4/2020, Daimler Brennstoffzelle Daimler

Daimler Trucks und Volvo starten Joint Venture

Gemeinsame Entwicklung von Brennstoffzellen-Lkw

Große und schwere Batterien sind für den Einsatz in schweren Lkw mit Elektroantrieb nicht die ideale Lösung. Hier könnte die Brennstoffzelle punkten. Das glauben auch Daimler und Volvo, die ein entsprechendes Joint Venture gründen.

Neben Pkw und leichten Nutzfahrzeugen für den Verteilerverkehr ist das Thema Elektrifizierung auch im Schwerlastverkehr ein Thema. Aufgrund des hohen Gewichts und begrenzter Reichweiten gibt es aber noch kein stichhaltiges Konzept für einen batterieelektrischen Langstrecken Lkw.

Tesla hat einen Elektro-Truck vorgestellt, andere Anbieter setzen daneben auch auf die Brennstoffzelle. Nikola Motors hat bereits eine Kooperation mit Iveco zum Bau einer entsprechenden Zugmaschine in Europa angekündigt.

Beide Partner halten je 50 Prozent

Jetzt gibt es ein neues Joint-Venture. Die Volvo Group, ein vom gleichnamigen Pkw-Hersteller unabhängiges Unternehmen, und Daimler Trucks haben eine Zusammenarbeit für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen "für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern" angekündigt. Beide Lkw-Hersteller sollen jeweils 50 Prozent der Anteile am neuen Gemeinschaftsunternehmen halten.

Daimler Trucks bringt seine aktuellen Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der Brennstoffzellenaktivitäten ein, die Schweden kaufen mit einer Summe von circa 600 Millionen Euro die Hälfte der neuen Organisation.

"Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs ist ein Schlüsselelement für die Umsetzung des sogenannten Green Deal, für ein CO2-neutrales Europa und letztendlich für eine CO2-neutrale Welt. Die Nutzung von Wasserstoff als Träger von Ökostrom zum Antrieb von Elektro-Lkw im Fernverkehr ist eine hervorragende Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen und erneuerbaren Kraftstoffen. Die Erfahrung beider Unternehmen auf diesem Gebiet wird die Entwicklung beschleunigen. Dies ist sowohl für unsere Kunden als auch für die Gesellschaft von Vorteil. Mit der Gründung dieses Joint Ventures zeigen wir deutlich, dass wir an die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge glauben", sagt Martin Ludnstedt, Präsident und CEO der Volvo Group. "Damit diese Vision jedoch Wirklichkeit werden kann, müssen auch andere Unternehmen und Institutionen diese Entwicklung unterstützen, nicht zuletzt, um die erforderliche Kraftstoffinfrastruktur aufzubauen."

Wasserstoff-Infrastruktur als Voraussetzung

12/2019, Nikola Tre
12/2019, Nikola Tre 12/2019, Iveco S-Way 12/2019, Nikola Tre 12/2019, Nikola Tre 5 Bilder

Damit spielt der Manager den Ball zu den Betreibern von Wasserstofftankstellen und auch zu den Regierungen, um den Ausbau von entsprechenden Netzen zu beschleunigen.

Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG, führt aus: "Transport und Logistik halten die Welt am Laufen, gleichzeitig wächst der Transportbedarf weiter. Ein wirklich CO2-neutraler Transport wird nur durch einen elektrischen Antriebsstrang erreicht werden, wobei die Energie aus zwei Quellen kommen kann: entweder aus Batterien oder durch die Umwandlung von Wasserstoff in Elektrizität an Bord des Fahrzeugs. Für den Lkw-Einsatz im schweren Fernverkehr sind Brennstoffzellen eine entscheidende Lösung – eine Technologie, bei der Daimler in den letzten zwei Jahrzehnten mit der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH bereits bedeutendes Know-how aufgebaut hat. Die Partnerschaft mit der Volvo Group ist ein Meilenstein, um brennstoffzellenbetriebene Lkw und Busse nun auf unsere Straßen zu bringen."

Mit einer Genehmigung der Zusammenarbeit durch die Behörden wird bis Ende des Jahres gerechnet. Die Kooperationspartner planen die Serienfertigung von schweren Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellentechnologie in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, also ab dem Jahr 2025.

Neue Firma Daimler Trucks Fuel Cell

Die Aktivitäten zur Entwicklung von Brennstoffzellensystemen bündelt Daimler in der neugegründeten Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG, die an der Lkw-Sparte des Konzerns (Daimler Truck AG) angedockt ist. Das rechtlich eigenständige Unternehmen soll später in das geplante Joint Venture mit Volvo eingebracht werden.

"Die Brennstoffzelle ist eine entscheidende CO2-neutrale Lösung für Lkw im schweren Fernverkehr. Davon sind unser zukünftiger Joint Venture-Partner, die Volvo Group, und wir überzeugt", sagt Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG.

Weitere Kooperation mit Rolls-Royce Power Systems

Rolls-Royce Power Systems
Rechenzentren könnten von stationären Brennstoffzellen mit Strom versorgt werden.

Bis es soweit ist, soll die Brennstoffzellentechnologie anders eingesetzt werden. Daimler und der britische Technologiekonzern Rolls-Royce, ein vom gleichnamigen Autohersteller unabhängiges Unternehmen, haben eine weitere Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Zusammen mit dem "Power Systems"-Bereich von Rolls-Royce, der ehemals unter dem Namen MTU firmierte, sollen Brennstoffzellengeneratoren für die CO2-neutrale, stationäre Stromversorgung entwickelt werden. Diese Geräte können dann zum Beispiel in Rechenzentren eingesetzt werden und dort als Notstromaggregate betrieben werden.

Ein Demonstrationsexemplar, bei dem Technologie aus der Automobilproduktion verwendet wird, soll noch vor Ende des Jahres vorgestellt werden.

Fazit

Elektrisch angetriebene Lkw mit Brennstoffzelle erscheinen aufgrund der kurzen Tankzeiten und damit hoher Reichweiten sinnvoll. Voraussetzung für einen funkionierenden Güterverkehr auf der Langstrecke ist ein internationales Netz an entsprechenden Wasserstoff-Tankstellen.

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