04/2022, Volta Zero 7,5 Tonner Volta Trucks
09/2020, Volta Zero
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Volta Trucks: Vier elektrische Lkw aus Schweden

Volta Trucks: Elektrische Lkw aus Schweden Expansionspläne nach Amerika stehen

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Volta Trucks will bis 2025 vier Elektro-Lkw von 7,5 bis 18 Tonnen auf den Markt bringen, die anfangs in Österreich gefertigt werden. Danach geht es in die USA.

Schwere Unfälle, bei denen große Lkw im Stadtverkehr Radfahrer oder Fußgänger übersehen, bestimmen leider regelmäßig die Schlagzeilen. Doch Baustellen-Fahrzeuge und Lieferverkehr lassen sich nicht komplett aus den Städten aussperren. Das schwedische Startup Volta Trucks will mit einem neuen Nutzfahrzeug-Konzept gegensteuern.

09/2020, Volta Zero
Volta Trucks
Der Fahrer oder die Fahrerin sitzen tief und mittig. Dadurch sollen andere Verkehrsteilnehmer besser zu sehen sein.

Die stadttauglichen Elektro-Lkw weisen allesamt ein ungewohntes Layout auf. Die Fahrerinnen und Fahrer sitzen sehr tief und mittig im großzügig verglasten Cockpit. Diese Position sorgt für eine gute Rundumsicht auf Augenhöhe mit anderen Verkehrsteilnehmern; außerdem wird die passive Sicherheit bei einem Seitenaufprall erhöht. Des Weiteren erwarten die Schweden, dass sich damit Verletzungen bei Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern, die durch das Hoch- und Herunterklettern entstehen, minimieren lassen. Statt klassischer Außen- kommen Kameraspiegel zum Einsatz; zudem bieten die Volta-Trucks eine Kamera-Vogelperspektive mit 360-Grad-Rundumsicht.

Der Antrieb sitzt an der Hinterachse

Die tiefliegenden Fahrerhäuser der Volta Lkws werden erst durch das Elektro-Layout möglich. Der Antrieb des Erstlingswerks Zero stammt von Meritor und sitzt als Kombination aus Motor und Getriebe an der Hinterachse. Die Batterien bringt Volta Trucks zentral im Chassis unter. Die vom Zulieferer Proterra aus modularen Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen aufgebauten Akkupakete bieten eine Kapazität von 160 bis 200 Kilowattstunden. Damit sollen Reichweiten zwischen 150 und 200 Kilometern drin sein. Die maximale Ladeleistung beträgt 250 kW; eine komplette Akkuladung dauert Volta zufolge etwa eine Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h begrenzt.

07/2021, Volta Zero Elektro Lkw Chassis Fahrgestell
Volta Trucks
Der Antrieb sitzt hinten, und die Batterien bringt Volta zentral im Chassis unter.

Die aktuelle Strategie des in Schweden ansässigen, aber weitgehend aus Großbritannien operierenden Startups sieht eine aus vier Lastwagen bestehende Modellpalette vor. Die Volta-Trucks sollen eine Bandbreite in puncto Gesamtgewicht von 7,5 über 12 und 16 bis 18 Tonnen abdecken. Als Blaupause dient dabei der 16-Tonner Volta Zero. Der Lkw für den Verteilerverkehr ist 9,46 Meter lang, 3,45 Meter hoch und 2,55 Meter breit. Sein Ladevolumen beträgt 37,7 Kubikmeter, was für 16 Euro-Paletten reichen soll; die Zuladung beziffert der Hersteller mit 8,6 Tonnen. Ende 2021 ist die Produktion einer Pilotflotte gestartet, deren Exemplare ab Jahresmitte 2022 ersten interessierten Kunden zum Testen zur Verfügung gestellt werden.

Kleinere Voltas kommen 2024/25

Die 7,5 und 12 Tonnen schweren Volta Zeros sollen 2024 als Pilotflotte produziert werden und ein Jahr später in die reguläre Serienfertigung starten. Sie orientieren sich am Design des 16-Tonners, übernehmen also auch dessen auf maximale Sicherheit ausgelegtes Kabinen-Prinzip. Die beiden kleinen Volta-Trucks nutzen eine in weiten Teilen identische Plattform, die beim 12-Tonner jedoch nach hinten verlängert wird. Dieser verfügt zudem über eine zweite Hinterachse, um für seine größere Nutzlast gerüstet zu sein.

04/2022, Volta Zero 7,5 Tonner
Volta Trucks
Die kleinen Varianten mit 7,5 (Foto) und 12 Tonnen Gesamtgewicht orientieren sich optisch an den größeren Volta-Trucks.

2025 will Volta Trucks bereits 27.000 Fahrzeuge im Jahr fertigen. Das Unternehmen will seine Lkw den Kunden jedoch nicht zwangsläufig verkaufen. Das Unternehmen plant ein "Truck-as-a-Service"-Angebot (TaaS), bei dem eine monatliche Gebühr alle Service-, Wartungs-, Versicherungs- und Schulungsanforderungen abdeckt. Laut Carl-Magnus Norden, dem Gründer von Volta Trucks, lagen zum Zeitpunkt der Zero-Präsentation bereits einige Vorbestellungen vor. Im Januar 2021 hat das Unternehmen bekanntgegeben, einen ersten Großauftrag erhalten zu haben: Petit Forestier, der Betreiber von Europas größter gewerblicher Kühlfahrzeug-Vermietungsflotte, hat 1.000 Zero-Exemplare bestellt. Insgesamt soll das Auftragsvolumen zum damaligen Zeitpunkt 260 Millionen US-Dollar (etwa 216 Millionen Euro) betragen haben.

1.500 Lkw für DB Schenker

Noch ein paar mehr Elektro-Lkw nimmt DB Schenker ab: Das Logistikunternehmen hat im Herbst 2021 fast 1.500 Fahrzeuge bestellt, um die eigene Flotte damit auszubauen. Noch vor dem Start der Serien-Produktion wird ein erster Prototyp des Volta Zero bei DB Schenker im alltäglichen Verteilerverkehr getestet. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können dann mögliche Anpassungen bei den Serienfahrzeugen beeinflussen. In einem ersten Schritt wird DB Schenker den Volta Zero an zehn Standorten in fünf Ländern einsetzen.

09/2021, Lkw Werk Steyr von Steyr Automotive
Steyr Automotive
Zusammen mit Steyr Automotive wird Volta die ersten Zero-Exemplare in Oberösterreich bauen.

Volta Trucks will zuerst in Europa durchstarten und danach in andere Kontinente expandieren. Das Produktions-Netzwerk soll aus Fabriken bestehen, die jeweils nah bei den Zielmärkten angesiedelt sind. Damit will Volta Trucks die Lieferketten kurz halten und den CO2-Fußabdruck sowie die damit verbundenen Kosten minimieren. Zum ersten Produktions-Partner wurde Steyr Automotive (vormals MAN Truck and Bus Austria) auserkoren. In der gleichnamigen Stadt in Oberösterreich werden die ersten Exemplare des Volta Zero gefertigt. Das Werk sei ideal gelegen, um von dort aus die ersten großen Zielmärkte London und Paris zu bedienen.

Pläne für die USA stehen

Nach Europa nimmt Volta Trucks den nordamerikanischen Markt ins Visier. Bis Ende 2022 wollen die Schweden einen Produktionspartner in den USA gefunden haben, der im darauffolgenden Jahr bereits mit der Fertigung starten soll. Von dort kommen bereits der Zulieferer des E-Antriebs (Meritor aus dem US-Bundesstaat Michigan) und der Batterien (Proterra mit Sitz in Kalifornien). Mitte 2023 soll im Großraum Los Angeles eine Pilotflotte von 100 Lastwagen unterwegs sein, bevor 2024 die ersten Lastwagen aus der regulären Serienfertigung über die US-Straßen rollen. Den Eisbrecher soll der 16-Tonner spielen, der in den USA als Klasse-7-Lkw kategorisiert wird. Erst später folgen der 7,5- (Klasse 5) und 12-Tonner (Klasse 6).

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Brennstoffzellen-Lkw – Reichweite, Gewicht und Kosten sprechen für Wasserstoff.

Fazit

Das Konzept des elektrischen Lkw für den urbanen Verkehr ist interessant, aber nicht komplett neu. Das Besondere an den Volta-Lkw ist die tiefe Sitzposition der Fahrerinnen und Fahrer und der damit einhergehende Sicherheitsgewinn. Ob das im Zusammenspiel mit der Elektroantriebs-Technik reicht, um die ambitionierten Ziele zu erreichen, wird sich zeigen.

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