E-Marke exklusiv eine komplett neue modulare elektrische Architektur. Der bereits für 2022 angekündigte elektrische Jaguar XJ ist indes nicht mehr Teil des neuen Strategieplans. Dieses Modell sollte ursprünglich auch auf der MLA-Plattform aufbauen und als reines Elektromodell an den Start gehen.

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Nach Angaben von Jaguar habe man sich nach einer gründlichen Technologie-Prüfung entschieden, dass der geplante XJ nicht mehr zur neuen Marke Jaguar passe. Einen komplett neuen XJ schließt das Unternehmen hingegen auch nicht aus: "Zum neuen Angebot kann auch ein Modell mit dem Namen Jaguar XJ gehören".

Aus für XF und XE – kommt ein kompakter Jag?

Alle Jaguar sollen ausschließlich auf einer Jaguar-eigenen Elektroauto-(BEV)-Architektur aufbauen. Die aktuellen Modelle werden, so Bolloré, bis zu ihrem Produktlebensende weiter produziert. Das neueste Modell, der XE kam 2018 auf den Markt und ist dann 2025 auch am Ende seines Produktzyklus. XE und XF dürften keine direkten Nachfolger mehr erhalten. Hier steht als Ersatz ein kleiner kompakter Jaguar in Aussicht, der dann auf der neuen BEV-Architektur von Jaguar aufbauen könnte.

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Alternative Antriebe

Ein weiterer Teil des Strategieplans ist die Entwicklung eines Brennstoffzellenantriebs. Unter dem Namen „Project Zeus“ soll eine serienreifen Entwicklung der Wasserstofftechnologie mit Hochdruck vorangetrieben werden. Ein erster fahrbarer Prototyp soll zeitnah in die Erprobung gehen, ein erstes Konzept in der Größe eines Evoque vorgestellt werden. Die Technik könnte ab 2023 in größeren schweren SUV angeboten werden. Außerdem entwickelt JLR im Project Tucana ein Leichtbau-Chassis für die kommenden Elektroautos.

In Sachen Produktion hält Jaguar Land Rover weiter an allen Werken in Großbritannien und global fest. Das Werk Solihull produziert neben der MLA-Plattform künftig auch die neue EMA-Basis. Außerdem investieren die Briten eine Milliarde Pfund (umgerechnet knapp 1,1 Milliarden Euro) in das Werk Castle Bromwich, um es als Elektroauto-Produktionszentrum umzubauen. Im Rahmen der neuen Elektrostrategie fallen auch rund fünf Prozent der Stellen im kommenden Geschäftsjahr weg. Das entspricht 2.000 Jobs, die das Unternehmen weltweit abbauen wird. Aktuelle hat Jaguar / Land Rover 40.000 Beschäftigte.

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Fazit

Seit September 2020 ist Thierry Bolloré im Amt – keine sechs Monate später krempelt er den angeschlagenen Konzern komplett um. Was jahrelang unter seinem Vorgänger Speth versäumt wurde, muss der Franzose nun mit einer radikalen "Reimagine"-Strategie gerade ziehen. Die hochdefizitäre Marke Jaguar vollführt eine 180-Grad-Drehung und wird komplett elektrisch. Der schon in der Entwicklung befindliche Jaguar XJ auf MLA-Plattform ist kassiert, eine neue exklusiv für Jaguar entwickelte elektrische Plattform muss es nun richten – wenngleich der XJ sicher als Re-Reimagine-Modell wieder mitspielen darf. Zwei weitere schlecht laufende Modelle fallen dem Rotstift sicher auch noch zum Opfer: XF und XE – einzig der F-Type könnte es ins neue E-Zeitalter schaffen – ob Jaguar künftig elektrische Sportwagen bauen wird, wollte Bolloré in einer Pressekonferenz allerdings noch nicht sicher sagen.

Und Land Rover? Gleich sechs elektrische SUV kündigt Bolloré an – alle stehen auf der schon entwickelten und für große, schwere und hohe Autos konzipierten Plattform. Hier könnte der Road-Rover das Modellportfolio ergänzen. Vielleicht sogar auf Jaguars BEV-Architektur – im Gegenzug könnten Jaguar-SUVs auf Land-Rover-Plattformen stehen. Aber sie müssten ab 2025 rein elektrisch fahren.

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