Rimac Bugatti Fusion Bugatticz Hersteller / Patrick Lang
02/2020, Rimac C_Two
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12/2019, Rimac C_Two Erlkönig 49 Bilder

VW will Bugatti verkaufen

Geht die Luxusmarke an Rimac?

Volkswagen-Boss Herbert Diess will offenbar die zum Konzern gehörende Luxus-Marke Bugatti verkaufen. Dabei spielt Porsche eine entscheidende Rolle.

Denn nach übereinstimmenden Meldungen der "Süddeutschen Zeitung" und des "Manager Magazins" soll die Traditionsmarke Bugatti an die kroatische Tech- und Sportwagenfirma Rimac gehen. Dazu erhöht Porsche seinen Rimac-Anteil von derzeit 15,5 Prozent auf 49 Prozent. Die Wertermittlung beider Marken ist mehr oder weniger Verhandlungssache, wobei für Bugatti laut SZ ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag im Raum stehen soll. Im Gegenzug für diese Mitgift würden die Schwaben künftig verstärkt von Rimac' Know-how profitieren.

Auch weitere Marken auf dem Prüfstand

Der VW-Vorstand habe den Deal angeblich bereits abgesegnet. Jetzt fehle noch die Zustimmung des Aufsichtsrats. Wie die SZ weiter berichtet, sollen auch in einem zweiten Schritt weitere Marken auf dem Prüfstand stehen. Dazu gehören angeblich Lamborghini, Bentley, Ducati, Italdesign und Seat, das in Cupra übergehen und höher positioniert werden soll.

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Neuheiten

Bugatti erklärte gegenüber auto-motor-und-sport.de, man kommentiere grundsätzlich keine Gerüchte. Allerdings weise man Berichte zurück, die Marke sei unprofitabel. Zuletzt habe man positive Ergebnisbeiträge im Konzern abgeliefert, 2019 seien 82 Modelle verkauft worden. Auch Volkswagen mochte die Berichte nicht kommentieren.

Mate Rimac war in Molsheim

Neben Porsche gehören noch zwei chinesische Unternehmen zu den wichtigsten Anteilseignern, 51 Prozent hält der Firmengründer Mate Rimac. Der wurde unlängst im elsässischen Molsheim gesehen, wo der Bugatti Chiron in Handarbeit aufgebaut wird. Der 32 Jahre alte Kroate soll beeindruckt gewesen sein.

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Alternative Antriebe

Rimac ist seit Jahren von einem kleinen Elektrosportwagen-Bauer zu einem der führenden Spezialisten in Sachen E-Mobilität, Leistungselektronik und Batterietechnik aufgestiegen. Neben der Kooperation mit Porsche arbeitet Rimac auch bei der Lade- und Plattformtechnik mit dem Hyundai/Kia-Konzern zusammen. Aber auch eigene Sportwagen legt das in Sveta Nedelja ansässige Unternehmen auf. Nach dem Concept 1 ist der Supersportwagen C-Two das Aushängeschild der Kroaten. Das Hypercar verfügt über einen 1.915 PS starken Elektromotor und soll corona-bedingt 2021 an den Start gehen. Die Fahrleistungen sind beeindruckend: 300 km/h sind in 11,8 Sekunden erreicht, für den Spurt auf 100 Sachen gehen unter zwei Sekunden ins Land. Die Höchstgeschwindigkeit des Zweisitzers liegt bei Tempo 412. Seine Energie erhält der Rimac C-Two aus einer 120 kWh großen Batterie, die per Schnellladung in 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen ist. Die Reichweite liegt bei 650 Kilometer.

Bugatti will zweite Baureihe – mit E-Antrieb

Mit ähnlichen Fahrleistungen, wenn auch aus einem 8,0 Liter großen 1.500 PS starken W16 kann auch der Bugatti Chiron aufwarten, der in der 300+-Edition das schnellste Auto der Welt darstellt: 482,8 km/h wurden auf der VW-Teststrecke in Ehra-Lessin im September 2019 gemessen. Als Serienmodell kommt der Chiron auf 420 km/h und spurtet in 2,4 Sekunden auf Tempo 100, wobei der Sechzehnender 516 Gramm CO2 ausstößt. Werte, die auch im extrem spitzen Supersportwagen-Käufermilieu nicht mehr lange zu ignorieren sind.
Bereits seit Monaten gibt es Gerüchte über eine zweite Baureihe aus der Molsheimer-Sportwagen-Schmiede. Eine Limousine und ein SUV wurden ausgeschlossen, Bugatti-Boss Winkelmann sprach jedoch davon, man müsse sich mit der Möglichkeit befassen, "Bugatti als Marke weiterzuentwickeln." Entsprechend steht ein elektrisches Modell im Raum, dass Fortschritt und Innovation transportieren soll, statt reiner Schadstofffreiheit.

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Im Interview mit dem Focus erklärt er unlängst: "Ich glaube, Bugatti ist bereit für ein zweites Modell und dies sollte ein Fahrzeug sein, das dem Unternehmen etwas wirklich Neues bringt, nicht nur ein weiterer Hyper-Sportwagen wie der Chiron. Eine andere Karosserieform …" Man habe eine Idee für einen Karosseriestil, den es auf dem heutigen Markt nicht gebe, so Winkelmann. "Wenn wir vom Vorstand unseres Konzerns grünes Licht erhalten, um mit dem zweiten Modell fortzufahren, werden wir diese Richtung verfolgen." Es werde dann eine komplette Neuentwicklung. "Wenn wir das zweite Modell bekommen, sollten wir zum elektrischen Antrieb übergehen. Ich denke, dass ein BEV (batterieelektrisches Fahrzeug) eine bessere Lösung ist als ein Hybridantriebssystem."

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Fazit

Der Ex-VW-Boss Ferdinand Piëch wird sich im Grabe umdrehen, wenn der Verkauf von Bugatti stattfindet. Schließlich hatte der 2019 verstorbene Patriarch 1998 Bugatti wiederbelebt und in den Konzern integriert. Und so ganz wollte man die Familie bei dem möglichen Verkauf nicht außen vorlassen. Angeblich soll Piech-Sohn Gregor Interesse an der Molsheimer-Sportwagenschmiede gehabt haben. Der 26-jährige Vermieter von Nobelkarossen hätte für 200 Millionen Euro Bugatti kaufen können – der Verkauf kam aber nie zustande. Nun ist offenbar Rimac im Boot und darf seine Expertise bei einer legendären Marke unter Beweis stellen. Neben Bugatti tastet Diess auch noch weiter das Erbe von Piëch an. Lamborghini, Bentley, Ducati, Italdesign und Seat stehen auf dem Prüfstand.

Bugatti
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