induktives Laden Autobahn Electreon

Autobahnteststrecke: Induktives Laden während der Fahrt

Autobahn unter Strom Induktives Laden während der Fahrt

Ein Autobahnstück in Nordbayern soll ab 2025 als Teststrecke für das induktive Laden von Elektroautos während der Fahrt fungieren.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge leiden vielfach unter einer zu geringen Reichweite. Viele potenzielle Käufer schrecken zudem die Suche nach Ladesäulen sowie die relativ langen Ladezeiten ab.

Abhilfe könnte hier das induktive Laden während der Fahrt schaffen. Wie funktional diese Alternative zu Ladeparks ist, wollen Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit verschiedenen Partnern herausfinden.

Autobahnteststrecke ab 2025

Geplant ist dazu eine entsprechende Teststrecke auf einer Autobahn in Nordbayern. Dabei sollen Elektro-Pkw und -Lkw ihre Batterien über Spulen unter dem Straßenbelag während der Fahrt kabellos wieder aufladen können. Die in den Fahrbahnbelag integrierten Spulen erzeugen ein hochfrequentes Magnetfeld, das in einer Empfängerspule im Fahrzeug in elektrischen Strom umgewandelt wird. Die Projektpartner kalkulieren mit einer Ladeleistung von bis zu 125 kW. Die Technik für die in die Fahrbahn integrierten Ladespulen liefert die israelische Firma Electreon, die auch schon an einem entsprechenden Projekt im Balingen beteiligt ist. Electreon nutzt sein Electric Road System (ERS) auch bereits in Tel Aviv auf einer Teststrecke für Stadtbusse, sowie auf einer Teststrecke in Italien. Die flachen Ladespulen lassen sich als Endlosband mit speziellen Fahrzeugen verlegen. Die Haltbarkeit der Fahrbahnspulen wird mit rund zehn bis 20 Jahre angegeben.

3/2022, Strasse
Alternative Antriebe

In einem ersten Schritt wollen die Projektpartner bis Mitte 2025 eine einen Kilometer lange Teststrecke in Betrieb nehmen. Wo genau dieser entstehen wird, hängt davon ab, wo nach Meinung der Autobahnverwaltung der Straßenbelag tatsächlich erneuert werden muss.

Ziel des Projekts E-MPower sei es, "einen Standard für die Herstellung der Spulen sowie deren Verbau in die Straße zu etablieren", sagte Teamleiter Alexander Kühl vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung an der Universität Erlangen-Nürnberg.

8/2020, EnBW Elektroad
Alternative Antriebe

Zu den Projektpartnern gehören neben der Universität Erlangen-Nürnberg VIA IMC, die Autobahn GmbH, Electreon und Risomat. Das Konsortium hat für das Projekt Investitionen von 8 Millionen Euro eingeplant. Weitere Fördergelder kommen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

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Um Nutzern die Reichweitenangst in Elektrofahrzeugen zu nehmen, setzen Forscher auf das induktive Laden während der Fahrt. In Nordbayern soll dazu ein Autobahnabschnitt zur Teststrecke umgebaut werden. Die projektierte Ladeleistung liegt bei 125 kW.

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