Mercedes-AMG Project One
Mercedes-AMG One Showtruck
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Mercedes-AMG Project One erst 2021

AMG-Hypercar zwei Jahre verspätet

Mit dem AMG Project One will Mercedes Formel-1-Technik auf die Straße bringen. Doch die Entwicklung des ambitionierten Hypercars verzögert sich. Statt 2019 sollen die ersten Fahrzeuge nun erst 2021 ausgeliefert werden.

Der Mercedes AMG Project One wurde 2017 auf der größten Bühne der IAA in Frankfurt vorgestellt. Tenor: Wir bringen die Formel 1 auf die Straße. Im Heck des Carbon-Renners steckt der Motor aus dem Silberpfeil – inklusive Rekuperation und Hybridisierung. Das soll für einen Top-Speed von mehr als 350 km/h sorgen. Für den Hunderter-Sprint versprachen die AMG-Verantwortlichen eine Zeit von unter 2,5 Sekunden.

Bei der Abstimmung des Hypercars durfte niemand geringeres als Weltmeister Lewis Hamilton helfen, was dem ganzen Projekt noch zusätzlichen Formel-1-Glanz verlieh. Das gleiche gilt auch für die Liste der Kunden: Zu den Käufern, die ihre Bestellung verbindlich abgegeben haben, gehören zum Beispiel auch die Ex-Grand-Prix-Piloten Nico Rosberg und David Coulthard.

Die Markteinführung der rund drei Millionen Euro teuren Hightech-Flunder wurde eigentlich für 2019 versprochen. Doch wie mittlerweile bekannt wurde, sollen die ersten Modelle nicht vor 2021 an die Kunden ausgeliefert werden. Der Grund: Es gibt Probleme mit dem Antriebsstrang.

Mercedes-AMG Project One - Hypercar - IAA 2017 - Vorstellung
Mercedes-AMG
Der Mercedes AMG Project One soll die F1-Antriebstechnik auf die Straße bringen.

Komplizierte Antriebstechnik

Der 1,6-Liter-V6-Hybrid Benzinmotor wird beim Project One mit insgesamt vier Elektromaschinen gekoppelt, eine davon soll wie in der Formel 1 direkt im Turbolader integriert sein, eine soll sich direkt am Verbrennungsmotor befinden und mit der Kurbelwelle verbunden sein. Zwei weitere werden die Vorderräder antreiben.

Die Probleme kommen für Experten allerdings nicht unerwartet. Die Ankündigung, dass die Kunden damit prahlen dürfen, das echte F1-Weltmeister-Triebwerk zu fahren, war vollmundig und mehr als ambitioniert. F1-Triebwerke taugen nur für die F1, für nichts weiter. Das musste auch schon Porsche erfahren, wo man sein fertig entwickeltes F1-Aggregat in die Tonne trat, nachdem der VW-Vorstand den Einstieg in die Königsklasse abgeblockt hatte.

Mercedes macht jetzt die gleiche Erfahrung. Zwei kleine Beispiele: F1-Motoren sind empfindsame Zicken. Man muss ihren Ölkreislauf im Stand mühsam anwärmen, bevor man sie überhaupt starten darf. Das jedoch hat auch konstruktive Rückwirkungen – und die wiederum sind überhaupt nicht kompatibel mit dem, was beim Straßeneinsatz passiert.

Mercedes-AMG Project One - Hypercar - IAA 2017 - Vorstellung
Mercedes-AMG
Hat sich Mercedes mit dem komplizierten Antriebsstrang etwas zu viel zugemutet?

Strenge Zulassungsbestimmungen

Und offenbar hat sich bei der Entscheidung, den F1-Motor zu verwenden, auch keiner Gedanken darüber gemacht, wie man die fragile Konstruktion emissionstechnisch auf die Straße bringen kann. Mehrere Abgas-Nachreinigungssysteme samt Partikelfilter müssen zum Einsatz kommen, wenn man das Auto auch außerhalb von Ruanda für den Straßenbetrieb zulassen will.

Ein AMG-Insider enthüllt: „Sowohl die Motoren-Kollegen bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains in England als auch Mercedes und AMG in Deutschland haben die Aufgabenstellung bei diesem Motor unterschätzt.“ So wird aus einem Prestigeobjekt schlagartig ein großer Schlamassel.

Die Red-Bull-Konkurrenz, die mit dem Aston Martin Valkyrie ein eigenes Hypercar auf Kiel gelegt hat, witzelt bereits im F1-Fahrerlager: „Statt Project One sollten sie das Auto mittlerweile vielleicht lieber Project Twenty-One nennen.“ Man darf für Mercedes nur hoffen, dass es am Ende nicht zu einem ähnlichen finanziellen Fiasko wird wie Stuttgart 21.

Sportwagen Neuvorstellungen & Erlkönige Aston Martin Valkyrie Aston Martin Valkyrie (2019) Erste Fahrbilder des Supersportlers

Alle 175 Exemplare sind verkauft. Die Straßenversion leistet 1.176 PS.

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