Mercedes-AMG S 63 S-Klasse V8 Biturbo PHEV Mercedes / Patrick Lang
Mercedes-AMG S 63 S-Klasse V8 Biturbo PHEV
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Mercedes-AMG S 63 E Performance: 802 PS, 1.430 Nm

Mercedes-AMG S 63 E Performance AMGs letzte Krawall-Kiste

Mercedes-AMG verpasst der S-Klasse ein wuchtiges Power-Upgrade. Mit 802 System-PS lässt der S 63 etwa einen Porsche 911 GTS im Sprint stehen. Wir haben alle Daten und Infos zur Kraftprotz-Luxus-Limousine.

Es wird mal wieder nicht mit Superlativen gegeizt, wenn Mercedes salbungsvoll die AMG-Version der S-Klasse vorstellt. Mindestens einer dieser Superlative ist aber nicht zu bestreiten: Beim Mercedes-AMG S 63 E Performance handelt es sich um nicht weniger als die stärkste S-Klasse, die es jemals gegeben hat. Damit lässt die Luxus-Limo nicht wenige zeitgenössische Sportwagen beim Ampelstart stehen. Schauen wir uns die Daten im Detail an.

Der Antrieb

Im Bug schlägt das Verbrenner-Herz des Hybrid-AMG und das ist, wie sollte es anders sein, der wohlbekannte V8 Biturbo mit vier Litern Hubraum. Zur Systemleistung steuert der Achtzylinder 612 PS und 900 Newtonmeter maximales Drehmoment bei. Eine permanenterregte Synchronmaschine (PSM) an der Hinterachse packt 140 kW (190 PS) Peakleistung dazu. Als deren Dauerleistung gibt Mercedes 70 kW an. Die Konstellation klingt schwer nach dem AMG GT 4-Türer, auch wenn am Ende nicht ganz so viel Leistung, aber mehr Drehmoment rauskommt.

Unterm Strich landen wir immer noch bei obszönen 802 PS, 1.430 Newtonmetern Drehmoment und 290 km/h Höchstgeschwindigkeit (mit optionalem Drivers Package). Den Vortrieb sortiert eine Neungang-Automatik. Die aufgeputschte Luxus-Limo schiebt sich in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h – beeindruckend für ein rund 2,6 Tonnen schweres Fahrzeug. Zum Vergleich: Der im Vorspann erwähnte Porsche 911 GTS braucht dafür zwei Zehntel mehr.

Mercedes-AMG GT 63 S E Performance
Tests

Die Batterie

Ganze 33 Kilometer und bis zu 140 km/h schafft der AMG S 63 E Performance geräusch- und emissionsfrei. Dafür sorgt eine größere Batterie mit einer Kapazität von 13,1 kWh statt der dem AMG GT 63 S E Performance bekannten Variante mit 12 Kilowattstunden. Natürlich nennen sie das in Affalterbach nicht einfach "Batterie", sondern "High Performance Batterie", kurz HPB. Entwickelt wurde sie im Austausch mit dem Mercedes Petronas Formel 1 Rennstall.

Ziel war es, eine schnelle Energieaufnahme, eine hohe Leistungsdichte und eine häufig hintereinander abrufbare Leistung zu realisieren. Weil das eine effiziente Kühlung der Zellen unerlässlich macht, haben haben die Entwickler dem 400-Volt-Akku eine Direkt-Kühlung verpasst. 30 Liter Kühlflüssigkeit umspülen alle 1.200 Zellen einzeln und halten sie in einem Temperaturbereich von durchschnittlich 45 Grad.

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Mercedes
Bis zu 33 Kilometer schafft der Mercedes-AMG S 63 E Performance dank seines 13,1-kWh-Akkus rein elektrisch.

Geladen wird per 3,7-kW-Onboardcharger an der Säule, der Wallbox oder der Haushaltssteckdose. Unterwegs fließt per Rekuperation Energie zurück in den Akku. Zur Regelung der Intensität verfügt die AMG-S-Klasse über vier Rekuperationsstufen von minimal bis zu 90 kW. Einen Segel-Modus gibt es nicht.

Die Fahrdynamik

Der 4Matic+-Allradantrieb verteilt die Kraft auf alle Räder. Die Hinterräder lenken serienmäßig in einem Winkel von bis zu 2,5 Grad mit, zudem verbaut AMG eine dreistufige Parameterlenkung mit variabler Lenkgeometrieübersetzung, die sich je nach gewähltem Fahrmodus automatisch anpasst. Sieben solcher Modi stehen zur Auswahl. Neben den bekannten Einstellungen "Comfort", "Sport", "Sport+" und "Individual" sind auch "Electric", "Battery Hold" und "Glätte" an Bord. Auch im rein elektrischen Fahrmodus steht dank mechanischer Anbindung an die 4Matic-Bauteile übrigens der Allradantrieb zur Verfügung. Registriert das System zu viel Schlupf an den Hinterrädern, wird die Kraft über die Kardan- und Antriebswellen bei Bedarf auch an die Vorderräder geleitet.

Die Fahrdynamik reguliert das System AMG Dynamics. Es beeinflusst neben ESP und Kraftverteilung auch das elektronisch gesteuerte Hinterachs-Sperrdifferenzial. Drei Stufen programmiert AMG dem S 63 in die Eingeweide: Basic, Advanced und Pro. Letzteres Setting ist an den Fahrmodus Sport+ gekoppelt und soll Agilität sowie Fahrbahnrückmeldung intensivieren, während bei Basic ein stabiles Fahrverhalten und hohe Gierdämpfung vorgesehen sind. Die Einstellung Advanced bildet den Mittelweg. Die Regelung der Traktion funktioniert auch über die Elektro-Maschine selbst, indem das Antriebsmoment der PSM bei zu viel Schlupf umverteilt wird. Dadurch muss das ESP gar nicht oder erst wesentlich später eingreifen, um den Verbrennungsmotor zu drosseln. Eine AMG-Hochleistungs-Verbundbremsanlage mit 6-Kolben-Festsätteln vorne und 1-Kolben-Faustsätteln hinten verzögert den S-AMG. Vorne kommen Scheiben der Dimensionen 400 x 38 Millimeter zum Einsatz, an der Hinterachse sind es 380 x 32 Millimeter. Optional: Die AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage.

ESP-Regelsysteme
Tests

Serienmäßig stattet AMG den S 63 E Performance mit dem Ride Control+-Fahrwerk aus, das auf einer Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung basiert und zudem über eine variable Verstelldämpfung verfügt. Ab 120 km/h sinkt die sportliche S-Klasse automatisch 10 Millimeter tiefer in Richtung Asphalt. Zur Kurvenperformance trägt die aktive Wankstabilisierung bei, die Aufbaubewegungen elektromechanisch ausgleicht. Auch bei Geradeausfahrt werden Anregungen, etwa durch einseitige Unebenheiten, ausgeglichen. Bis zu 500-mal pro Sekunde passt das System die Regelung an. Zudem erhöht ein verstärkter Rohbau die Torsionssteifigkeit des Vorderwagens für ein besseres Feedback beim Einlenken.

Das Design

Äußerlich ist die AMG-S-Klasse durch die spezifische Kühlerverkleidung mit vertikalen Lamellen und dem großen Zentral-Stern zu erkennen. Auf der Haube platzieren die Affalterbacher statt des kleinen Sterns ihr AMG Wappen. Die Frontschürze im Jet-Wing-Design verfügt über große seitliche Lufteinlässe mit funktionalen Air Curtains.

In den Radhäusern drehen sich bis zu 21 Zoll große Schmiederäder, die Schwellerverkleidungen ersetzt AMG durch hauseigene Exemplare. Am Heck charakterisieren trapezförmige geriffelte Doppelendrohrblenden und ein breiter Diffusor die Optik. Als Basis für den S 63 E Performance dient die Langversion der S-Klasse mit einem Radstand von 3.216 Millimetern (Kurzversion 3.106 Millimeter).

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Und die Alltagstauglichkeit? 550 Kilo darf der AMG zuladen, schmale 305 Liter passen in den Kofferraum.

Das Interieur

Im Innenraum ergänzt AMG die bekannte Ausstattung der S-Klasse mit spezifischen Elementen. Darunter etwa die eigens abgesteppten Sportsitze, diverse Zierelemente und das AMG Performance Lenkrad mit dynamischen Lenkradtasten. Auch das MBUX-Infotainmentsystem schmücken die Affalterbacher mit spezifischen Anzeigen und Funktionen, etwa den umfangreichen Telemetriedaten der AMG Track Pace.

Die Ansicht des Kombiinstruments ist mit unterschiedlichen Anzeigestilen individuell personalisierbar, gleiches gilt für das optionale Head-up-Display. Zur akustischen Unterhaltung verbaut AMG ein Dolby-Atmos-Soundsystem mit 360-Grad-Surroundsound, über das beispielsweise auch die komponierte Elektro-Klangkulisse bei rein elektrischer Fahrt in den Innenraum gespielt wird.

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Innen ergänzt AMG das bekannte S-Klasse-Ambiente um spezifisches Dekor, ein Sportlenkrad und eigene Anzeigen im MBUX-Infotainmentsystem.

Die Assistenten

Bei den Assistenzsystemen schöpft der Mercedes-AMG S 63 E Performance aus dem Vollen. An Bord sind der aktive Abstands-Assistent Distronic, ein aktiver Lenk-Assistent, ein Verkehrszeichen-Assistent, ein aktiver Spurhalte- und -wechsel-Assistent, ein aktiver Nothalt-Assistent, ein Totwinkel-Assistent, ein aktiver Brems-Assistent mit Kreuzungsfunktion.

Das Drive-Pilot-System, das autonomes Fahren nach SAE-Level 3 ermöglicht, ist für die Standard-S-Klasse und den EQS bereits bestellbar. Was den AMG S 63 E Performance betrifft, will Mercedes die Funktion zu einem nicht näher definierten, späteren Zeitpunkt anbieten. Der Drive Pilot übernimmt etwa in Stau-Situationen auf der Autobahn bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h komplett die Fahraufgabe.

Preis und Marktstart

Ab wann die AMG-Version der S-Klasse zu haben ist, kommuniziert Mercedes bislang nicht. Auch ein Preisschild baumelt noch nicht am Innenspiegel. Mit Blick auf die Vorgängergeneration lässt sich der AMG-Aufpreis auf rund 75.000 Euro beziffern. Aber da gab es noch keinen Hybridantrieb für AMG. Mit dem schrammt schon der GT 4-Türer an der 200.000-Euro-Marke. Das neue S-Klasse-Power-Modell dürfte da sicher nicht drunter bleiben. Einige Verbrennerfans werden die Groschen sicher dennoch zusammenkratzen, denn die Zukunft von AMG ist elektrisch. Der Startschuss fällt 2025, einen Ausblick gibt die Studie Vision AMG.

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Dass AMG bald auch Elektroautos baut, finde ich ...
... super. Auch ein Sportwagen-Spezialist muss mit der Zeit gehen.
... tragisch. Solche Autos brauchen emotionale Verbrenner als Antrieb.

Fazit

Mercedes-AMG krönt die S-Klasse mit der Topversion S 63 E Performance. Die fährt mit Allradantrieb und als Plug-in-Hybrid vor. Die Systemleistung von 802 PS und 1.430 Newtonmetern maximalem Drehmoment reicht für irrwitzige Beschleunigungswerte. In 3,3 Sekunden geht es aus dem Stand auf Landstraßentempo, mit dem optionalen Drivers Package ist erst bei 290 km/h Schluss. Bei der Ausstattung und den Assistenzsystemen bedient sich AMG am reichhaltig gefüllten Regal der S-Klasse. Nur der Drive Pilot, der autonomes Fahren nach SAE-Level 3 ermöglicht, wird für den S 63 erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgelegt.

Preise und Marktstart sind bislang nicht bekannt, unterhalb von 200.000 Euro wird es aber sicher nicht losgehen.

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Die 11. Generation der S-Klasse ist da. Hier alles über die Luxuslimousine.

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