01/2020, Laffite G-Tec X-Road Laffite Supercars / Olivier Pojzman
01/2020, Laffite G-Tec X-Road
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01/2020, Laffite G-Tec X-Road 11 Bilder

Laffite G-Tec X-Road (2020)

Dakar-Renner mit Straßenzulassung

Der Laffite G-Tec X-Road ist ein bis zu 730 PS starkes „All-Terrain Supercar“ und tritt das Erbe des gefloppten Zarooq Sand Racers an. Sein Preis: fast 420.000 Euro.

Es gibt Momente, da ballen sich die Déjà-Vu-Situationen. Die Begegnung mit dem Laffite G-Tec X-Road ist so einer. Zuerst löst der Markenname dieses „Das kommt mir doch bekannt vor“-Gefühl aus. Der Franzose Jacques Laffite fuhr in den Siebziger- und Achtzigerjahren erfolgreich in der Formel 1 und feierte sechs Grand-Prix-Siege. Sein Neffe Bruno, früher selbst professioneller Rennfahrer, und dessen Frau Laetitia sind nun unter die Automobilproduzenten gegangen, was uns zum nächsten Déjà-Vu führt. Denn diesen Laffite G-Tec X-Road kennen wir bereits unter anderem Namen.

2015 als Zarooq Sand Racer geboren

Im Dezember 2015 stellte Zarooq Motors aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Sand Racer 500GT beim Großen Preis von Abu Dhabi vor. Der für einen neu zu schaffenden Markenpokal vorgesehene Wüstenrenner sollte bis zu 500 PS leisten. Im Sommer 2017 schien der Wagen dann fertig zu sein. Von da an sollten 35 Exemplare des extrovertiert gezeichneten Zweisitzers gebaut werden. Dazu kam es nie, das Projekt – das unter anderem von Bruno Laffite gemanagt wurde – verlief im Sande. Bis es nun von den Eheleuten Laffite unter eigenem Namen reaktiviert wurde.

Wüsten-Buggy: Zarooq Sand Racer 500GT

Zarooq SandRacer 500GT
Zarooq SandRacer 500GT Zarooq SandRacer 500GT Zarooq SandRacer 500GT Zarooq SandRacer 500GT 26 Bilder

Optisch hat sich bei der Metamorphose vom Zarooq Sand Racer zum Laffite G-Tec X-Road nur wenig geändert. Das „All-Terrain Supercar“ verfügt vorne über andere Leuchten sowie eine weniger massive Stoßstange und hinten über etwas dezentere Auspuff-Endrohre. Am Heck setzt aber noch immer ein mächtiger Diffusor optische Ausrufezeichen. Für den Einsatz in schwerem Gelände konnte der Diffusor beim Zarooq demontiert werden. Ob das für den Laffite auch gilt, ist leider nicht bekannt.

Fast ein halber Meter Federweg

Auch technische Details zum Dakar-Renner mit Straßenzulassung (zumindest in Kalifornien) sind bisher rar. Laffite Supercars zufolge hat Philippe Gautheron, ein im europäischen Motorsport anerkannter und mit seinen Teams G-Tec und Virage gut bekannter Ingenieur, die finale technische Entwicklung verantwortet. Wahrscheinlich ist, dass er einen Großteil der Zarooq-Entwicklungen in den Laffite überführt hat. Das dürfte auch für den Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl gelten, der das Skelett des 4,29 Meter langen, 2,14 Meter breiten und 1,52 Meter hohen Buggys bildet. Der Radstand der Karbon-Karosserie dürfte unverändert bei 2,82 Meter liegen, die Überhänge vorn und hinten fallen extrem knapp aus, die Böschungswinkel dagegen groß. Zudem trat der Sand Racer mit einer Bodenfreiheit von 31,5 Zentimetern an. Die Fotos legen nahe, dass der Laffite diesen Wert zumindest reproduzieren kann.

01/2020, Laffite G-Tec X-Road
Laffite Supercars / Olivier Pojzman
Viel Leder, Karbon und Metall im Innenraum des Laffite G-Tec X-Road.

Der Federweg des G-Tec X-Road beträgt erkleckliche 43 Zentimeter. Für ordentlich Traktion sollen grobstollige Offroad-Reifen von BF Goodrich sorgen. Innen kombiniert Laffite Leder mit reichlich Karbon. Der Fahrer kommandiert den Buggy mit einer Metall-Pedalerie und einem eckig geformten Volant, mit dem per farbigen Knöpfen weitere Funktionen befehligt werden können. Dahinter verbergen sich die Schaltwippen, über die das fünf- oder sechsstufige Getriebe bedient wird. Auf der Beifahrerseite befindet sich ein breitformatiger Bildschirm, während am Dach und auf der Mittelkonsole platzierte Metall-Kippschalter weitere Funktionen ausführen. Die Schalensitze sind mit Hosenträger-Gurten ausgerüstet.

Hinterradantrieb im Wüstensand

Am grundsätzlichen Layout mit Mittelmotor und Hinterradantrieb hat Laffite nicht gerüttelt. Für den Zarooq war ursprünglich ein 3,5-Liter-V6 vorgesehen, der dann einem 6,2-Liter-V8 mit 525 PS samt maximalem Drehmoment von 660 Newtonmetern wich. So einer ist auch im G-Tec X-Road installiert. Der unter anderem aus der Corvette bekannte LS3-Motor aus dem General Motors-Regal leistet entweder 477 PS als Saugmotor oder bis zu 730 PS, wenn der Kunde die optionale Kompressor-Aufladung wählt. Das bis zu 230 km/h schnelle Paket könnte für ordentlich Dynamik in der Wüste sorgen, schließlich soll der G-Tec X-Road gerade mal 1,3 Tonnen auf die Waage bringen.

Laffite bietet den in Los Angeles endmontierten G-Tec für mindestens 465.000 Dollar (knapp 420.000 Euro) an und limitiert die Serie auf 30 Exemplare. Die Auslieferungen sollen Ende 2020 starten. Zusätzlich zum V8-Boliden ist eine rein elektrische Version geplant, die 545.000 Dollar (etwa 490.000 Euro) kosten soll. Deren Daten: 350 kW / 476 PS, ein Topspeed von 220 km/h und ein Leergewicht von 1.630 Kilogramm. Die 60-Kilowattstunden-Batterie mit Lithium-Ionen-Technik soll eine Reichweite von 322 Kilometern gewährleisten. Eine stärkere Version soll sogar bis zu 597 kW / 811 PS liefern. Die Lieferzeit des Laffite G-Tec X-Road beträgt zwischen zehn und elf Monaten.

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Nein. Für so viel Geld gibt es unzählige bessere und seriösere Auto-Alternativen.

Fazit

Können Bruno und Laetitia Laffite das schon einmal gescheiterte Projekt in Eigenregie zum Erfolg führen? Nur die Zeit kann zeigen, ob der Bedarf an einem straßenzugelassenen Offroad-Supercar tatsächlich vorhanden ist. In den Preisregionen, in denen sich die junge Firma bewegt, ist die Luft zum Atmen erfahrungsgemäß jedoch ziemlich dünn.

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