Mercedes SL Schulte
Mercedes SL
Erlkönig Mercedes-AMG Mulette (Mercedes SL)
Erlkönig Mercedes-AMG Mulette (Mercedes SL)
Erlkönig Mercedes-AMG Mulette (Mercedes SL) 13 Bilder

Mercedes SL (2021) erwischt

Top-AMG-Roadster mit bis zu 800 PS

Der Mercedes SL geht in eine neue Richtung: als sportlicher 2+2-Sitzer – aus dem Hause AMG und mit bis zu 800 PS Leistung.

Bereits im Rahmen der New York Auto Show 2019 bestätigte AMG-Chef Tobias Moers, dass die nächste Mercedes SL-Generation komplett in Affalterbach entwickelt wird. Die ersten Prototypen sind in der Testung. Unser Erlkönig-Jäger hat den ersten Versuchsträger abgeschossen. Unter der Karosserie der Mercedes E-Klasse testen die Stuttgarter Technik-Komponenten. Der Erlkönig zeigt sich mit einer stark gekürzten Karosserie insbesondere im Bereich der hinteren Türen. Der Radstand scheint ebenfalls verändert, so richtig passen die Räder nicht in die Radkästen, dazu deuten die ausgestellten Kotfügel auf eine größere Spurweite hin.

Erlkönig Mercedes-AMG Mulette (Mercedes SL)
Stefan Baldauf
Die Radhäuser beim Versuchsfahrzeug sind deutlich verbreitert.

Der neue Mercedes SL soll nach Angaben von Moers deutlich sportlicher werden, als das aktuelle Modell, wobei der Fokus dennoch auf Komfort und Cruising-Eigenschaften liege. Um zu verhindern, dass sich AMG GT und SL künftig gegenseitig in die Parade fahren, sollen sich beide auf der gleichen Plattform unterschiedlich entwickeln: Der SL in Richtung sportlicher 2+2-Sitzer mit Stoffdach, der AMG GT noch mehr in Richtung kompromissloser Sportler.

SL und AMG GT auf gleicher Plattform

Unter der modifizierten Karosserie dürfte die neue Modulare Sportwagen-Architektur verbaut sein, die unter anderem mit einem größere Aluminium-Anteil aufwarten wird. Klar ist: Es geht nach wie vor um maximale Flexibilität und Leichtbau. Und zwar sowohl in Sachen Antrieb als auch beim Thema Karosserieformen.

Das Thema Antrieb wird nicht zuletzt durch die ersten Erlkönig-Fotos des AMG GT 4 Türers etwas klarer. Nachdem sich Mercedes diveres Modellbezeichnungen mit der 73er-Nomenklatur hat schützen lassen, wird es als Top-Modell den Mercedes-AMG SL 73 mit dem kleinen Zusatz "e" geben. Das Grund-Layout der Plattform mit dem hinten verbauten Getriebe und dem Frontmotor inklusive Karbon-Kardanwelle lässt sich ohne Probleme elektrifizieren.

Das Modell der Baureihe R323 verfügt über den 4,0 Liter großen Biturbo-V8, der mit Elektromotorunterstützung als Hybrid auf rund 800 PS kommen wird. Dieser Antriebstrang war bereits in der Studie GT Concept auf dem Genfer Auto Salon 2017 zu sehen – hier jedoch mit 816 PS. Das Serienmodell kommt mit Allradsystem 4-Matic sowie vermutlich mit einer Hinerradlenkung an den Start. Gekoppelt ist der Top-V8 mit einer neuen Neungangautomatik. Fahrwerk, Bremsen und Auspuffanlage sind im Vergleich zu den zivilen SL-Modellen deutlich modifiziert und der Mehr-Leistung angepasst. Und was ist mit einem vollelektrischen Mercedes-AMG SL? Auf lange Sicht kommen die Affalterbacher nicht um das Thema Elektrifizierung herum. Das weiß auch AMG-Chef Moers, der dazu lediglich zu Protokoll gibt, dass auch an einem vollelektrischen AMG "irgendwann kein Weg vorbei führe".

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SL ohne V12?

Wir können deshalb davon ausgehen, dass die von AMG entwickelte und für die neue Generation modifizierte MSA-Plattform vom klassischen Verbrenner bis hin zum kompletten Elektroantrieb die maximale Flexibilität bieten wird. In der Grundversion gibt es den SL 43 mit dem Dreiliter-Reihensechszylinder, der nur mit Heckantrieb an den Start gehen wird. Aktuell leistet das Aggregat 367 PS, das dürfte im neuen SL etwas mehr sein. Es folgen im Motorenportfolio die Allradversionen des SL53 und des 53e mit dem Dreiliter-Reihensechszylinder inklusive Abgasturbolader und E-Zusatzverdichter, die mindestens 435 PS leisten werden. Dazu gesellt sich dann noch der SL 63 mit dem Vierliter-V8 in einer Leistungsstufe mit über 640 PS. Den V12-Motor beim AMG wird es indes nicht mehr geben.

Ebenfalls fix dürfte sein, dass der neue SL deutlich leichter ausfallen wird. Je nach Antriebsart kommt der Roadster mit seinem Stoffdach dann auf unter 1,7 Tonnen. Der aktuelle R231 wiegt zwischen 1.730 und 1.845 Kilogramm.

Fazit

Daimler fokussiert sich. Und zwar in allen Bereichen. Beim Thema Sportwagen und Roadster gibt es eine klare Stallorder: die Entwicklungshoheit liegt bei AMG in Affalterbach. Deshalb wird die nächste SL-Generation technisch eben kein klassischer Mercedes mehr, sondern ein echtes AMG-Kind. Der Roadster-Ikone kann der Neustart nur gut tun. Klassische Roadster sind aktuell echte Ladenhüter. Warum dann nicht gleich eine Wiedergeburt als E-Auto versuchen? Zur innovationsschwangeren SL-Historie würde es passen.

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