Mercedes SL Interieur Schulte / Mercedes
Mercedes SL
Mercedes SL Interieur
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Mercedes SL Interieur 45 Bilder

Mercedes SL (2021): Top-AMG-Roadster mit bis zu 800 PS

Mercedes-AMG SL (2021) Erster Blick in den neuen AMG-Roadster

Der Mercedes SL erfindet sich neu: Der Roadster wird wieder zum 2+2-Sitzer, bekommt bis zu 800 PS Leistung und ein volldigitales Cockpit.

Der neue Mercedes-AMG SL soll deutlich sportlicher werden als das aktuelle Modell, wobei der Fokus dennoch auf Komfort und Cruising-Eigenschaften liegt. Um zu verhindern, dass sich AMG GT und SL künftig gegenseitig in die Parade fahren, sollen sich beide unterschiedlich entwickeln: Der SL in Richtung sportlicher 2+2-Sitzer mit Stoffdach, der AMG GT noch mehr in Richtung kompromissloser Sportler.

Exterieur: SL mit Panamericana-Grill

Auf den Bildern des noch getarnten Prototypen ist das Grundlayout des Roadsters zu erkennen. An der Front trägt er den Panamericana-Grill sowie schmale Scheinwerfer. Die Fensterlinie steigt an, die Außenspiegel thronen auf der Türbrüstung. Am Heck sind eine massige Schürze mit quadratischen Auspuffendrohren sowie schlitzförmige Leuchten zu sehen.

Das Stofffaltdach zeigt sich in Schwarz und Rot. Augenfällig bei den neueren Bildern mit dem kleinen Kennzeichenfeld sind die starken Sicken, die sich an der Seite abzeichnen.

Interieur: Verstellbare Bildschirme

Der Fahrer greift in ein unten abgeflachtes Sportlenkrad mit hervorstehendem Pralltopf. Die drei Doppelspeichen des Volants sind mit zwei zusätzlichen Satelliten-Schaltern unter anderem für die Comfort- und Sport-Einstellungen ausgerüstet. Das 12,3 Zoll große LCD-Cockpit-Display vor dem Lenkrad informiert über die wichtigsten Fahrdaten. Um Blendungen beim Offenfahren vorzubeugen, hat AMG dem Roadster kurzerhand eine tiefe Cockpiteinfassung verpasst, wodurch ein "hyperanaloges Cockpit" entsteht. Unterschiedliche Anzeigenstile erlauben dem Fahrer, seine Instrumente zu individualisieren, optional bietet AMG auch ein Head-up-Display an.

Mercedes SL Interieur
Mercedes
Der Touchscreen in der Mittelkonsole ist elektrisch verstellbar.

Dominiert wird der Innenraum durch die breite Mittelkonsole mit dem integrierten Touchscreen, wie wir ihn von der Mercedes S- und C-Klasse kennen. Um blendfrei die Infotainment-Darstellung ablesen zu können, ist der 11,0 Zoll großen Multimedia-Bildschirm elektrisch verstellbar. Natürlich kommt auch beim Mercedes-AMG SL das MBUX-System 2.0 zum Einsatz, allerdings haben die Affalterbacher das System AMG-spezifisch mit neuen Menüpunkten "Performance" und Track Pace" ausgeführt und einen AMG-Look hinzugefügt.

Einen weiteren Hingucker stellt die symmetrische Instrumententafel dar, die fast nahtlos in die Türtafeln übergeht. Sie beherbergt vier hervorstehende galvanisierte Luftströmer im Turbinen-Stil. Auffällig an den Türen sind zudem die Burmester-Lautsprecher mit perforierter Metallblende sowie die umfangreichen Bedienfelder für die Sitze und Fensterheber. Natürlich gibt es ein Ambientelicht in 64 Farben.

Fahrer und Beifahrer nehmen auf Sport- oder Performance-Ledersitzen Platz die leicht und filigran wirken. Sie gibt es wahlweise in ein- oder zweifarbigem Nappa-Leder oder zusätzlich mit Rautensteppung. Die Krönung sind Ledersitze mit Mikrofaser und roten oder gelben Kontrastnähten.

Mercedes SL Interieur
Mercedes
Der SL ist als 2+2-Sitzer ausgelegt.

Erstmals seit der SL-Baureihe R129 ist der SL wieder als 2+2-Sitzer ausgeführt. Allerdings beschränkt sich das Sitzangebot hinten auf Personen, die nicht größer als 1,50 Meter sind. Sind die beiden Plätze nicht besetzt, eignen sie sich als zusätzlicher Stauraum oder um ein Windschott zwischen den vorderen Sitzen anzubringen.

Technik: SL mit neuer Alu-Plattform

Mercedes SL Rohbau-Chassis
Daimler
Das aktuelle Alu-Rohbauchassis im Vergleich zum Gitterrohrrahmen des Ur-SL.

Die neue Roadster-Architektur besteht aus der Kombination eines Aluminium-Spaceframe mit einer selbsttragenden Struktur. Kein einziges Bauteil wurde vom Vorgänger-SL oder beispielsweise dem AMG GT Roadster übernommen. Für höchstmögliche Steifigkeit bei niedrigem Gewicht sorgt ein Materialmix aus Aluminium, Stahl, Magnesium und Faserverbundwerkstoffen.

Aus hochfestem Stahlrohr geformt bildet der Windschutzscheibenrahmen in Verbindung mit einem notfalls blitzschnell ausfahrenden Bügelsystem hinter den Rücksitzen das Überrollschutzpaket. Im Vergleich zur Vorgängerbaureihe stieg die Torsionssteifigkeit der Rohbaustruktur um 18 Prozent. Die Quersteifigkeit liegt 50 Prozent über dem Wert des AMG GT Roadsters, die Längssteifigkeit ist 40 Prozent höher. Das Gewicht des reinen Rohbaus ohne Türen, Motorhaube und Heckdeckel sowie ohne Anbaumontageteilen liegt bei rund 270 Kilogramm.

Erlkönig Mercedes SL
Stefan Baldauf
In der Seitenansicht sind starke Sicken unter der Tarnung zu erkennen.

Antrieb: V8 mit rund 800 PS

Das Thema Antrieb wird nicht zuletzt durch die ersten Erlkönig-Fotos des AMG GT 4 Türers etwas klarer. Nachdem sich Mercedes diverse Modellbezeichnungen mit der 73er-Nomenklatur hat schützen lassen, wird es als Top-Modell den Mercedes-AMG SL 73 mit dem kleinen Zusatz "e" geben.

Das Modell der Baureihe R232 verfügt über den 4,0 Liter großen Biturbo-V8, der mit Elektromotorunterstützung als Hybrid auf rund 800 PS kommen wird. Dieser Antriebsstrang war bereits in der Studie GT Concept auf dem Genfer Auto Salon 2017 zu sehen – hier jedoch mit 816 PS. Das Serienmodell kommt mit Allradsystem 4-Matic sowie vermutlich mit einer Hinterradlenkung an den Start. Gekoppelt ist der Top-V8 mit einer neuen Neungangautomatik. Fahrwerk, Bremsen und Auspuffanlage sind im Vergleich zu den zivilen SL-Modellen deutlich modifiziert und der Mehr-Leistung angepasst. Und was ist mit einem vollelektrischen Mercedes-AMG SL? Auf lange Sicht kommen die Affalterbacher nicht um das Thema Elektrifizierung herum. Das wusste auch Ex-AMG-Chef Moers, der dazu lediglich zu Protokoll gab, dass auch an einem vollelektrischen AMG "irgendwann kein Weg vorbeiführe".

SL ohne V12?

Wir können deshalb davon ausgehen, dass die von AMG entwickelte Plattform vom klassischen Verbrenner bis hin zum kompletten Elektroantrieb die maximale Flexibilität bieten wird. In der Grundversion gibt es den SL 43 mit dem Dreiliter-Reihensechszylinder, der nur mit Hinterradantrieb an den Start gehen wird. Aktuell leistet das Aggregat 367 PS und 500 Nm, das dürfte im neuen SL etwas mehr sein. Es folgen im Motorenportfolio die Allradversionen des SL 53 und des 53e mit dem Dreiliter-Reihensechszylinder inklusive Abgasturbolader und E-Zusatzverdichter, die mindestens 435 PS leisten werden. Dazu gesellt sich dann noch der SL 63 mit dem Vierliter-V8 in einer Leistungsstufe mit über 640 PS. Den V12-Motor beim AMG wird es indes nicht mehr geben.

Ebenfalls fix dürfte sein, dass der neue SL deutlich leichter ausfallen wird. Je nach Antriebsart kommt der Roadster mit seinem Stoffdach dann auf unter 1,7 Tonnen. Der aktuelle R231 wiegt zwischen 1.730 und 1.845 Kilogramm. Für den Innenraum sieht Mercedes natürlich konturierte Sportsitze sowie ein unten abgeflachtes Sportlenkrad vor. Holz, Alu und Leder dominieren das Interieur. Dazu gibt es das MBUX-Infotainmentsystem mit Touchscreen sowie das digitale Cockpit. Gebaut wird der neue SL wie bereits der Vorgänger am Standort Bremen.

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Fazit

Daimler fokussiert sich. Und zwar in allen Bereichen. Beim Thema Sportwagen und Roadster gibt es eine klare Stallorder: die Entwicklungshoheit liegt bei AMG in Affalterbach. Deshalb wird die nächste SL-Generation technisch eben kein klassischer Mercedes mehr, sondern ein echtes AMG-Kind. Der Roadster-Ikone kann der Neustart nur gut tun. Klassische Roadster sind aktuell echte Ladenhüter. Warum dann nicht gleich eine Wiedergeburt als E-Auto versuchen? Zur innovationsschwangeren SL-Historie würde es passen.

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