10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord SSC North America
10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord
10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord
10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord
10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord 19 Bilder

Shelby Supercars SSC Tuatara (2020)

Die Technik des vermeintlichen Rekordautos

SSC will mit dem Tuatara eine neue Topspeed-Bestmarke aufgestellt haben. Sollte das stimmen, dann hat dabei nicht nur die enorme Motorleistung geholfen.

Im Jahr 2011 gab es die erste Ankündigung. Ein Auto, das dem Bugatti Veyron Super Sport die VMax-Krone vom Spoiler blasen soll: Der SSC Tuatara. 440 km/h waren die vollmundige Ansage – und dann? War es zunächst still um Shelby Supercars. Nach fast zehn Jahren folgte dann die Enthüllung des serienreifen Hypercars, das in einer Auflage von 100 Stück gebaut werden soll.

10/2020, SSC Tuatara Topspeed Rekord
SSC North America
316,11 mph (508,73 km/h): Bei diesem Wert liegt nun der von SSC aufgestellte Highspeed-Rekord.

Zweifel am offiziellen Rekord

Doch nun ist der Tuatara real. Sehr real sogar. Mit ihm will SSC einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt und dem Tuatara damit offiziell den Titel "schnellstes Serienauto der Welt" verpasst haben. Mit 316,11 mph (508,73 km/h) würde der US-Sportler die Bestenliste neuerdings anführen. In der Spitze soll er sogar 331,15 mph (532,93 km/h) schnell gewesen. Der Abschlag kommt durch die speziellen Regeln für derartige Rekordfahrten zustande: Innerhalb einer Stunde muss ein Auto in beide Richtungen fahren; der Mittelwert aus den dabei erzielten Höchstgeschwindigkeiten geht in die Wertung ein. Allerdings gibt es inzwischen erhebliche Zweifel, ob der SSC Tuatara die Bestmarke tatsächlich erreicht hat – mehr dazu lesen Sie hier.

Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Modell haben sich einige Änderungen ergeben. Während zu Anfang noch ein Siebenliter-Biturbo-V8 für 1.350 PS sorgen sollte, hat man zwischenzeitlich bei SSC den Downsizing-Trend erkannt und in die Planung implementiert. Entsprechend schrumpft der Hubraum bei gleichzeitigem Leistungszuwachs. Natürlich gab es keine Degradierung auf ein Dreizylinder-Konzept, der V8-Biturbo bleibt gesetzt. Doch das fertige Modell schöpft seine Kraft lediglich aus 5,9 Litern Hubraum, leistet dafür aber bis zu 1.774 PS (mit E85-Kraftstoff). Wird Saft mit 91 Oktan eingeflößt, sinkt die Leistung auf immer noch stattliche 1.369 PS.

Irrwitziges Leistungsgewicht

Stattlich ist diese Leistung vor allem vor dem Hintergrund, dass der Tuatara nur 1.247 Kilo auf die Waage bringt. Im Umkehrschluss müssen bei maximaler Kraftschöpfung nur 0,7 Kilo von jedem PS bewegt werden. Zusammen mit einem cW-Wert von 0,279 sollte es also zügig vorwärts gehen. Ging es wohl auch bei der Rekordfahrt, wie ein Video zeigt. Da sah Pilot Oliver Webb recht entspannt aus, als er die – vermeintlich – knapp 533 km/h erreichte. Ihm half auch das sequenzielle Siebengang-Getriebe, das die Fahrstufen in weniger als 100 Millisekunden durchschaltet.

Sowohl das komplett neu entwickelte Chassis als auch die ultraflache Karosserie bestehen aus Kohlefaserlaminat. Selbst die Felgen des SSC sind einteilig aus Kohlefaserlaminat ausgeführt. Die Crashstrukturen des Tuatara hat SSC aus Aluminium-Wabenstrukturen modelliert.

1,3 Millionen Dollar teurer Speed-Rausch

Für die Form des SSC Tuatara zeichnet Jason Castriota verantwortlich, der zuletzt seine Designkünste in Diensten von Saab entfaltete und auch schon bei Bertone den Mantide gezeichnet hatte. Er gestaltete dem Tuatara eine klassische Superportwagenlinie auf den Karbonleib, verzichte allerdings auf einen großen Heckspoiler. Stattdessen sollen zwei kleine Winglets auf den hinteren Kotflügeln den Tuatara bei über 400 km/h stabilisieren. Für die Luftzufuhr Richtung Motorabteil sorgen große Einlässe in den Flanken und auf den hinteren Radkästen.

Der komplette Unterboden des SSC Tuatara ist verkleidet und als Diffusor mit Venturi-Kanälen ausgelegt. Die zweiflutige Auspuffanlage bekam ihren Platz mittig unter dem Heck zugewiesen. Die zwei Passagiere dürfen den Speed-Rausch unter einer überdimensionalen Glaskanzel erleben. Zumindest, wenn sie vorher 1,3 Millionen Dollar auf den Tresen gelegt haben.

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Müssen derartige Rekordjagden wirklich sein?
Auf jeden Fall. Nur das Streben nach Rekorden bringt die Menschheit und Technik voran.
Natürlich nicht. Auf der Welt gibt es wahrlich viel schwerwiegendere Probleme.

Fazit

So ein neuer limitierter Supersportwagen ist meist eine Mischung aus Träumen und Superlativen. Was davon beim SSC Tuatara gilt, muss sich noch zeigen. Denn erst wenn die reklamierten Geschwindigkeiten von fast 509 km/h beim Rekord und maximal sogar knapp 533 km/h offiziell bestätigt sind, hat das Hypercar die ihm zugedachte Mission auch wirklich erfüllt.

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