BMW 520d, Motor Achim Hartmann

BMW-Rückruf: Brandgefahr bei einer Million Autos

BMW-Rückruf wegen Brandgefahr Inzwischen über 1,5 Millionen Autos betroffen

Seit 2018 ruft BMW Fahrzeuge wegen Brandgefahr in die Werkstätten zurück – teilweise mehrfach. Jetzt kommen weitere Fahrzeuge hinzu.

BMW ruft weitere 145.000 Fahrzeuge wegen Problemen mit dem Kühler für die Abgasrückführung (AGR) in die Werkstätten zurück. Laut BMW hat man sich bereits im Oktober 2020 zu dieser Erweiterung des Rückrufs entschlossen, nachdem Untersuchungen Hinweise auf weitere Probleme ergeben hätten. Einige Fahrzeuge waren bereits im Rahmen der seit 2018 laufenden Rückrufaktion in der Werkstatt und müssen nun nochmal dorthin – das Kraftfahrt-Bundesamt geht davon aus, dass allein in Deutschland inzwischen insgesamt 500.000 Fahrzeuge fast aller Baureihen betroffen sind.

Neue Rückrufcodes

Die neuen Rückrufe sind unter den Codes 0011860500, 001187050, 0011880500 und 0011890500 bei BMW vermerkt. Trotz der Brandgefahr ist nach wie vor keine behördliche Überwachung der Rückrufaktion vorgesehen.

Brandgefahr wegen austretendem Glykol

BMW zufolge kann bei Dieselfahrzeugen Glykol aus dem Kühler der Abgasrückführung (AGR) austreten. In Kombination mit typischen Ruß-Ablagerungen sowie unter den üblicherweise hohen Temperaturen im AGR-Modul kann dies zu glühenden Partikeln führen. Dabei kann es zu Anschmelzungen im Ansaugkrümmer kommen, die im Extremfall zu einem Brand führen können.

Insgesamt 1,6 Millionen zurückgerufene Autos

Toyota Prius Comfort, Motor

Bereits im August 2018 hatte BMW wegen des Problems etwa 480.000 Autos in die Werkstätten gerufen. Mit den nun zurückgerufenen Fahrzeugen sind weltweit ungefähr 1,6 Millionen BMW-Diesel betroffen, die zwischen August 2010 und August 2017 produziert wurden. Je nach Fahrzeugmodell sind die betroffenen Produktionszeiträume unterschiedlich. Wie viele Autos in welchen Ländern zurückgerufen werden, gab BMW noch nicht konkret bekannt.

Seinen Ursprung nahm das technische Problem in Südkorea. Das dortige Verkehrsministerium hatte 106.000 Autos vorübergehend stillegen lassen. Die südkoreanische Regierung hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2018 schon mehr als 30 Fälle registriert, in denen Motoren in Brand geraten und die Autos in Flammen aufgegangen sind. BMW hat seit 2016 Kenntnis von solchen Brandfälle in Korea.

Fast alle Baureihen betroffen

In Korea sind von dem Rückruf überwiegend Modelle mit 4-Zylinder-Dieselmotor aus dem Bauzeitraum März 2011 bis November 2016 betroffen. Im Fokus steht dabei in Korea der 520d.

In Europa wurden im August BMW 3er, 4er, 5er, 6er, 7er, X3, X4, X5 und X6 mit Vierzylinder-Dieselmotoren, die zwischen April 2015 bis September 2016 gebaut wurden, und mit 6-Zylinder-Dieselmotoren, die zwischen Juli 2012 und Juni 2015 gebaut wurden, zurückgerufen. Der Rückruf soll BMW damals rund 160 Millionen Euro gekostet haben.

Fazit

Der seit 2018 laufende Rückruf wegen einer brandgefährlichen AGR-Kühlung macht BMW zu schaffen: Jetzt müssen die Bayern 145.000 weitere Fahrzeuge fast aller Baureihen in die Werkstätten zurückholen. Dafür hat BMW vier neue Rückruf-Codes veröffentlicht: 0011860500, 001187050, 0011880500 und 0011890500. Da es bereits zu Fahrzeugbränden gekommen ist, sollten Halter betroffener Fahrzeuge den Rückruf unbedingt ernstnehmen.

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